Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeitszeitmodell

| 16.01.2020 23:34 |
Preis: 60,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Arbeitsvertrag Gehalt plus Zulagen fūr Nacht, Sonntag und Feiertag
40 Stunden wöchentlich, 5 Tage Woche
Macht 174 Stunden monatlich, Jahresarbeitszeitkonto
Man arbeitet 10 Tage Von 7 bis 19 Uh, 1 Freitag, dann 10 Tage Nacht von 19 bis 7 Uhr jeweils 1 Stunde Pause, also 11 Stunden pro Tag
Dann 3 Wochen frei.
Ich finde es sehr gut, verstehe aber nicht wie gerechnet wird, weil es dann ja zu Monaten mit Unterstunden kommt.
Rechne ich so: ich habe in drei Wochen 20 Tage statt 15, habe also 5 Frei-Tage gut und die 46 Überstunden, nochmal 6 Tage, was ist mit dem Rest? nächster Monat Rechnerisch 19 Tage etc, aber im nächsten Monat noch weniger Tage mit noch weniger Stunden usw.
Wird mir da immer Urlaub abgezogen? Wo ist mein Denkfehler? Bekomme ich Feiertage bezahlt, wenn ich frei habe?



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst ist es nicht möglich, allein anhand der Sachverhaltsangaben zu beurteilen, wie die genaue Rechnung für die Arbeitszeit aussieht, dies erfragen Sie bitte beim Arbeitgeber, in dem Sie sich z.B. einen ausdruck mitgeben lassen.

Grundsätzlich erarbeiten sie an den 20 Tagen 220 Stunden. Dazu kommen jedoch für 3 Stunden pro Tag Überstundenzuschläge sowie für die Wochenden und Nachtdienste die entsprechenden Zuschläge. Wie hoch diese sind kann ich dem Sachverhalt nicht entnehmen, dies erfragen Sie am Besten bei der Personalstelle des Auftraggebers oder entnehmen dies dem Arbeitsvertrag.

Sie haben, zudem neben den geleisteten Stunden noch Anspruch auf frei Ausgleichtage nach dem ArbZeitG, da Sie Ihrer Schilderung nach die Tage am Stück also auch Sonn- und Feiertags arbeiten.

Beispiel1 :
Bei einem Überstundenzuschlag von nur 20 % und 3 Überstunden je gearbeiteten Tag (also an 20 Tagen) sind dies schon 1200 % ( 20 % x 3 Stunden = 60 % , das ganze mal 20 Arbeitstage, sind 1200 % = 12 x 100 %), so dass Sie damit 12 weitere freie Tage anhäufen. Dann kommen noch die Nachtzuschläge hinzu.

All diese "Zusatzgutschriften" auf dem Arbeitszeitkonto führen dazu, dass zusammen mit den freien Tagen ( natürlich zählen hier nur die 5 Arbeitstage pro 7 Tage laut Arbeitsvertrag) viele Stunden angesammelt werden, die dann für die freien Tage, die keine Ausgleichstage sind aufgerechnet werden, so dass sich ein Durchschnitt ergibt. Nicht alle Ihrer 15 freien Tage sind also Tage die mit jeweils 8 Arbeitsstunden übersetzt werden, sondern hier sind auch Ihnen zustehende Ausgleichs ( also freie Tage für die geleistete Sonn- und Feiertagsarbeit) enthalten.

Beispiel 2:
Sie schreiben, dass ihnen nach den 20 Tage 5 Freie Tage zustehen, dies dürften die Ausgleichstage sein, die dann bereits 1 freie Woche abdecken. Weiterhin haben Sie 46 Stunden Guthaben angehäuft, was weitere knappe 6 Tage sind. Damit ist die 2. freie Woche abgedeckt, und es bleibt ein Plus von 6 Stunden. Hierzu kommen die Überstundenzuschläge und Nachtzuschläge, die Sie an den Arbeitstagen auch noch erarbeiten. Wir haben oben bei einem Zuschlag von nur 20 % nur mit den Überstunden (bei 20 Tagen 60 Überstunden) hier einen Wert von 1200 % errechnet, also ausreichend Stunden für 12 Arbeitstage, an denen Sie "frei" machen können. Also selbst wenn der Zuschlag geringer ausfallen sollte, sind Sie hier vor MInusstunden gut geschützt.

Damit gehe ich davon aus, dass das Arbeitszeitkonto NICHT IN Schieflage gerät.

Und wenn doch?

Minusstunden dürfen nur mit Urlaub oder Arbeitsentgelt verrechnet werden, wenn der Arbeitnehmer diese verschuldet hat. Dies ist nur möglich, wenn seine Zeit frei einteilen kann, also z..: bei Gleitzeitmodellen, in denen er unkontrolliert zuletzt kommen und zuerst gehen kann.

Arbeiten Sie jedoch, und hiervon gehe ich aus, nach den Vorgaben des Arbeitgebers ( z.B: nach seinem Dienstplan ohne eigenen Spielraum) so darf der Arbeitgeber entstehende Minusstunden nicht verrechnen, denn er trägt das Risiko , dass er ausreichend Arbeit für Sie hat und diese auch an Sie vergibt. Fehlende Stunden gehen dann also zu seinen Lasten und dürfen nicht bei Ihnen abgezogen werden. Folglich darf kein Abzug von Urlaub oder Entgelt bei Minusstunden erfolgen.

Nun zu den Feiertagen:
Bei Krankheit und gesetzlichen Feiertagen sowie auch Urlaub der in die reguläre Arbeitszeit fällt der Arbeitgeber verpflichtet, den Lohn zu zahlen. Bei Ihnen ist dies etwas kompliziert, da sie stets am stück arbeiten und frei haben. Generell gilt, wären sie an einem Feiertag zum Dienst planmäßig eingeteilt, so ist der Feiertag zu vergüten. Sprich Ihnen sind am Feiertag in Zeiten , wo Sie aufgrund des Stundenausgleichs frei haben, Arbeitsstunden im Arbeitszeitkonto gutzuschreiben bzw. der Feiertag darf vom den angesammelten Stunden nicht abgezogen werden. Arbeiten Sie an einem Feiertag dienstplangemäß ihre 11 Stunden, so sind ihnen die 11 Arbeitsstunden + Überstundenzulagen + Feiertagszulagen im Zeitkonto gutzuschreiben. Fällt der Feiertag aber auf einen nichtausgleichspflichtigen Tag nach dem Arbeitszeitkonto (z.B. in Ihren freien 3 Wochen auf einen ohnehin freien Sonntag), so wird er nicht vergütet und Sie erhalten keine Zeitgutschrift. Denn bei einer 5-Tage Woche haben Sie diesen Sonntag, der auf den Feiertag fällt, ohnehin frei. Wäre also an diesem Sonntag kein Feiertag, so würden ihnen hierfür auch keine Stunden vom Arbeitszeitkonto abgezogen werden.

Also: Immer dann wenn der Feiertag auf einen Ausgleichstag nach Arbeitszeitkonto fällt, so ist er zu vergüten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 20.01.2020 | 15:26

Guten Tag,
Vielen Dank.
Ich bekomme für Nachtschichten 25% Zulage, für Sonntage 50% und Feiertage 125%
Trotzdem noch Frei-Tage für geleistete Sonntage und Feiertage?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.01.2020 | 16:03

Liebe Fragestellerin,

die Zuschläge für Sonn- und Feiertage erhalten Sie, wenn sie an diesen Tagen tatsächlich eingeteilt sind. Sie werden Ihrem Arbeitszeitkonto als aufgebaute Arbeitszeit gutgeschrieben, so dass Sie mehr Arbeitsstunden ansammeln, als sie Freistunden in Freiphasen "ausgeben".

Trotz der Zulagen, die nur an Schichttagen anfallen, wird ein Sonn - und Feiertag vergütet ( also nicht vom Arbeitszeitkonto abgezogen), wenn Sie diesen theoretisch eingeteilt wären, aber aufgrund des Ausgleichs des Arbeitszeitkontos eine Freiphase haben. Nur "normale Werktage" (gerade nicht Sonn- oder Feiertage" werden mit 8 h gegengerechnet.

Wenn ein Sonn- oder Feiertag auf einen für Sie ohnehin ( auch ohne Ausgleich mit dem Arbeitszeitkonto) freien Tag fällt, wird dieser nicht vergütet, sie erhalten also weder Stundengutschriften noch Abzüge. Diese Tage sind für Sie also "neutral".

Ob Sie auch Anspruch auf Ausgleichstage, also zusätzliche freie Tage für Sonn und Feiertage trotz der ZUlagen, erhalten kann ich nicht sicher bestimmen. Dies hatten Sie in Ihrem Eingangsachverhalt ("ich habe in drei Wochen 20 Tage statt 15, habe also 5 Frei-Tage gut... ") so entnommen. Dies wäre eine Frage des genauen Arbeitsvertrages.

Und selbst wenn Sie nur die Zulagen erhalten würden (um dies ganz sicher zu bestimmen, müsste Einblick in den Arbeits- und eventuell bestehenden Tarifvertrag genommen werden), ist ihr Arbeitszeitkonto auch noch durch die täglichen Überstunden und deren Zuschläge sowie die Nachtzuschläge ausreichend gedeckt, um keine Minusstunden zu sammeln.

Zudem dürfen Minusstunden ohnehin vom Arbeitgeber nur berücksichtigt und die Nacharbeit gefordert werden, wenn Sie die Minusstunden verursacht haben, dies ist immer dann nicht der Fall, wenn diese durch die Einteilungen des Arbeitgebers verursacht werden.

Ich hoffe nun ist alles beantwortet. Ansonsten stehe ich ihnen ansonsten gerne telefonisch zur Verfügung.

mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow



Bewertung des Fragestellers 20.01.2020 | 13:39

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich war sehr zufrieden mit der schnellen Antwort, gerne wieder. "
FRAGESTELLER 20.01.2020 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72029 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Sehr schnelle Antwort auch auf Nachfragen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell , ausführlich, verständlich und kompetent geantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Wieder einmal hat uns eine Anfrage über dieses Anwalt-Portal sehr weitergeholfen. Sind in der Beseitigung des Rechtproblems viel weiter gekommen. Sehr empfehlenswert! Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer ist ebenfalls sehr ... ...
FRAGESTELLER