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Arbeitslosengeld I - Bezugsdauer bei Eigenkündigung


| 29.07.2007 14:53 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Hallo
Bin am 19.11.1944 geboren und habe bis zum 31.3.2008 528 Monate Beiträge in die gesetzliche Renten-und Sozialversicherung (West) eingezahlt. Laut Rentenauskunft sind auch noch 23 Monate an Anrechnungszeiten vorhanden (Fachschulzeiten).
War noch nie arbeitslos und möchte jetzt ab 31.3.2008 mit dem arbeiten aufhören aber nicht direkt in Altersrente für langjährig Versicherte gehen, sondern erst Arbeitslosengeld I beziehen um Rentenabschläge zu vermeiden.
Habe daher mein Angestellten-Arbeitsverhältnis (bin im Okt.2007 20 Jahre in der jetzigen Firma) schriftlich im April 2007 auf 31.3.2008 selbst gekündigt (ohne Abfindung). Dürfte bei meinem Arbeitgeber auch bis zum 80.Geburtstag arbeiten.
Werde daher voraussichtlich eine Sperrfrist von 3 Monaten in Kauf
nehmen müssen ( bin nicht schwerbeschädigt).

Frage: Zu welchem Zeitpunkt muss ich mich bei der Arbeitsargentur
arbeitslos melden (Datum), ab wann beginnt die Sperrfrist und ab wann und wielange erhalte ich dann Arbeitslosengeld I ( Datum von bis ..)? Nach Ende des Arbeitslosengeldbezugs möchte ich dann in die Altersrente gehen. Wieviele Monate vor meinem 65.Geburts-
tag kann ich dann mit Rentenabschlag xx% in Rente gehen ?

Besten Dank für eine Antwort.

Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

Sie müssen sich spätestens drei Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitssuchend melden ( § 37 b SGB III), also spätestens zum Jahresende 2007. Zur Fristwahrung reicht eine telefonische Meldung aus, wenn die persönliche Meldung nach Terminvereinbarung nachgeholt wird.
Als eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld I müssen Sie sich zusätzlich (frühestens drei Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit) bei der zuständigen Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos melden ( § 122 SGB III).

Sperrzeitbeginn ist der Tag, an dem Beschäftigungslosigkeit vorliegt. Wenn Sie nicht bereits vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses unwiderruflich von der Arbeitspflicht freigestellt werden, ist der Beginn der Sperrzeit also der 1.4.2008. Die Dauer der Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe beträgt zwölf Wochen ( § 144 Abs. 3 SGB III). Die Dauer des Anspruches auf Arbeitslosengeld beträgt (ohne Berücksichtigung der Sperrzeit) 18 Monate (á 30 Tage, § 127 Abs. 2 SGB III). Die Anspruchsdauer mindert sich allerdings um die Anzahl von Tagen einer Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe, in Fällen einer Sperrzeit von zwölf Wochen mindestens jedoch um ein Viertel der Anspruchsdauer ( § 128 Abs. 1 Nr. 4 SGB III). Es verbleibt hier also eine Anspruchsdauer von 13,5 Monaten (= 405 Tage). Demnach würden Sie ab dem 24.6.2008 bis zum 2.8.2009 Arbeitslosengeld I erhalten. Für jeden Kalendermonat, den Sie die Altersrente vor Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch nehmen, mindert sich die Rente um 0,3 Prozent ( § 77 Abs. 2 Nr. 2 SGB VI). Der Rentenabschlag würde also 1,2 % betragen, wenn Sie direkt im Anschluss an das Arbeitslosengeld I Altersrente für langjährig Versicherte beziehen.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin
Ergänzung vom Anwalt 29.07.2007 | 17:37

Anmerkung: Um grundsätzlich einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I zu haben, müssen Sie aber natürlich nicht nur beschäftslos sein, sondern sich auch bemühen, Ihre Beschäftigungslosigkeit zu beenden und Sie müssen den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen ( § 119 SGB III).
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"Besten Dank für die schnelle Antwort
War für mich sehr hilfreich und hat mich in meiner Entscheidung
unterstützt. Mein privater Rentenberater hatte nur einen Bezug
des Arbeitslosengelds I von 105 Tagen nach der 3-monatigen Sperr-
zeit ausgerechnet. "