Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeitsrecht-Probezeit-Schadensregulierung erlaubt?

17.05.2011 13:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias Drewelow


Ich war bis gestern 6 Wochen bei einen Arbeitgeber (als Werkstattleiter ohne Vertrag) beschäftigt der davon 2 Wochen im Krankenhaus verbracht hatte.
Heute ruft er mich an und teilt mir mit, das er mir ca 250 Euro vom Lohn abziehen will. Grund:
Ich hatte in der Zeit wo mein Chef im Krankenhaus gewesen ist an einen Kunden statt 150 Bolzen 161 Bolzen ausgeliefert. Nun möchte er den Schaden von mir ersetzt haben. Ist das Rechtens? Kann ich was dagegen unternehmen?

Das Unternehmen hat ausser Chef und Chefin 4 Angestellte.



Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:

Ihrem Arbeitgeber ist demnach ein Schaden durch Ihre Tätigkeit im Betrieb entstanden.
Da Sie vertraglich mit Ihrem Arbeitgeber verbunden sind, könnte man zunächst einmal denken, Sie müssten ihm verursachte Schäden tatsächlich ersetzen.

Da im Arbeitsverhältnis jedoch der Arbeitgeber viel besser etwaige Gefahren überschauen kann und weil der Arbeitgeber auch den wirtschaftlichen Erfolg Ihrer Arbeit (zum großen Teil) einstreicht hat die Rechtsprechung besondere Grundsätze der Haftungsverteilung im Arbeitsverhältnis entwickelt.

Danach gibt es drei verschiedene Verschuldensstufen auf denen die Haftung des Arbeitnehmers jeweils unterschiedlich gehandhabt wird.

Bei leichter Fahrlässigkeit des Arbeitnehmers entfällt jegliche Haftung. Bei mittlerer Fahrlässigkeit wird zumeist eine Haftungsquote zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer gebildet.

Bei grober Fahrlässigkeit trägt der Arbeitnehmer zumeist den gesamten Schaden selbst.

Nun stellt sich die Frage, wie denn Ihr Fall einzuordnen ist. Hier wurden 11 Bolzen zu viel ausgeliefert. Das ganze ereignete sich während der Probezeit, sodass Sie bei der Bewältigung Ihrer Arbeit nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen konnten.

Zudem ereignete sich die Angelegenheit währen der Arbeitgeber nicht im Betrieb war und daher auch keine Hilfestellungen geben konnte.

Nun fehlen zwar konkrete Angaben Ihrerseits, wie es zu dieser Falschlieferung kommen konnte – der erste Anschein spricht aber dafür, dass die Zuviel-Lieferung jedem Arbeitnehmer hätte passieren können.

Bei einer Stückzahl von 161 Bolzen ist eine Abweichung von 11 Bolzen auch eher vernachlässigbar.

Man kann in Ihrem Fall daher gut die Ansicht vertreten, dass dies einen Fall einfachster Fahrlässigkeit darstellt.

In der Argumentation müsste man dies noch mit Argumenten unterfüttern – durch nähere Ausführungen, wie es zu der Zuviel-Lieferung gekommen ist.

Nimmt man leichte Fahrlässigkeit an, dann kann Ihr Arbeitgeber Ihnen den Schaden vom Lohn abziehen.


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen weiter geholfen zu haben.


___

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren. Nutzen Sie hierzu die kostenlose Nachfragefunktion, die persönliche Beratungsanfrage oder die kanzleieigenen Kontaktmöglichkeiten. Beachten Sie bitte, dass im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion nur Fragen beantwortet werden können, die den Regeln dieses Forums entsprechen.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.

Nachfrage vom Fragesteller 30.05.2011 | 10:03

Bei leichter Fahrlässigkeit des Arbeitnehmers entfällt jegliche Haftung.
Nimmt man leichte Fahrlässigkeit an, dann kann Ihr Arbeitgeber Ihnen den Schaden vom Lohn abziehen.
Bei einer Stückzahl von 161 Bolzen ist eine Abweichung von 11 Bolzen auch eher vernachlässigbar.

Gekommen ist es zu der Falschlieferung; Mitarbeiter hat gezählt ich eine Falsche Zahl im Kopf gehabt und darüber hinaus waren es ein paar Aufträge zuviel für mich in dem moment.
Ich habe dem GF ein Fax geschickt indem ich die Schuld eingestehe und habe ihm eine Rücklieferung nebst aufwandsentschädigung zu meinen Kosten angeboten. Er hat sich nicht gemeldet und Lohn konnte ich noch nicht kontrollieren weil dieser spätestens am 10.6. erfolgt.

Jetzt verstehe ich noch nicht Ihre obrige Aussage. Und wie Verhalte ich mich nun Rechtens?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.05.2011 | 12:04

Sehr geehrter Fragesteller,

nach Ihren Ausführungen kamen mehrere Faktoren zusammen, die den Fehler begünstigt haben. Ihnen ist eine nur kurze Unachtsamkeit vorzuwerfen, während Ihr Arbeitgeber auch dafür zu sorgen hat, dass Ihre Arbeitsbedingungen gerade in der Anfangszeit angemessen sind. Sie schreiben von zu vielen Aufträgen in dem Augenblick Ihrer Unachtsamkeit.Dass Aufträge in einem gleichmäßigen Rhythmus abzuarbeiten sind - dafür hat Ihr Arbeitgeber zu sorgen. Dieser trägt demnach eine Mitschuld an der Pflichtverletzung. Zudem zieht er den wirtschaftlichen Nutzen aus Ihrer Tätigkeit. Alles in allem kann hier nur von leichter Fahrlässigkeit ausgegangen werden. Daran ändert auch Ihr Schuldeingeständnis nichts. Im Streitfall kann die Verschuldensfrage immer noch geklärt werden - Ihr Eingeständnis ist nicht bindend und vor neuen Erkenntnissen nicht gefreit. Fordern Sie daher unter Fristsetzung den ausstehenden Lohn ein. der Lohnabzug war rechtswidrig.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Mathias Drewelow
(www.mv-recht.de)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69697 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Verständliche Antwort in sehr angemessener Zeit, auch bezüglich meiner Nachfrage. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herzlichen Dank für Ihre kompetente und situationserfassende Einschätzung und Beratung - hat mir sehr geholfen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Erstklassig, sehr schnell und äußerst hilfreich mit den entsprechenden Verweisen. Danke! ...
FRAGESTELLER