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Arbeitsrecht - Ablehnung Arbeitszeitverkürzung

| 27. Juli 2022 21:22 |
Preis: 50,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

mein arbeitsrechtliches Anliegen als "Mitarbeiterin Fundraising & Öffentlichkeitsarbeit":

Vor drei Monaten stimmte mein Arbeitgeber einer vorübergehenden Verringerung meiner Arbeitszeit zu (von 38 Std/Woche auf 8 Std/Woche). Diese drei Monate sind demnächst vorbei, und ich habe in einem Antrag um Verlängerung der Arbeitszeitverkürzung gebeten, da ich für ein weiteres Jahr nur 8 Std/Woche arbeiten möchte. Ich arbeite seit drei Monaten für einen zweiten Arbeitgeber (32 Std./Woche), was ich bereits beim ersten Antrag vor drei Monaten kommuniziert habe.

Mein Arbeitgeber hat in einem offiziellen Schreiben die Verlängerung der Arbeitszeitverkürzung ohne Begründung abgelehnt. In einer zusätzlichen Mail schreibt mein Vorgesetzter, meine Tätigkeit (Fundraising) sei in nur 8 Std/Woche nicht ausreichend zu erfüllen.

Meiner Meinung nach ist das aber keine haltbare Begründung, weil:

a) bereits bei der ersten Arbeitszeitverkürzung vor drei Monaten Aufgaben im Fundraising umverteilt wurden, sodass ein Teil der Tätigkeiten durchaus in 8 Std/Woche von mir erledigt wird (den verbleibenden Anteil an Tätigkeiten im Fundraising hat mein Vorgesetzter übernommen) und weil

b) mein Aufgabenbereich offiziell zweigeteilt ist: Ich bin "Mitarbeiterin Fundraising & Öffentlichkeitsarbeit". Ich habe in den letzten Jahren wiederholt Interesse daran geäußert, mehr Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen, da ich im Fundraising nicht ausreichend beschäftigt war. Allerdings wurde ich von meinem Vorgesetzten nur in geringem Ausmaß im Bereich Öffentlichkeitsarbeit einbezogen - diesen Bereich bearbeitet er hauptsächlich selbst sowie drei Kollegen. Etwa zeitgleich mit meinem Antrag auf Verlängerung der Arbeitszeitverkürzung hat ein Kollege aus der Öffentlichkeitsarbeit einen Antrag auf Aufstockung der Arbeitszeit gestellt. Dieser soll laut Aussage meines Vorgesetzten genehmigt werden ("Ich bin zuversichtlich, dass das klappt").

Ich frage mich: Er kann doch nicht meinen Antrag ablehnen und gleichzeitig einen Kollegen mit mehr Stunden pro Woche in der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen - oder? Und sollte langfristig tatsächlich eine Arbeitskraft im Bereich Fundraising fehlen, könnte in diesem Bereich durchaus ein neuer Mitarbeiter eingestellt werden - oder?

Für Einschätzung sowie mir zur Verfügung stehenden Schritte, um gegen die Entscheidung meines Arbeitgebers vorzugehen (und wie realistisch meine Chancen dabei sind), wäre ich sehr dankbar.

MfG Wibke Weier

27. Juli 2022 | 23:55

Antwort

von


(414)
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86899 Landsberg
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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider teilen Sie die für die rechtliche Beurteilung relevanten Daten zur Größe des Arbeitgebers nicht mit.

Gem. § 8 und § 9a TzBfG können Sie die Verringerung Ihrer Arbeitszeit beantragen und ggf. gerichtlich durchsetzen.

§ 8 TzBfG regelt die zeitlich nicht begrenzte Verringerung der Arbeitszeit (ohne Rückkehroption).
§ 9a TzBfG bietet das Gleiche, aber mit einer Rückkehroption zur früheren Arbeitszeit.


Das Arbeitsverhältnis muß länger als sechs Monate bestanden haben.

Der Betrieb hat mehr als 15 Arbeitnehmer.

Sie müssen die Verringerung Ihrer Arbeitszeit und den Umfang der Verringerung spätestens drei Monate vor deren Beginn in Textform geltend machen und dabei die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben.

Der Arbeitgeber hat mit Ihnen die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit mit dem Ziel zu erörtern, zu einer Vereinbarung zu gelangen.

Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend Ihren Wünschen festzulegen, soweit dem nicht spezielle betriebliche Gründe entgegenstehen, die in der Organisation, Arbeitsabläufen oder der Sicherheit im Betrieb liegen oder unverhältnismäßige Kosten verursachen.

Die Entscheidung hat der Arbeitgeber Ihnen spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Verringerung in Textform mitzuteilen.

Ansonsten gilt die beantragte Verringerung der Arbeitszeit in dem von Ihnen gewünschten Umfang.

Allerdings können Sie eine erneute Verringerung der Arbeitszeit frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, nachdem der Arbeitgeber einer Verringerung zugestimmt oder sie berechtigt abgelehnt hatte.

Auf die nach Ihrem Empfinden falsche Begründung kommt es daher aktuell nicht an.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 28. Juli 2022 | 06:13

Herzlichen Dank für diese sehr hilfreiche Erklärung.

Eine Verständnisfrage zu Ihrem Punkt: "Allerdings können Sie eine erneute Verringerung der Arbeitszeit frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, nachdem der Arbeitgeber einer Verringerung zugestimmt oder sie berechtigt abgelehnt hatte"

Bedeutet das: Wenn ich in einem ersten Antrag darum gebeten habe, dass meine Arbeitszeit vom 1.6.22 bis zum 31.8.22 verringert wird und im zweiten Antrag um "Verlängerung" vom 1.9.22 bis 31.8.23 bitte, ist das nicht möglich, da der Zeitraum zwischen erstem und zweitem Antrag geringer als 2 Jahre ist?

Zu den fehlenden Daten:

Größe meines Arbeitgebers: ca. 300 Mitarbeiter regional in meiner Arbeitsstelle, deutschlandweit mehr als 50.000 Mitarbeiter.

Ich arbeite dort länger als 6 Monate.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28. Juli 2022 | 08:26

Das ist grundsätzlich richtig:

§ 8 Abs. VI TzBfG bestimmt:

Der Arbeitnehmer kann eine erneute Verringerung der Arbeitszeit frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, nachdem der Arbeitgeber einer Verringerung zugestimmt oder sie berechtigt abgelehnt hat.

Aber Sie wollen keine erneute Verringerung sondern eine Verlängerung der bereits laufenden verringerten Arbeitszeit.

Deshalb sollten Sie prüfen, ob Sie Ihr Anliegen richtig eingeleitet haben und ansonsten alle Voraussetzungen gegeben sind.

Wenn der Arbeitgeber unnachgiebig bleibt ist der Gang zum Arbeitsgericht möglich und ggf. unvermeidlich.

Bewertung des Fragestellers 30. Juli 2022 | 01:49

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