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Arbeitsvertrag auf See - Künstersozialkasse

| 30.01.2018 22:49 |
Preis: 45,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


Hallo,

Ich habe eine Frage bezüglich meines Arbeitsvertrags. Ich arbeite auf einem Kreuzfahrtschiff als Schauspielerin. In Deutschland bin ich als Selbstständige gemeldet und als solche auch in der KSK. Da ich die Verträge auf See etwas schwer durchschaubar finde,bin ich mir nun jedoch nicht mehr sicher, ob ich noch als Selbstständige gelte.
Folgende Situation.
Meine Schiffsverträge bestehen eigentlich aus 2 Verträgen. Der erste Vertrag betrifft die Probenzeit an Land und läuft über ein deutsches Unternehmen. Offiziell ist es jedoch ein "Ausbildungsvertrag" - wir werden quasi für die Theaterstücke und Shows auf See ausgebildet und vekommen dafür eine "Ausbildungsvergütung". Es werden keine Steuern darauf gezahlt , auch die Krankenversicherung etc muss ich selber zahlen.
Auf See bekomme ich einen anderen , ausländischen Vertrag. An Bord werde ich über den P&I Club versichert, damit werde ich über den Schiffsarzt behandelt oder je nach Situation wird mir vom Schiffsarzt ein Facharzt im jeweiligen Hafen zugewiesen. Steuern zahle ich nicht. Es handelt sich hierbei um einen zypriotischen Vertrag.
Nun gibt es noch ein neues Vertragsmodell, ähnlich einer Festanstellung. Die Konditionen (Gehaltshöhe, Versicherung und KEINE Abgabe von Steuern) sind die gleichen wie beim zypriotischen Vertrag , allerdings würde dieser Vertrag über das Land Malta laufen. Der Vorteil hier wäre, dass ich ähnlich einer Festanstellung in der EU angemeldet werde für Versicherung, Rente etc und von meinem Gehalt auch einen Teil an Abgaben selbst zahlen würde. Im Gegenzug würde mir nach einer gewissen Zeit auf See ALGI zustehen.
Nun klingt das auf den ersten Blick natürlich erstmal interessant, allerdings droht mir die KSK mit zweiterem Vertagsmodell , mich rauszuschmeißen und dass ich für die Zeit zwischen den Verträgen auf See einen Neuantrag stellen muss. Gerade als Schauspieler ist es aber leiderr sehr schwer in die KSK aufgenommen zu werden.
Ich bin parallel auch als Autorin tätig. Ich wurde in einem Buch veröffentlicht (die Ausschüttung bekomme ich allerdings nicht während der Zeit auf See; aber das Buch wird natürlich trotzdem parallel verkauft) - ich wurde auf einer CD veröffentlicht in einer ähnlichen Situation, ich leite ein eigenes Theater und verhandele aktuell für Gastspiele für dieses Theater - natürlich ist auch hier noch nicht endgültig klar, wann die Gastspiele stattfinden. Für vermittelte Gastspiele und Künstler erhalte ich eine Provision. All diese Tätigkeiten gebe ich grundsätzlich nicht auf, während ich an Bord bin.
Nun bin ich aber total verunsichert, wie meine Rechte sind, welcher Vertrag für mich der beste ist . Zudem frage ich mich , ob die deutschen "Ausbildungsverträge" während der Probenzeit legitim sind, wie ich mich da am besten verhalte OHNE meinen Job zu verlieren und ob ich diese Probenzeiten als Selbstständigkeit anrechnen lassen kann.
Ursprünglich wollte ich - ähnlich der Sitiation wenn ich als Gast am Theater engagiert bin oder einen Drehtag habe - für die betreffenden 4 Monate meine Krankenversicherung über den maltesischen Vertrag bezahlen und an die KSK in dieser Zeit nur die Rentenversicherung zahlen. Wie gesagt protestiert nun die KSK.
Zeitgleich sagt meine Krankenversicherung , die BKK VBU, dass die KSK mich nicht rausschmeißen darf, die Reederei soll mich einfach anmelden, ich soll den maltesischen Vertrag nehmen und um den Rest würde sich meine Krankenversicherung kümmern.
Und als wäre das alles nicht schon kompliziert genug, hat ein befreundeter Schauspieler, der haargenau den gleichen Arbeitsvertrag bei der gleichen Reederei wie ich unterschrieben hat, gerade die Aufnahme in die KSK genehmigt bekommen, wenn er seine Einnahmen im Ausland nachweist.
Sollte alle Stricke reißen bleibt für mich zuletzt noch die Frage: wie versichere ich mich bezahlbar während der Proben und in meiner "Schiffsfreien Zeit" ? Ich werde ca. 2 Monate an Land verbringen ehe dann - ebenfalls an Land - im Spätsommer wieder die Proben, also Arbeit, für den nächsten Vertrag beginnen.
Ich hoffe sehr auf Ihren Rat,
Danke und herzliche Grüße

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Künstlersozialkasse kann Sie nicht einfach rausschmeißen, d.h. die Mitgliedschaft beenden. Dies liegt daran, dass Sie nach Ihrer Schilderung zumindest als Autorin und als Theaterschauspielerin weiterhin selbstständig tätig sind.
Eine Festanstellung führt neben selbstständiger Tätigkeit nicht dazu, dass Sie nicht mehr Mitglied in der Künstlersozialkasse sein dürfen.
Bei der Behandlung Ihres Falles kommt es darauf an, aus welcher Tätigkeit Sie welches Einkommen erzielen.
Solange Sie vor allem selbstständig arbeiten und hieraus das höhere Einkommen erzielen, gibt es gar keine Probleme mit der KSK.
Grundsätzlich kommt es darauf an, welches Einkommen überwiegt und wie hoch es ist. Wenn das KSK-pflichtige Einkommen aus der Selbstständigkeit (Autorentätigkeit, Ausbildungsvergütung, Theaterschauspiel) überwiegt – also Ihre künstlerische selbstständige Tätigkeit – dann muss für beide Tätigkeiten (Selbständige/Angestellte) Beiträge in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.

Etwas schwieriger wird es, wenn Ihre Angestelltentätigkeit mehr Geld abwirft, als die selbständige Tätigkeit. Dann ist die Mitgliedschaft in der KSK noch nicht hinfällig, aber die Berechnungen werden schwieriger. In jedem Falle gilt: Ihre Tätigkeit als Angestellter gilt dann als Hauptberuf, wenn er mehr als 20 Stunden pro Woche ausgeübt wird und eine wirtschaftlich höhere Bedeutung als die Künstlertätigkeit hat. Ist das so, zahlen Sie über die KSK nur Rentenversicherungsbeiträge. Sozialversicherung und Krankenkassenbeiträge werden über Ihr Angestelltengehalt berechnet. Aber Sie können in der Künstlersozialkasse bleiben. Dies passt zu dem, was Sie beabsichtigen.
Ich empfehle Ihnen daher den Abschluß der Festanstellung (Malta-Vertrag), der sogar zu eine Absicherung bei Arbeitslosigkeit führt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M. (Versicherungsrecht)
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 07.02.2018 | 18:26

Ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort,
das hat mir schon sehr weiter geholfen. Leider sind KSK und Krankekasse sich immer noch uneins auf Grund des nun maltesischen Arbeitsvertrags (Festanstellung mit Krankenversicherung via Malta). Meine ergänzende Frage: Da ich nun alle Abghaben an Malta zahle, aber parallel Selbstständig bleibe, muss ich meine Versicherung doppelt - an Malta und an Deutschland zahlen? Meine Deutsche Krankenversicherung will mich komplett abmelden , so als ob ich auch nicht mehr in der KSK wäre, und leider weiß weder die KSK noch mein Arbeitgeber noch die Krankenversicherung was zu tun ist, bzw jeder behauptet etwas anderes. Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.02.2018 | 19:25

Sehr geehrte Fragestellerin,

nein, Sie müssen nicht die Abgaben doppelt zahlen. Die Krankenversicherung und Pflegeversicherung müssen Sie nicht über die KSK zahlen. Dies kann aus dem Angestelltenverhältnis gezahlt werden.
Sie sollten aber in die Rentenversicherung über die KSK zahlen und dies ist auch möglich.

Beste Grüße

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

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Bewertung des Fragestellers 31.01.2018 | 16:47

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FRAGESTELLER 31.01.2018 5/5,0
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