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Arbeitsrecht - Thema Weiterbildung

| 27.11.2017 16:19 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Schönen Guten Tag,

im folgenden formuliere ich mein Anliegen, weshalb ich eine Online-Rechtsberatung brauch:

Ich möchte gerne eine Weiterbildung absolvieren, aber nicht zwangsweise meinen Arbeitgeber/Kollegen hierüber aus bestimmten Gründen in Kenntnis setzten, sofern dies rechtlich geht.

Meine Fragen:
Dürfte ich ohne Meldung und Erlaubnis meines Arbeitgebers eine "Weiterbildung" zum Heilpraktiker per Fernkurs/Lehrgang absolvieren (sofern dies in meiner Freizeit geschieht), denn die Weiterbildung ist nicht staatlich, erst die Prüfung vor dem Gesundheitsamt (vor einem Amtsarzt)? Oder muss ich nur die Prüfung anzeigen?

Ebenso die Frage bezogen auf den Fachwirt f. Sozial- und Gesundheitswesen, dies ist auch ein Lehrgang an einem Ferninstitut und absolvierbar in der Freizeit (mittels E-Learning/Skripten wie beim Heilpraktiker), die Prüfung des Fortbildungsabschlusses zum Fachwirt nimmt hierbei die IHK ab.

Oder muss ich etwa weder die Teilnahme an einem der Fernskurse noch die Prüfung/ den Abschluss selbst angeben beim Arbeitgeber? Also inwieweit besteht für mich als festangestellter Arbeitnehmer hierbei Anzeigepflicht?

Besten Dank und freundliche Grüße.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Da Sie einen Arbeitsvertrag als Arbeitnehmer haben, sind Sie verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber Nebentätigkeiten anzuzeigen. Vermutlich ist eine solche Anzeige - oder gar Erlaubnispflicht auch ausdrücklich im Arbeitsvertrag geregelt, was Sie einmal überprüfen sollten.

Für eine Weiterbildung als Heilpraktiker mit entsprechenden Lehrgängen ist meines Erachtens eine Anzeigepflicht gegeben.
Hier wird man wohl wegen der Kombination aus Praxis und Theorie von einer Nebentätigkeit oder Nebenbeschäftigung ausgehen müssen

Die Frage ist jedoch, ob ein Fernstudium eine solche Nebentätigkeit darstellt. Grund für die Anzeigepflicht ist die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben, wie gesetzlich festgelegter Ruhezeiten. Es soll sichergestellt sein, dass Sie Ihre Arbeitskraft grundsätzlich voll dem Arbeitgeber zur Verfügung stellen und nicht durch weitere Nebentätigkeiten beeinträchtigt werden, ohne dass Ihr Arbeitgeber zugestimmt hat. Unter dieser Zielsetzung müssen Sie Anzeige- bzw. Genehmigungspflicht sehen. Außerdem möchten Arbeitgeber so sicherstellen, dass Sie nicht bei einem Konkurrenten arbeiten. Ein Fernstudium ist aber kein Beschäftigungsverhältnis. Und wenn Sie das Fernstudium ausschließlich in Ihrer Freizeit absolvieren, ist es Ihre „Privatsache". Für ein Fernstudium benötigen Sie daher meines Erachtens keine Erlaubnis vom Arbeitgeber und es besteht auch keine Anzeigepflicht.

Ob Ausbildung selbst oder nur Prüfung angezeigt werden müsste, ist dagegen meines Erachtens nicht von Belang. Es geht im Ergebnis um Konkurrenzschutz einerseits und Sicherstellung Ihrer "ungeschmälerten" Arbeitskraft andererseits.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 11.12.2017 | 00:32

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