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Arbeitslosmeldung trotz Krankheit


05.10.2007 16:32 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Sehr geehrte Damen und Herren,

ein AN hat die Kündigung (betriebsbedingt) erhalten, wird aber nach der Kündigung noch während des Beschäftigungsverhältnisses über einen noch nicht absehbaren Zeitraum länger krank.
Erhält er dann - nach der 6-wöchigen Lohnfortzahlunhg des AG - Krankengeld (und wie lange) oder muß er sich trotz ärztl. Krankschreibung arbeitslos melden und erhält dann u.U. ALG I?
Schmälert der Bezug von Krankengeld der Kasse die Dauer des ALG?

Mit der Bitte um kurzfristige Info + mfg
Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers bei Arbeitsunfähigkeit – sog. Entgeltfortzahlung - besteht bis zum Ende der Kündigungsfrist des Arbeitsverhältnisses. D.h. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sechs Wochen, danach Krankengeld, falls Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt noch besteht.

Aufgrund der Kündigung hat eine Meldung beim Arbeitsamt – unverzüglich – zu erfolgen. Auf die wohl länger andauernde Erkrankung ist dabei hinzuweisen. Ggf. kommt deshalb ggf. ein zukünftiges Rentenverfahren in Betracht.

Bei Arbeitslosigkeit würden Sie zunächst ALG I erhalten, soweit Sie die Voraussetzungen erfüllen. Sind Sie während des Bezuges von ALG I arbeitsunfähig erhalten Sie Krankengeld, nach einer sechswöchigen Frist in der Sie – wie im Arbeitsfall - eine Leistungsfortzahlung erhalten, § 126 SGB III. Hinsichtlich der AU haben Sie Meldung bei der Krankenkasse zu machen. Krankengeld können Sie wegen derselben Krankheit maximal 78 Wochen erhalten, wobei Entgeltfortzahlungszeiträume diese Laufzeit nicht verlängern, d.h. inklusive sind.

Für die Dauer des Krankengeldbezuges ruht der Anspruch auf ALG I, § 142 SGB III.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -


www.ra-freisler.de
www.kanzlei-medizinrecht.net




Nachfrage vom Fragesteller 05.10.2007 | 19:01

Sehr geehrter Herr Freisler,
vielen Dank für Ihre Antwort. Aber ist es nicht - sorry, soll keine Kritik sein - unlogisch, sich arbeitslos zu melden, obwohl man aufgrund Krankheit gar nicht in der Lage ist, zu arbeiten?
Und würde es dann nicht - im Interesse des AN (weil schon älter und 50 % behindert) - Sinn machen, sich noch vor der Kündigung krankschreiben zu lassen?
Wäre Ihnen wirklich für die - bitte zeitnahe - Beantwortung dieser kurzen Nachfrage dankbar.
Mit freundlichem Gruß, J.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.10.2007 | 19:20

Sie haben sich in jedem Fall aufgrund der Kündigung arbeitslos zu melden, wollen Sie während Arbeitslosenleistungen beziehen. Wollen Sie dies nicht, oder können Sie mit Sperrzeiten oder Leistungskürzungen leben, ist ein anderes Vorgehen selbstverständlich auch möglich.

Ungeachtet dessen rate ich Ihnen zu prüfen, ob nicht ein Vorgehen gegen die Kündigung an sich aufgrund der Schwerbehinderung sinnvoll ist.

Mit freundlichen Grüßen

Martin P. Freisler
Rechtsanwalt

www.ra-freisler.de

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