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Arbeitsunfähigkeit - MDK - Krankengeld

26.08.2014 09:39 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Grübnau-Rieken, LL.M., M.A.


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Februar d.J. habe ich einen Bandscheibenvorfall erlitten. Da ich kurz davor gerade eine neue Arbeitsstelle angetreten hatte und somit während der Probezeit krank geworden bin, wurde mir leider gekündigt. Seitdem bin ich in orthopädischer Behandlung und im Krankengeldbezug.

Meine Krankenkasse teilte mir per Schreiben vom 24.07.2014 mit, dass dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung die Beendigung meiner Arbeitsunfähigkeit zum 01.08.2014 möglich erscheint. Des Weiteren würde meine Mitgliedschaft bei der Krankenkasse zum Ende der Krankengeldzahlung enden. War hierüber sehr geschockt und habe der Krankenkasse umgehend geantwortet.

Das Ende meiner Mitgliedschaft bei der Krankenkasse konnte ich zum Glück abwenden, u.a. durch das Argument, dass ich seit fast 20 Jahren Mitglied bei der Krankenkasse bin und man mich daher gerne weiterhin versichern möchte.

Es folgte ein weiteres Schreiben der Krankenkasse mit Datum vom 28.07.2014. Hierin informierte man mich, dass mein Orthopäde seitens des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung um eine ärztliche Stellungnahme hinsichtlich meiner Arbeitsunfähigkeit gebeten wurde. Daraufhin habe ich der Krankenkasse mitgeteilt, dass sich mein Orthopäde bis einschl. 01.08.2014 im Urlaub befindet.

Ein paar Tage später erhielt ich ein neues Schreiben der Krankenkasse (31.07.2014), mit der Bitte, mich umgehend nach dem Urlaub mit meinem Orthopäden in Verbindung zu setzen, was ich selbstverständlich auch getan habe.

Wie ich es auch meinem Orthopäden mitgeteilt habe, habe ich immer noch sehr starke Schmerzen und dürfte somit momentan nicht in der Lage sein, meinen Beruf als Sekretärin auszuüben und 40 Stunden pro Woche am Schreibtisch zu sitzen und zu arbeiten. Auch wenn sich meine Schmerzen aufgrund der Einnahme von Schmerztabletten, täglicher Krankengymnastikübungen, Walken, etc. schon gebessert haben, sind sie immer noch täglich präsent und ich habe ebenfalls immer noch Bewegungseinschränkungen, was vermutlich auf eine Bandscheibe, die durch den Bandscheibenvorfall auf den Nerv drückt, zurückzuführen ist.

Wie der Orthopäde mir bereits bei meinem Besuch am 05.06.2014 mitgeteilt hatte, sei sein Budget sowohl für dieses (d.h. II. Quartal 2014) als auch für das III. Quartal bereits völlig ausgeschöpft bzw. überzogen, so dass weitere Behandlungen und Therapiemöglichkeiten, wie z.B. Verabreichung von Spritzen, Verschreibung von Krankengymnastik oder Reha-Sport, etc., erst ab Spätherbst möglich wären. Ich möchte gern so schnell wie möglich gesund werden, was jedoch leider nicht automatisch der Fall ist – nur weil das Budget des Orthopäden erschöpft ist…

Bei meinem Praxisbesuch am 08.08.2014 wurde auf dem Auszahlungsschein für die Krankenkasse eingetragen, dass ich nicht weiterhin arbeitsunfähig bin und dass der letzte Tag meiner Arbeitsunfähigkeit der 31.07.2014 ist. Des Weiteren wurde der Hinweis „Vorstellung beim Arbeitsamt" vermerkt. Leider hielt es der Orthopäde anscheinend nicht für notwendig, selbst mit mir zu sprechen bzw. mich gar zu untersuchen, da eine der Sprechstundenhilfen mir ausrichtete, dass ich aufgrund des an den Orthopäden gegangenen Schreibens der Krankenkasse bzw. des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (wie oben erwähnt) nur bis einschl. 31.07.2014 krankgeschrieben werden dürfte.

=> Frage:
Gibt es die Möglichkeit, rückwirkend arbeitsunfähig bzw. krankgeschrieben zu werden, wenn es doch anscheinend auch möglich ist – zumindest theoretisch – rückwirkend arbeitsfähig bzw. gesundgeschrieben zu werden?

=> Frage:
Hätte der Orthopäde mich nicht genau genommen vor Erstellung der medizinischen Einschätzung sowie vor dem Ausfüllen des Auszahlungsscheines noch einmal untersuchen müssen, um meinen aktuellen gesundheitlichen Zustand realistisch beurteilen zu können? Denn dieser kann sich unter Umständen ja recht schnell ändern.

=> Frage:
Oder hat der Orthopäde mich evtl. aufgrund seines ausgeschöpften Budgets nicht untersucht, da hierbei ja Kosten entstehen würden? Gibt es nicht aber eine ärztliche Behandlungspflicht?

=> Frage:
Ist es nicht außerdem üblich, dass der Medizinische Dienst einen in so einem Fall zu einem Gutachter schickt, zwecks Untersuchung?


Ein weiteres Schreiben (vom 14.08.2014) von der Krankenkasse folgte – mit der Bitte um Zusendung der ärztlichen Stellungnahme.
=> Frage:
Müsste die ärztliche Stellungnahme nicht jedoch direkt vom Orthopäden (und nicht von mir) an die Krankenkasse geschickt werden? Denn als Patient bekommt man diese Schreiben doch gar nicht zu Gesicht. Mir wurde auf jeden Fall von einer Sprechstundenhilfe versichert, dass Schreiben von Krankenkassen bzw. vom Medizinischen Dienst seitens der Praxis zeitnah beantwortet werden, was sich wegen des o.g. Urlaubs jedoch z.Zt. etwas verzögern kann.

Aufgrund von Depressionen, Reizdarmsyndrom bzw. Reizmagen und starker Neurodermitis habe ich es in den letzten Tagen leider nicht geschafft, zur Agentur für Arbeit und / oder zu einem anderen Arzt zu gehen.
=> Frage:
Wie soll ich nun am besten weiterverfahren?

Bei Bedarf stelle ich Ihnen selbstverständlich gern die entsprechenden Dokumente als pdf-Dateien zur Verfügung.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen!


Einsatz editiert am 26.08.2014 09:49:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Gibt es die Möglichkeit, rückwirkend arbeitsunfähig bzw. krankgeschrieben zu werden, wenn es doch anscheinend auch möglich ist – zumindest theoretisch – rückwirkend arbeitsfähig bzw. gesundgeschrieben zu werden?

Das geht so nicht direkt. Es lässt sich allenfalls im Rahmen eines Gutachtens oder Attest feststellen, ob eine Krankung bereits seit einem bestimmten Zeitpunkt vorgelegen hat und ob diese zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat.

2. Hätte der Orthopäde mich nicht genau genommen vor Erstellung der medizinischen Einschätzung sowie vor dem Ausfüllen des Auszahlungsscheines noch einmal untersuchen müssen, um meinen aktuellen gesundheitlichen Zustand realistisch beurteilen zu können? Denn dieser kann sich unter Umständen ja recht schnell ändern.

Klar, denn ohne Untersuchung keine medizinische Einschätzung. Nach Aktenlage ist auch möglich, birgt aber Risiken und Ungenauigkeiten.

3. Oder hat der Orthopäde mich evtl. aufgrund seines ausgeschöpften Budgets nicht untersucht, da hierbei ja Kosten entstehen würden? Gibt es nicht aber eine ärztliche Behandlungspflicht?

Budgetprobleme sollten Ärzte nicht davon abhalten zu untersuchen. Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung und damit strafbar.

4. Ist es nicht außerdem üblich, dass der Medizinische Dienst einen in so einem Fall zu einem Gutachter schickt, zwecks Untersuchung?

Das kann die Krankenkasse von sich aus entscheiden, ob Sie sich auf Befundberichte stützen oder eine individuelle Untersuchung durch den MDK anordnen möchte.

5. Müsste die ärztliche Stellungnahme nicht jedoch direkt vom Orthopäden (und nicht von mir) an die Krankenkasse geschickt werden?

Bei Kassenpatienten ist das der Normalfall.

6. Wie soll ich nun am besten weiterverfahren?

Da Sie sich persönlich arbeitsuchend melden müssen, was sich aus § 141 SGB III ergibt.

Es gilt nun abzuklären, ob Ihnen weiter Krankengeld zusteht, wovon ich ausgehe oder Arbeitslosengeld.

Sie sollten den ALG-Antrag stellen und weiter das Krankengeld verfolgen. Die BA wird bei AU zwar die ALO-Meldung annehmen aber keine Leistung zahlen, wenn bei Bezug von Krankengeld der ALG Anspruch ruht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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