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Arbeitsvertrag geändert aufgund anderer Tätigkeit?


| 12.12.2017 16:52 |
Preis: 60,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von



Ich (51) arbeite seit 10 Jahren (2007) in einem Maschinenbauunternehmen, das tariflich der IGMetall zugehörig ist. Dort bin ich als Fertigungsmitarbeiterin im 2-Schicht (Früh/Spät) Betrieb mit einer tariflich festgelegten 35 Std. Woche als direkte Mitarbeiterin mit einer ERA- Entgeltstufe (EG3) unbefristet angestellt.

Vor 5 Jahren bot sich mir aufgrund zunehmend bestehender Probleme mit dem Schichtbetrieb (ärztliches Atest liegt vor!) die Möglichkeit, aus dem Schichtbetrieb in eine reguläre tägliche Arbeitszeit (7 - 15 Uhr) an einem anderen Arbeitsplatz (Empfang /Zentrale/ Kommunikationsmanagement) im indirekten Bereich zu wechseln, was ich natürlich mit viel Freude annahm und dann 2,5 Jahre mit vollem Engagement, bei gleichem Entgelt (ohne Schichtzulagen) ausführte. Mein bestehender Arbeitsvertrag wurde jedoch zu keiner Zeit angepasst!

Da diese Stelle von Beginn an stets eine Vertretungsstelle (aufgrund Krankheit einer Kollegin) und der Bedarf nicht mehr ganz so präsent war, bot sich mir im direkten Anschluß meiner Tätigkeit am Empfang/Zentrale, eine Sekretariatsstelle im Qualitätsbereich an.

Diese neue Position fülle ich nun bis heute aus, allerdings wurde auch(!) bei dieser neuen Tätigkeit mein ursprünglicher Arbeitsvertrag (Schichtbetrieb) zu k e i n e r Zeit angepasst! Nach kurzer Zeit (6 Monate) als Mitarbeiterin im Qualitätsbereich wurde mein Gehalt entsprechend einer höherwertigen Tätigkeit mit einer freiwilligen übertariflichen Zulage (FÜZ = 436 €/brutto) honoriert.

Heute (12.12.2017) habe ich erfahren, das ich nach 5 (!) Abwesenheitsjahren aus der Produktion im Schichtbetrieb, nun wieder ab 01.01.2018 zurück in die Produktion muss !!!

》Nun lautet meine konkrete Frage:
Ist eine solche Vorgehensweise meines Arbeitgebers überhaupt zulässig, oder ist hierbei nach 5 Jahren einer komplett anderen Tätigkeit, nicht schon eine "Gewohnheit" im Sinne eines möglichen Gewohnheitsrecht angezeigt bzw. ist sodann nicht auch bereits schon eine stillschweigende mündliche Vertragsänderung erfolgt, obzwar niemals schriftlich abgeändert worden ist ???

Für eine zeitnahe Rückmeldung bedanke ich mich vorab und hoffe auf eine fachgerechte sowie kompetenten Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen
12.12.2017 | 18:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Arbeitgeber kann Ihnen Tätigkeiten zuweisen, die arbeitsvertraglich zwischen Ihnen und dem Arbeitgeber vereinbart sind. Er kann im Wege des Direktionsrechtes die Zeit, den Ort und die Lage der Arbeit festlegen.

Allerdings kann der Arbeitnehmer, wenn er lange Zeit auf einem Arbeitsplatz oder in einem bestimmten Arbeitsbereich eingesetzt wird eventuell darauf vertrauen, dass der Arbeitgeber nicht mehr von seinem Direktionsrecht Gebrauch macht, d.h. die Arbeitsstelle bzw. der Arbeitsbereich hat sich konkretisiert. Es spricht nach Ihrer Schilderung viel dafür, dass Sie hierauf vertrauen dürfen. Allerdings müsste man dafür sämtliche Absprachen zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber kennen. Für ein Vertrauendürfen Ihrerseits spricht, dass Ihr Arbeitgeber Sie fünf Jahre am Empfang/Sekretariat und nicht mehr in der Produktion beschäftigt hat. Darüber hinaus dürfen Sie laut ärztlichem Attest nicht mehr im Schichtdienst beschäftigt werden. Auch hat man Sie nach dem Auslaufen der Tätigkeit am Empfang nicht wieder in der Produktion eingesetzt, sondern wiederum mit Büro-/Sekretariatsarbeitentätigkeiten betraut. Daher hat sich Ihr Arbeitsverhältnis auf diesen Bereich konkretisiert.

Die Arbeitsgerichte nehmen in solchen Fällen zusätzlich eine Interessenabwägung vor. Es wird Ihr Interesse an einer weiteren Beschäftigung in dem Bereich mit dem Interesse des Arbeitgebers an der Beschäftigung in der Produktion abgwogen. Sollten keine schwerwiegenden Gründe für eine Beschäftigung in der Produktion vorliegen, die Ihre Gründe auf Weiterbeschäftigung im Sekretariat überwiegen, haben Sie einen Anspruch auf Beschäftigung im bisherigen Bereich. Sollte ein Betriebsrat existieren, wenden Sie sich bitte an diesen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht


Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2017 | 12:05

Sehr geehrter Herr RA Hauser,
vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner evtl. etwas komplexen Fragestellung.

Es gab zu keiner Zeit etwaige verbindliche Absprachen bzw. niedergeschriebene Vereinbarungen zu geschilderter Sachlage. Meine Arbeit, die Zeit und die zwischenzeitlich neu besetzen indirekten Stellen, wurden entgegen eines eigentlich klar formulierten Direktionsrecht, niemals einer termingebundenen Frist benannt. Es wurde stets stillschweigend (nach Bedarf!) verlängert und der aktuelle Arbeitsplatz sowie der Arbeitsbereich hat sich auch für mein Verständnis derart konkretisiert und verfestigt, das eine Nichtberücksichtigung der letzten 5 Jahre doch rechtlich nicht zulässig sein dürfte. Unser Betriebsrat ist in dieser Hinsicht leider keinerlei Unterstützung, da ich bereits vor 5 Jahren als ich gesundheitsbedingt aus der Produktion (Schichtbetrieb) hinaus wollte, dieser Betriebsrat sich nicht wirklich um meine Belange kümmerte/interessierte und ich seither auch die Gewerkschaftsmitgliedschaft quittiert hatte...daher habe ich mich nun an Sie als Fachanwalt für Arbeitsrecht gewandt.

Ist es realistisch betrachtet ziel führend, hierbei rechtliche Schritte einzuleiten und gibt es Chancen auf Erfolg beim Arbeitsgericht?

Nochmals Dank für Ihre Bemühungen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.12.2017 | 13:29

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich halte einen Erfolg bei einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung für gut möglich. Das wichtigste Argument für Sie ist nicht die Zeit, sondern vielmehr, dass Sie entsprechend der neuen Tätigkeit eine Vergütungszulage bekommen haben und auch nicht mehr im Schichtdienst arbeiten können. Ihr Arbeitgeber muss vor dem Arbeitsgericht dann ein überwiegendes Interesse für den Einsatz in der Produktion (trotz Ihrer gesundheitlichen Einschränkung) darlegen. Das wird für den Arbeitgeber nicht einfach. Deshalb bestehen für Sie Erfolgsaussichten.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Arbeitsrecht


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Bewertung des Fragestellers 13.12.2017 | 18:20


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 13.12.2017
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