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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

10.07.2018 19:19 |
Preis: 25,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Hallo,

Folgende Situation.

Ich habe mich an einem Donnerstag telefonisch bei meinem Arbeitgeber Kran gemeldet und gesagt dass ich voraussichtlich am Freitag auch nicht komme.
Ich war nicht beim Arzt, weil ich hoffte, dass ich am darauffolgenden Montag wieder zur Arbeit gehen kann.
Am Montag war ich noch nicht fit, bin also direkt zum Arzt. Dieser hat mich krankeschrieben von Montag bis einschließlich Mittwoch. Die Bescheinigung habe ich am selben Tag dem Arbeitgeber vorgelegt.
Vereinbart ist eine Vorlage der Bescheinigung ab dem dritten Arbeitstag.
Am donnerstag war dann Feiertag und am Freitag geplanter brückentag.
An dem Montag danach bekam ich mündlich gesagt, ich solle für besagten Donnerstag und Freitag eine AUB rückwirkend ausstellen lassen und abgeben.
Der Arzt hat mir diese nicht Ausgestellt, weil der Vorfall zu dem Zeitpunkt schon über eine Woche her war.

Nun, über einen Monat später bekam ich schriftlich, ich solle in Zukunft ab dem ersten krankheitstag eine AUB vorlegen.
Zusätzlich sagte man mir mündlich, dass ich den Donnerstag und Freitag (keine AUB) mit Überstunden oder Urlaub ausgleichen muss.

Nun meine Frage, ist es rechtlich in Ordnung, dass ich das mit Urlaub bzw. Überstunden ausgleichen muss?

Vielen Dank,

M. Mezger
11.07.2018 | 13:49

Antwort

von



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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Gemäß § 5 Abs. 1 S. 2 EntgeltfortzahlungsG ist ein Arbeitnehmer erst bei einer Krankheitsdauer von länger als drei Tagen dazu verpflichtet, eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen. Diese muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber am darauffolgenden Tag vorlegen. Grundsätzlich kann aber ein Arbeitgeber vom Arbeitnehmer verlangen, dass der Arbeitnehmer bereits am ersten Krankheitstag zum Arzt geht und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (folgend: AU) vorlegt.

Ist in Ihrem Arbeitsvertrag vereinbart, dass eine AU erst am dritten Arbeitstag vorgelegt werden muss, kann der Arbeitgeber eine AU nicht früher verlangen. Ist im Arbeitsvertrag keine Regelung dazu getroffen, wann der Arbeitnehmer zum Arzt gehen und sich eine AU ausstellen lassen soll, kann auch keine rückwirkende AU vom Arbeitgeber verlangt werden. Außerdem weigern sich die meisten Ärzte, rückwirkend eine AU auszustellen. Unmögliches darf aber vom Arbeitnehmer nicht verlangt werden. Folglich ist die Forderung Ihres Arbeitgebers unzulässig. Anhand Ihrer Angaben komme ich zu dem Ergebnis, dass Ihr Handeln in Ordnung war. Hingegen sind die Forderungen Ihres Arbeitgebers nicht rechtmäßig.

Die Mitteilung Ihre Arbeitgebers, dass Sie bei Nichtvorlage einer rückwirkenden AU die fehlenden Arbeitstage mit Überstunden oder Urlaub nachholen müssen, ist folglich auch unzulässig. Denn Urlaub und Krankheit stehen im Gegensatz zueinander. Sie schildern, dass Sie krank waren, daher hatten Sie keinen Urlaub und müssen für diese Krankheitszeit deshalb keinen Urlaub nehmen.

Ich komme bei Ihrem Fall schließlich zu dem Ergebnis, dass Sie die zwei Krankheitstage (Donnerstag und Freitag) nicht mit Urlaub oder Überstunden ausgleichen müssen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Anna O. Orlowa, LL.M.
Rechtsanwältin und Fachanwältin
für Bank- und Kapitalmarktrecht
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