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Arbeitsstunden sollen v. Arbeitgeber reduziert werden

01.06.2016 22:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung:

Stundenreduzierung durch den Arbeitgeber und Änderungskündigung

Guten Tag,

wir sind insgesamt 8 langfristig beschäftigte Mitarbeiter in einer Handelsfirma. Die Firma hat z.Zt. finanzielle Probleme und einen Unternehmensberater beauftragt. Sämtliche Mitarbeiter sollen weniger Stunden arbeiten und dementsprechend auf Gehalt verzichten. Einige der Mitarbeiter würden darauf eingehen, aber keinen Änderungs-Vertrag unterschrieben.
Heute habe ich zufällig gehört, wie der Geschäftsführer zu seiner Frau sagte: die müssen aber ALLE den Vertrag unterschreiben.
Warum ist ihm das so wichtig, dass alle Mitarbeiter unterschreiben?

Freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Warum ist ihm das so wichtig, dass alle Mitarbeiter unterschreiben?

Weil die Reduzierung der Arbeitsstunden nicht mehr vom Direktionsrecht des Arbeitgebers erfasst wird. Das bedeutet wiederum, dass eine einseitige Änderung durch den Arbeitgeber nicht möglich ist. Möchte er also die Stunden reduzieren, ist er auf die Mitwirkung der Arbeitnehmer angewiesen. Die Reduzierung muss also mit jedem Arbeitnehmer einzelvertraglich vereinbart werden.

Aus Ihren Ausführungen ist herauszulesen, dass entsprechende Änderungsverträge bereits vorgelegt wurden. Unterschreiben Sie diesen nicht, bleibt es bei der bisher vereinbarten Stundenzahl, zu der Sie dann weiterhin beschäftig und bezahlt werden müssen. Das möchte Ihr Arbeitgeber ja aber gerade nicht mehr.

Ihm bleibt dann nur noch die Möglichkeit der Änderungskündigung. Das bedeutet, er kündigt Sie, macht Ihnen aber gleichzeitig das Angebot Sie mit einer reduzierten Stundenzahl weiterzubeschäftigen. Auf diese Änderungskündigung können Sie dann unterschiedlich reagieren:

1. Sie können diese ohne Vorbehalt akzeptieren. Das Arbeitsverhältnis würde dann unter den neuen Bedingungen (weniger Stunden) weiterlaufen.

2. Sie lehnen das Änderungsangebot ab und akzeptieren die Kündigung. Das führt dann dazu, dass das Arbeitsverhältnis endet.

3. Sie lehnen das Änderungsangebot ab, akzeptieren aber die Kündigung nicht, sondern erheben Kündigungsschutzklage. Hier gilt dann das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Gewinnen Sie die Klage, läuft Ihr Arbeitsverhältnis zu den alten Bedingungen weiter. Verlieren Sie die Klage, ist Ihr Job weg.

4. Sie nehmen das Änderungsangebot unter Vorbehalt an und erheben Kündigungsschutzklage. Dies ist die sicherste Variante, wenn man die Änderung nicht vorbehaltslos akzeptieren möchte. Gewinnen Sie die Klage, läuft das Arbeitsverhältnis zu den alten Bedigungen weiter. Verlieren Sie, wird es zu den neuen Bedingungen fortgesetzt. Der Job bleibt Ihnen dann in jedem Fall erhalten, wenn auch möglicherweise zu schlechteren Bedingungen.

Sie sehen also, für den Arbeitgeber ist es wesentlich unkomplizierter und einfacher, wenn die Arbeitnehmer Änderungsverträge unterschreiben, als wenn er Änderungskündigungen aussprechen muss, bei denen damit zu rechnen ist, dass die Arbeitnehmer vor Gericht ziehen.

Bitte beachten Sie, dass eine Kündigungsschutzklage, sollte es soweit kommen, innerhalb von 3 Wochen, gerechnet ab dem Zugang der Kündigung, beim zuständigen Arbeitsgericht erhoben werden muss. Wird die Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

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