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Arbeitsplatz in der Schweiz - Wann wird noch in Deutschland versteuert

27.03.2011 22:29 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Guten Tag,

ich wechsel zum 1.9.2011 zu einem Schweizer Unternehmen (als leitender Angestellte) und plane auch meinen Lebensmittelpunkt langfristig in Zürich zu haben.

Folgende Fragen habe ich noch nicht beantwortet:

1. Unterliegen die Einkünfte vom 1.9. bis 31.12. 2011 den schweizer oder deutschen Steuerbehörden, da ich ja bis zum 30. Juli noch in Deutschland angestellt bin?

1a.) Falls ich sowieso für dieses Kalenderjahr der deutschen Besteuerung unterliege würde ich meine Wohnung in Frankfurt noch nicht aufgeben und für Homeoffice und Wochenende nach Frankfurt pendeln (in diesem Kalenderjahr). Kann ich dann die Miete in Zürich und die Fahrten dorthin von der Steuer absetzen?

2. Ich führe mehrere Kapitalanlagen (Rentenfonds, Immobilienfonds, Aktienfonds, Aktien) bei verschiedenen deutschen Banken. Ausserdem bin ich Teilhaber an einer sehr kleinen GmbH die hin- und wieder Gewinne ausschüttet (manchmal auch Verluste). Sind diese Anlagen in Deutschland steuerpflichtig?

3. Wenn meine Freundin und ich heiraten und sie in Deutschland lebt (und angestellt ist) und ich in der Schweiz lebe und angestellt bin - wie wirkt sich das auf die Steuerlast aus?

4. Ich erhalte in Deutschland eine gesetzliche Unfallrente in Höhe von 600 euro pro Monat in Folge eines Arbeitsunfalls. Entfällt diese wenn ich mich in Deutschland abmelde?

Ich danke Ihnen für eine Erstberatung und würde bei entsprechender Kompetenz auch gerne in eine langfristige Geschäftsbeziehung mit Ihnen treten.

Mit freundlichen Grüssen

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

Bitte beachten Sie, dass die nachfolgenden steuerrechtlichen Hinweise nur eine erste Einschätzung darstellen können und eine persönliche Beratung nicht ersetzen können.

Da Sie mehrere Fragen stellten, setze ich die Antwort jeweils unter die Fragen:

1. Unterliegen die Einkünfte vom 1.9. bis 31.12. 2011 den schweizer oder deutschen Steuerbehörden, da ich ja bis zum 30. Juli noch in Deutschland angestellt bin?


Da Sie insgesamt weniger als 183 Tage in der Schweiz gearbeitet haben, bleibt für das Jahr des Arbeitsplatzwechsels das Besteuerungsrecht bei der Bundesrepublik Deutschland.

1a.) Falls ich sowieso für dieses Kalenderjahr der deutschen Besteuerung unterliege würde ich meine Wohnung in Frankfurt noch nicht aufgeben und für Homeoffice und Wochenende nach Frankfurt pendeln (in diesem Kalenderjahr). Kann ich dann die Miete in Zürich und die Fahrten dorthin von der Steuer absetzen?

Sie unterliegen im Jahr 2011 der deutschen Besteuerung und können daher die genannten Aufwendungen (Miete, Wochenendheimfahrten) als Kosten der doppelten Haushaltsführung geltend machen.

2. Ich führe mehrere Kapitalanlagen (Rentenfonds, Immobilienfonds, Aktienfonds, Aktien) bei verschiedenen deutschen Banken. Ausserdem bin ich Teilhaber an einer sehr kleinen GmbH die hin- und wieder Gewinne ausschüttet (manchmal auch Verluste). Sind diese Anlagen in Deutschland steuerpflichtig?

Da Sie in Deutschland wegen des Beibehaltens eines Wohnsitzes unbeschränkt steuerpflichtig sind, müssen Sie sämtliche Kapitalerträge, gleich ob aus Deutschland oder anderen Ländern, hier versteuern. Auch die Dividenden aus der Gewinnausschüttung der GmbH. Für Einkünfte aus Kapitalvermögen gilt jedoch der einheitliche Steuersatz der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer.

3. Wenn meine Freundin und ich heiraten und sie in Deutschland lebt (und angestellt ist) und ich in der Schweiz lebe und angestellt bin - wie wirkt sich das auf die Steuerlast aus?

Wenn Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland beibehalten, versteuern Sie in der Schweiz als Tätigkeitsort die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Ihre Ehefrau kann dann Lohnsteuerklasse III wählen und bei einer Zusammenveranlagung in der Jahressteuererklärung müssen Sie die schweizerischen Einkünfte angeben, diese wirken sich dann nur bei dem Steuertarif über den sogenannten Progressionsvorbehalt aus. Sie sollten auf jeden Fall durchrechnen lassen, ob dabei die Einzelveranlagung in Deutschland die günstigere Alternative ist.

4. Ich erhalte in Deutschland eine gesetzliche Unfallrente in Höhe von 600 euro pro Monat in Folge eines Arbeitsunfalls. Entfällt diese wenn ich mich in Deutschland abmelde?

Die Unfallrente entfällt nicht bei Abmeldung aus Deutschland für den Umzug in die Schweiz.

Die Abmeldung aus Deutschland ist für die Aufgabe des Wohnsitzes in Deutschland kein entscheidendes Merkmal. Entscheidend ist, ob Sie hier in Deutschland eine Wohnung aus eigenem Recht ständig nutzen können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Nachfrage vom Fragesteller 27.03.2011 | 23:47

Vielen Dank. Hier noch eine Nachfrage zu Punkt 2.)

Mein Lebensmittelpunkt ab 2012 soll aber die Schweiz sein (Wohnort, Arbeitsort, Steuerort). Wie verhält es sich dann mit dem Versteuern der Anlagen und Beteiligungen?

Mit freundlichen Grüssen,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.03.2011 | 09:15

Sehr geehrter Fragesteller,

sofern Sie ab 1.1.2012 nur noch in der Schweiz ansässig sind, versteuern Sie nur dort.

Sollten Sie in Deutschland dann noch einen Wohnsitz haben - dieser muss nicht Lebensmittelpunkt sein - dann müssen Sie diese Einnahmen in Deutschland weiterhin versteuern. Wenn Ihre zukünftige Ehefrau weiter in Deutschland bleibt, wird vermutet, dass Sie bei Beibehaltung einer gemeinsamen Wohnung hier den Lebensmittelpunkt haben, auch wenn Sie sich zeitlich länger in der Schweiz aufhalten,

mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtanwältin
Steuerberaterin

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