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Arbeitszeiten nach Elternzeit was kann ich rechtlich fordern ! Dringend !

01.02.2010 22:05 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren !

Ich bin seid 1998 in einem Einzelhandelsunternehmen tätig einschließlich meiner Ausbildung. Mein Gehalt variierte während der Zeit öfters da ich mich ständig weiter entwickelt habe.
Nun habe ich am 25.10.2008 mein Kind geboren und müßte am 26.10.2010 meines erachtens nach wieder arbeiten gehen. Habe 2 Jahre Elternzeit genommen.
Ich arbeitete vorher als Führungskraft einer Abteilung mit 3-4 Mitarbeitern.
Kann diesen Job nun nicht mehr ausüben, da ich nur zeitlich begrenzt und auch nur zu bestimmten Zeiten wieder arbeiten kann, denn wir haben keine andere Unterbringungsmöglichkeit außer KITA von 8.00-16.00 Uhr und die Familie oder Verwandte wohnen leider nicht vor Ort. Mein Mann ist beruflich auch sehr eingespannt das wir uns nicht reinteilen könnten.
Mein Arbeitgeber ist mit den Zeiten nicht einverstanden, und man sagte mir telefonisch schon das eine zeitliche Begrenzung vertraglich nicht festgelegt werden würde.
Nun bin ich sehr verunsichert denn ich habe in 2 Tagen ein mündliches Gespräch.
Daher bitte ich dringend um schnelle Hilfe und wäre Ihnen sehr verbunden wenn Sie mir schnell antworten würden und bedanke mich schon mal im Voraus !

Meine Fragen:

1. Besteht ein Rechtsanspruch meinerseits auf bestimmte Arbeitszeiten aufgrund der Situation das es keine andere Möglichkeit der Unterbringung gibt ? Fals ja gibt es gesetzlich vorgeschriebene Zeiten ?

2. Wenn es zu keiner beiderseitigen Einigung kommt was kann ich tun oder was könnte passieren ??? (Kündigung ????)

3. Auf was müßte ich achten wenn es zu einer Kündigung käme und welche Form der Kündigung müßte es sein das ich mit dem Arbeitsamt keine Probleme bekäme ? War noch nie arbeitslos !

4. Ist mein Arbeitgeber überhaupt dazu verpflichtet mich mit gekürzter Arbeitszeit wieder einzustellen ? (nicht gekürzte Führungsposition sondern normaler Mitarbeiter )

Nochmals besten Dank !

Mit freundlichen Grüßen
feivel6982

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

1. § 6 TzBfG bestimmt, dass der AG grundsätzlich Mitarbeitern auch in leitenden Positionen Teilzeit ermöglichen soll. Dies ist aber nur eine allgemeine Regel und gibt im Einzelfall noch keinen Anspruch. Sie müssen nach § 8 TzBfG einen Antrag auf Verringerung Ihrer Arbeitszeit stellen. Jeder Mitarbeiter hat Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit nach dieser Norm, wenn er länger als 6 Monate beschäftigt ist und das Unternehmen mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt. Es dürfen keine betrieblichen Gründe entgegenstehen. Dies regelt § 8 IV S. 2 TzBfG: "Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht."

Die Anforderungen an den AG sind hier sehr hoch. Es reicht also nicht aus, wenn Ihrem AG die Zeiten nicht recht sind, sondern er muss ein Arbeitszeitkonzpet vorlegen, dass von plausiblen wirtschaftlichen und unternehmenspolitischen Gründen getragen ist. Ihr AG müsste erklären, warum sein Unternehmenskonzept gegen Ihren Teilzeitwunsch spricht. Der Gesetzgeber gibt keine Uhrzeiten vor. Sie können also entscheiden, in welchem Umfang Sie künftig arbeiten möchten. Sie haben Anspruch auf die Tätigkeit, die in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt ist. Ob der Arbeitgeber Ihnen eine andere Tätigkeit zuweisen kann, hängt von den Bedigungen des Arbeitsvertrages ab.

Ihren Antrag auf Teilzeit müssen Sie spätestens drei Monate vor Beginn der Teilzeit stellen, früher ist es natürlich möglich.

2. Wenn Ihr AG den Antrag auf Verringerung der Arbeitszeit nicht spätenstens einen Monat vor Beginn schriftlich abgelehnt, gilt die Arbeitszeit als reduziert. Lehnt er rechtzeitig ab, können Sie das Arbeitsgericht anrufen um zu klären, ob die Weigerung der Teilzeit rechtmäßig war. Eine Kündigung wäre nur möglich, wenn eine Verringerung der Arbeitszeit wirklich wegen betrieblicher Gründe unmöglich wäre und Sie Ihre Pflichten aus dem Arbeitsvertrag wegen der Kindesbetreuung nicht mehr nachkommen könnten. Sie sollten also auf jeden Fall versuchen zunächst eine gütliche Einigung herbeizuführen, sind aber in keiner schlechten Position, weil der AG Ihren Wunsch nicht ohne weiteres ablehnen kann.

3. Sollten Sie keine Einigung erzielen und sollten Sie keine Klage wg. der Wirksamkeit der Verringerung erheben wollen, dann wäre es das beste sich auf einen Aufhebungsvertrag zu einigen, in dem man aufnimmt, dass die Aufhebung erfolgt, weil Sie wegen der Betreuung Ihre Pflicht aus dem Arbeitsvertrag nicht meht erfüllen können. In diesem Fall würde Ihnen keine Sperrfrist drohen.

4. Ihr Arbeitsvertrag läuft auch während der Elternzeit weiter, es geht also nicht um eine Wiedereinstellung. Wenn Sie keinen Antrag auf Teilzeit stellen, müssten Sie in dem Umfang in der Position arbeiten wie vor der Elternzeit. Ohne weiteres darf der AG Ihnen keinen anderen Arbeitsplatz zuweisen, auch nicht als "normaler" Mitarbeiter. Sollte ein anderen Arbeitsplatz in Teilzeit zur Vefügung stehen, wäre der AG aber verpflichtet, Ihnen dies mitzuteilen und Ihnen ggf. diesen Arbeitplatz anbieten. Grundsätzlich besteht Ihr Anspruch aber darauf den alten Arbeitsplatz in Teilzeit zu erhalten, sofern keine betrieblichen Gründe entgegenstehen. Ob es solche Gründe gibt, müsste man im Einzelfall klären, wenn der AG seine Gründe genannt hat.




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