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Arbeitsunfall/Abmahnung/Ausbildungszeit

| 09.11.2019 14:00 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


19:41

Guten Tag,

ich befinde mich im letzten Lehrjahr als Mechaniker in einem Kleinbbetrieb, in dem der Chef gleichzeitig alleiniger Ausbilder ist.
Im Rahmen meiner Abschlussprüfung muss ich im Betrieb ein Werkstück erstellen und dokumentieren. Dieses Werkstück musste an einer Maschine gefertigt werden, die ich lediglich im 1. Lehrjahr wenige Male bedient hatte. Während der Werkstückanfertigung befand sich mein Chef im Urlaub, wie immer in solchen Zeiten arbeiten wir weitestgehend eigenverantwortlich.

Die Einweisung in Sicherheitsbestimmungen und Vorschriften zur Nutzung etc. erfolgen in unserem Betrieb in ungefähr vierteljährlichen Intervallen. Für diese Maschine ist vorgeschrieben, keine Handschuhe zu tragen.
Als ich nun das Werkstück an der mir nicht vertrauten Maschine anfertigte, trug ich - wie immer während meiner Arbeitszeit - Handschuhe. Leider wurde nun der eine Handschuh in die Maschine gezogen. Mehrere Finger wurden verdreht (Kapselriss, Fraktur). Direkt nach dem Unfall wies mich meine Chefin mündlich daraufhin, dass ich ggü. dem Arzt und der Berufsgenossenschaft nicht erwähnen sollte, dass der Betrieb die Sicherheitseinweisung zeitlich nicht 100%ig eingehalten hat.

Nun bin ich bereits die 4. Woche (und eventuell noch weitere 2 Wochen) krankgeschrieben, kann aufgrund des Unfalles nur die schriftliche Prüfung mitschreiben, jedoch den praktischen Teil nicht zu Ende bringen. Heute erhielt ich nun eine Abmahnung aufgrund vorsätzlich missachteteter Sicherheitsbestimmungen. Ich wurde darüber informiert, dass mein Lohn lediglich aus Kulanz weiterbezahlt wird und ich bei weiterem Verstoss gekündigt werde.

Nun meine Fragen:
-1.) Ist diese Abmahnung rechtens und kann er die Ausbildungsvergütung bei weiterer Krankheitsdauer einstellen?
-2.) wenn nicht, was kann ich dagegen tun?
-3.) was muss ich bei Unfallschilderung gegenüber der Berufsgenossenschaft beachten?


Freundliche Grüße

M.

09.11.2019 | 14:38

Antwort

von


(489)
Albstraße 45
73249 Wernau
Tel: 07153/9964381
Web: http://www.kanzlei-fuer-wirtschaftsrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu Ihren Fragen:

-1.) Ist diese Abmahnung rechtens und kann er die Ausbildungsvergütung bei weiterer Krankheitsdauer einstellen?

Nein, die Abmahnung ist nicht rechtens. Daher sollten Sie dieser schriftlich widersprechen und eine Gegendarstellung vornehmen. Die Gegendarstellung ist zu den Akten zu geben.

Eine Abmahnung trägt nur bei vorsätzlicher Pflichtverletzung. Allerdings hat der Ausbildungsbetrieb ggü. dem Auszubildenden eine besondere Fürsorge- und Obhutspflicht. Hinzu kommt in Ihrem Fall, dass der Ausbildungsbetrieb nachweisen muss, dass er Ihnen eine ordnungsgemäße Einweisung an der Maschine vorgenommen hat und Sie auch entsprechend beaufsichtigt werden. Ist dies nicht der Fall, liegt eine Pflichtverletzung eher beim AG als beim Auszubildenden. Vorgenannte Ausführungen können auch als Argumentation für Ihre schriftliche Gegendarstellung gegen die Abmahnung zu Grunde gelegt werden.

Die Pflichtverletzung des AG erkennen Sie auch daran, dass Ihre Chefin Sie mündlich bat, die Unwahrheit ggü. der BG auszusagen. Hierauf sollten Sie sich nicht einlassen.

Die Zahlung der Ausbildungsvergütung wegen attestierter Arbeitsunfähigkeit ist unzulässig und rechtlich nicht möglich. Hier handelt es sich um eine leere Drohung des AG.

-2.) wenn nicht, was kann ich dagegen tun?

Siehe die schriftliche Gegendarstellung unter 1.)

-3.) was muss ich bei Unfallschilderung gegenüber der Berufsgenossenschaft beachten?

Sie können und sollten wahrheitsgemäß den Unfallhergang schildern. Sie genießen als Auszubildender (aufgrund unzureichender Erfahrung an der Maschine) hinreichenden "Schutz".

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-


Rückfrage vom Fragesteller 10.11.2019 | 19:28

Vielen lieben Dank für ihre schnelle Rückmeldung, welche mir sehr geholfen hat.

Zu meiner Frage, kann ich vom Arbeitgeber wegen des Unfalls Schadenersatz geltend machen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.11.2019 | 19:41

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne.

Ob erfolgreich ein Schadensersatzanspruch durchgesetzt werden kann, hängt zum einen davon ab, ob eine Pflichtverletzung des AG nachzuweisen ist (dies dürfte hiergegeben sein, da die zeitlichen Sicherheitshinweise nicht eingehalten wurden) und zum anderen, ob Sie einen konkreten Schaden haben. Die Behandlungskosten etc. werden von der Berufsgenossenschaft getragen. Diese kommt bei Arbeitsunfällen auf. Darüber hinaus könnte Schmerzensgeld ggü. dem AG geltend gemacht werden (wenn das Gericht eine Pflichtverletzung annimmt).

Ein Schmerzensgeldanspruch könnte auf ein paar hundert Euro zielen.

Die Durchsetzung eines solchen Anspruch sollte über einen Rechtsanwalt erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 13.11.2019 | 19:07

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