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Arbeitstelle und Hauptwohnsitz in Österreich, Eigentumswohnung in Deutschland

21.07.2013 13:17 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgendes Sachverhalt.

Ich habe eine Stelle in Österreich angenommen und habe auch eine Wohnung als Hauptwohnsitz für mich und meine Familie in Österreich Ich bin entsprechend in Österreich steuerpflichtig.

Ich habe weiterhin eine Eigentumswohnung in D.
Meine Frau ist Beamtin und ist in der Elternzeit. Sie ist momentan noch in Deutschland gemeldet und bezieht in Deutschland Kindergeld.

Fragen: muss sich meine Frau in Österreich in unserer Wohnung als Hauptwohnsitz anmelden? ergeben sich Fragen zum Lebensmittelpunkt für mich, da ich hauptsächlich in Wien arbeite und wohe?

Meine Frau möchte nach dem Ablauf der Elternzeit Ihren Job in D wieder aufnehmen. Ergeben sich daraus zusätzliche Fragen um Haupt/Nebenwohnsitz bzw. Lebensmittelpunkt? Dürfen wir zwei Wohnorte beibehalten? Können wir in zwei verschiedenen Ländern arbeitstätig sein ohne, dass es jeweils für eine Seite zu Hauptwohnsitz- und sich daraus ergebenenden Steuerimplikationen führt?

Vielen Dank im Voraus

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.

Ihre Steuerpflicht ergibt sich grundlegend aus Ihrem Wohnsitz bzw. ständigem Aufenthalt. Auch das innehaben von nicht unterhaltenen Wohnsitzen begründet eine Steuerpflicht in Deutschland. § 1 EStG in Verbindung mit §§ 8 f. AO.
So Wohnungen aufgelöst werden, so ist hier die tatsächliche Verfügungsgewalt darüber zu verstehen. Eine Eigentumswohnung kann an einen Dritten vermietet werden und der steuerliche Wohnsitz und damit die unbeschränkte Besteuerung in Deutschland entfallen. Die Wohnung leer stehen lassen genügt demnach nicht, da diese vom Eigentümer zu Wohnzwecken genutzt werden kann.
Bitte verabschieden Sie sich bei Steuerfragen von den Begrifflichkeiten Haupt- und Nebenwohnsitz, hierauf kommt es nicht an.

Mit einem Wohnsitz bzw. einer Wohnstätte in Österreich und Deutschland wären Sie danach in beiden Ländern steuerpflichtig. Für solche Fälle hat Deutschland mit einer Vielzahl von Staaten sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, mit denen geregelt wird, welche der verschiedenen Besteuerungsgrundlagen welchem Staat zufallen, damit der Steuerpflichtige nicht über Gebühr belastet wird.

Mit einem Wohnsitz in Deutschland gilt grundsätzlich, dass Sie mit Ihrem gesamten Welteinkommen in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sind.
Dem steht jedoch das Recht des österreichischen Staates entgegen, weil Sie auch hier einen Wohnsitz unterhalten und dort einer unselbstständigen Arbeit nachgehen. Nun ist anhand von Artikel 4 der DBA zu klären in welchem Vertragsstaat Sie ansässig sind und welchem Vertragsstaat die Steuern aus Ihrem Arbeitsentgelt nach Artikel 15 DBA zustehen.

Zu Ihren Fragen…

Nein, Ihre Frau muss ihren Wohnsitz nicht nach Österreich verlegen bzw. dort einen Hauptwohnsitz anmelden.

So Sie gemeinsam steuerlich veranlagt werden, ergibt sich die Problematik, dass sehr wahrscheinlich Ihr Einkommen aus der Beschäftigung in Österreich dort zu versteuern ist und dieses in Deutschland als Grundlage der Progression (§ 32 b EStG) des Steuersatzes heranzuziehen ist. Mit der Folge, dass Ihr gemeinsames deutsches Einkommen in Deutschland einem höheren Steuersatz unterfällt.
Bei getrennter Veranlagung ist Ihre ggf. geteilte Besteuerung, je nach Steuerart (vgl. § 2 EStG)in Deutschland bzw. Österreich unabhängig von der Steuerbelastung Ihrer Frau. Zur Beurteilung welche Veranlagung in Ihrem Fall zu bevorzugen ist verweise ich an einen geeigneten Steuerberater.

Sollte sich in diesem Zusammenhang Nachfragen ergeben, machen Sie bitte von der kostenfreien Nachfrage gebrauch.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt

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