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Arbeitsvertrag in der Schweiz, Arbeitsstelle in Deutschland

12.03.2018 10:17 |
Preis: 100,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.


Liebe Anwälte
Ich bin Schweizer Staatsbürger, lebe und arbeite in Zürich. Mein Arbeitgeber sieht nun vor, dass ich eine leitende Stellung in einem zum Schweizer Mutterhaus gehörenden Betrieb in Deutschland übernehme (ca. 2,5 Autostunden von Zürich entfernt).
Mein Lebensmittelpunkt soll weiterhin Zürich bleiben, allerdings werde ich wohl an mindestens 4 Tagen die Woche in Deutschland arbeiten und mir dafür dort auch eine kleine Wohnung suchen müssen.
Ist es möglich, dass mir mein Unternehmen einen Schweizer Arbeitsvertrag ausstellt, sich für mich also bzgl. Sozialabgaben, betriebliche Rente etc. nichts verändert? Kann ich trotzdem eine Wohnung in Deutschland mieten? Kann ich in der Schweizer Krankenversicherung bleiben oder benötige ich eine zusätzliche Versicherung in Deutschland? Ist die 60 Tage Regelung anwendbar, damit ich weiterhin nur in der Schweiz steuerpflichtig bleibe?

Einsatz editiert am 13.03.2018 15:58:43

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1. steuerliche Aspekte

Da Sie planen an 4 Tagen in der Woche in Deutschland zu verbleiben, werden Sie nicht die Vergünstigungen der Grenzgängerregelung nach Art. 15a Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) für sich in Anspruch nehmen können. Somit wäre ein Besteuerungsrecht Deutschlands bzgl. des Arbeitsentgelts gegeben.

Da Sie auch eine Wohnung in Deutschland nehmen möchten, werden Sie in Deutschland aus §§ 8 , 9 AO unbeschränkt steuerpflichtig und müssten Ihr gesamtes Welteinkommen in Deutschland versteuern.

Da Sie auch weiterhin einen Wohnsitz in der Schweiz haben werden, wäre hier eine konkurrierende Besteuerung gegeben. Nach Art. 4 des DBA dürften Sie meiner Auffassung nach in der Schweiz ansässig sein, da Sie zum einen schweizerischer Staatsbürger sind und zum anderen in Zürich Ihren sozialen Mittelpunkt haben. Sie bleiben also auch in der SAchweiz steuerpflichtig.

Sie werden also in der Schweiz ansässig sein, aber in Deutschland arbeiten. Eine Besteuerung des Arbeitsentgelts ist in beiden Staaten denkbar, um hier eine Doppelbesteuerung zu vermeiden wird Ihnen die deutschen Einkünfte aus Art. 24 Abs. 2 Nr. 1 DBA in der Schweiz nicht versteuert.

2. sozialversicherungsrechtliche Aspekte / AHV

Um hier zu einer Anwendbarkeit des schweizerischen Sozialversicherungsrechts und zu einem Verbleib in der AHV zu kommen müssten Sie von Ihrem Arbeitgeber nach Deutschland entsendet werden.

Dann kämen die Verordnung (EG) 883/2004 und (EG) 987/2009, die die Schweiz mit der EU geschlossen hat, zum tragen und Sie könnten im schweizerischen System verbleiben.

Sie müssten hierzu aber beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt bleiben, die Entsendung darf von vornherein auch nicht länger als 24 Monate dauern. Sie sollten klären, ob Ihre Krankenversicherung eine Entsendung nach Deutschland abdeckt.

Lässt sich ein solcher Entsendungssachverhalt nicht konstruieren, so würden Sie in Deutschland sozialversicherungspflichtig.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.03.2018 | 19:18

Sehr geehrter Herr RA Park
Besten Dank für die schnelle und präzise Antwort.
Wie in meiner ursprünglichen Frage erwähnt, werde ich in Deutschland eine leitende Stellung übernehmen. Ist dadurch die Möglichkeit gegeben, dass, in Verbindung mit der von Ihnen ebenfalls erwähnten Entsendung, auch "Art. 15. Abs. 4 DBA Schweiz-Deutschland" (Sonderregelung zur Zuweisung des Besteuerungsrechts von Einkünften leitend tätiger Angestellter von Kapitalgesellschaften) Wirkung entfalten wird?
Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.03.2018 | 19:26

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Gehen Sie als Vorstandsmitglied, Direktor, Geschäftsführer oder Prokurist nach Deutschland, so kommt Art. 15 Abs. 4 DBA für Sie in Frage. Hier müsste die Firma in Deutschland als Kapitalgesellschaft firmieren.

Ist Ihre Tätigkeit dann der deutschen Gesellschaft zuzurechnen, so hat Deutschland hier ein Besteuerungsrecht.

Es ist daher in der Tat davon auszugehen, dass der Art. 15 Abs. 4 DBA bei einer entsprechenden Tätigkeit auf Sie Anwendung finden wird.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

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