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Arbeitslosengeld I und II


10.11.2006 12:14 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

nach der Beendigung eines befristeten Arbeitsvertrages bei einer Universität als wissenschaftlicher Mitarbeiter wurde ich arbeitslos und beziehe jetzt Arbeitslosengeld 1. Durch meine Tätigkeit an der Uni hätte sich eine Möglichkeit zur Promotion ergeben, was aber auch von externen Finanzierungsmöglichkeiten abhinge. Bei den Gesprächen mit dem Betreuer vom AA wurde mir gesagt, dass bei Bezug von Arbeitslosengeld keine Freistellung vom "Zur Verfügung stehen für den Arbeitsmarkt" für eine Promotion erfolgen kann und sinngemäß, dass es sich dabei auch um eine Überqualifikation handele, die am Bedarf vorbeigehe.

Meine Frage ist, ob man tatsächlich nicht offiziell und mit Zustimmung und Billigung des AA promonvieren darf und dafür auch von eine Vermittlung freigestellt wird und, im Zusammenhang damit, ob eine Promotion durch den Berater generell als Überqualifikation eingestuft werden kann oder darf. Es stellt sich für mich auch die Frage, wie so eine Haltung gegenüber akademischen Laufbahnen allgemein zu bewerten ist. Ist eine Promotion, die i. d. R. entsprechend individuell und gut motiviert ist, nicht gleichbedeutend zu bewerten wie andere viele tausend Euro teure, manchmal eher fragwürdige Förder- oder Umschulungsmaßnahmen, die vom AA anerkannt werden? Ist eine Promotion nicht auch eine sinnvolle Maßnahme, um eine Phase der Arbeitslosigkeit zu überbrücken und sich in seinem Fachgebiet weiter zu qualifizieren?

Wichtig wäre für mich zu wissen, ob das AA eine Promotionstätigkeit als Fortbildung anerkennen und dementsprechend auch AG gezahlt werden müsste; dies dann auch im Zuammenhang mit dem Bezug von AG II, da es i. d. R. kaum möglich ist, in eineinhalb Jahren (AG I) eine Promotion zu beenden?

Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrter Ratsuchender,


auch wenn die Auffasung der Sachbearbeiterin inhaltlich unzutreffend ist, ist sie leider im Ergebnis dann doch zutreffend.


Sie haben zwar insoweit Recht, als die Sachbearbeiterin die Promotion nicht als Überqualifikation einstufen darf. Es ist nicht ersichtlich, warum es durch diese durchaus sinnvolle Zusatzausbildung dazu kommen sollte.

Aber genau das wiederum ist auch der hier entscheidende Punkt:

Anzuerkennende Fortbildungsmaßnahmen sollen den beruflichen Aufstieg ermöglichen, bzw. der beruflichen Eingliederung dienen.

Und dieses gilt nicht für die Promotion. Diese wird - im Gegensatz zur Vorbereitungszeit zur Promotion - nicht anerkannt, da eine Notwendigkeit zur Anpassung von Fertigkeiten an die beruflichen Anforderungen nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht hergestellt werden könne.


So sieht die derzeitige, für Sie nachteilige Rechtslage aus, so dass ich Ihnen hier wenig Hoffnung machen kann.

Dass dieses wirtschaftlich nicht nachvollziehbar ist, ändert daran leider nichts.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2006 | 13:46

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

vielen Dank für Ihre prompte Antwort.

Nun, ich könnte mir vorstellen, dass eine Promotion durchaus dem beruflichen Austieg und der Eingliedung - speziell bei akademischen Laufbahnen dient. Oft ist Spezialwissen gefragt, das man sich nicht mal eben so aneignen kann. Und bei allem Respekt, das allgemeine Bildungsniveau steigt auch. D. h. viele sind heute schon Dipl. Ing. o. ä. Bei manchen Stellenangeboten ist eine Promotion sogar Voraussetzung.

Aber was nützt es?
Einen Prozess könnte ich deswegen wahrscheinlich nicht durchhalten.

Trotzdem vielen Dank.
Mit freundlchen Grüßen
Der Ratsuchende.


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.11.2006 | 14:35

Sehr geehrter Ratsuchender,

faktisch betrachtet, werden Sie sicherlich Recht haben, nur ändert dieses nichts an der bestehenden Rechtslage, die mE derzeit schlecht aussieht.

Daher glaube ich auch nicht, dass Ihnen dann im Verfahren Prozesskostenhilfe gewährt werden würde, da es eben an den Erfolgsaussichten scheitern dürfte.

"Schönschreiberei" hilft Ihnen dann nicht weiter.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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