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Arbeitsrecht fristlose Kündigung


03.11.2015 18:22 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Nadiraschwili, LL.M.



Guten Abend, ich habe folgende Frage. Ich bin seit dem 16.03. krankgeschrieben. Seit Ende April bin ich langzeitkrank. Am 21.09.15 bekam ich von meinem Arbeitgeber eine Abmahnung, da ich nicht weiterhin eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt habe. Das war mir nicht bewusst. Im Falle der Wiederholung drohte man mir mit fristloser Kündigung. Am 30.10.15 war ich wieder beim Arzt, der mich weiterhin krank schrieb. Leider habe ich es versäumt, mir die Bescheinigung ausstellen zu lassen, was mir erst heute einfiel. Ich habe darauf hin meinen AG per Email informiert, das ich bis einschl. 30.11.15 krankgeschrieben bin und ich die Bescheinigung nachreiche. Muss ich jetzt trotzdem mit der fristlosen Kündigung rechnen ??
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Für den Fall, dass Ihnen der Arbeitgeber wegen der verspätet vorgelegten Arbeitsunfähigketisbescheinigung fristlos kündigt, sollten Sie dagegen wehren (ggf. Klage beim Arbeitsgericht einreichen).

Bei Nichtvorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann nach Ansicht der Rechtsprechung eine fristlose Kündigung dann wirksam sein, wenn eine Abmahnung ausgesprochen wurde und der Mitarbeiter daraufhin weiter keinerlei Reaktion zeigt (vgl. LAG Rheinland-Pfalz vom 19. Januar 2012, Az. 10 Sa 593/11). Dies könnte dann als hartnäckiger Verstoss ausgelegt werden. Dies war jedoch hier nicht der Fall, da Sie die Bescheinigung beim ersten Mal nachgereicht haben.

In der Regel muss der Mitarbeiter vor der Kündigung mindestens zweimal wegen verspäteter Krankmeldung oder nicht ordnungsgemäß vorgelegter Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abgemahnt haben. Trotz Abmahnung kommt keine Kündigung in Betracht, wenn der Mitarbeiter zu krank war, um sich ordnungsgemäß zu verhalten. Das kann beispielsweise bei einer Depression der Fall sein. Denn dann stellt die Pflichtverletzung kein vorwerfbares Verhalten dar (BAG, 3.11.2011, 2 AZR 748/10).

Reicht der Mitarbeiter dagegen trotz Abmahnung auch für den laufenden Krankheitsfall keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach, könnte die fristlose Kündigung gerechtfertigt sein. Denn dadurch macht der Mitarbeiter deutlich, dass ihm die Abmahnung egal und ein korrektes Verhalten nicht zu erwarten ist.

Ein derartiger Fall dürfte nach Ihren Schilderungen aber nicht vorliegen, da die Bescheinigungen zumindest nachgereicht werden/wurden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Nadiraschwili, LL.M. (Sydney)
Rechtsanwalt

GEISMAR Rechtsanwälte
Marburger Straße 5
10789 Berlin

www.nadiraschwili.de
www.geismar-rechtsanwaelte.de

T +49 (0)30 2347 266 14
F +49 (0)30 247 266 15

a.nadiraschwili@geismar.rechtsanwaelte.de

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