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Arbeitsgerichtsverfahren-Verhalten gegenüber Kollegen

04.08.2011 12:54 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte gegen meinen Arbeitgeber auf Entfristung geklagt und Recht bekommen. Somit habe ich nun eine unbefristetes Arbeitsverhältnis. Mein Arbeitgeber und ich klagen aber noch wegen weiterer Sachen vor Gericht.

Wie soll bzw. ich meinen Kollegen gegenüber verhalten? Mein Chef behauptet den anderen Mitarbeitern gegenüber, dass er mir aus Mitleid einen unbefristeten Vertrag angeboten hat und verschweigt das Verfahren, welches er verloren hat. Darf ich meinen Kollegen die Wahrheit erzählen? Mein Chef hat wahrscheinlich Angst, dass auch die anderen dann ihre Verträge überprüfen lassen?

Darf ich über das abgeschlossene Verfahren wahrheitsgemäß berichten (insbesondere wenn der Chef Lügen verbreitet)?
Darf ich auch über das laufende Verfahren berichten? Wenn ja, wieviel?

Danke im Voraus

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Rahmen einer Erstberatung auf dieser Plattform wie folgt beantworten möchte:

1. Darf ich über das abgeschlossene Verfahren wahrheitsgemäß berichten?

Solange Sie wahrheitsgemäß über den Prozessausgang berichten, ist dies grundsätzlich unschädlich. Die unwahre Aussage Ihres Arbeitgebers, dass er Ihnen nur aus Mitleid einen unbefristeten Vertrag gegeben hat, dürfen Sie also entsprechend korrigieren. Trotzdem sollten Sie möglichst auf die Richtigstellung beschränken und nicht großartig Details aus dem Prozess bekanntgeben. Wenn Sie das Verfahren in allen Einzelheiten mit Kollegen diskutieren, könnten eventuell schützenswerte Rechte des Chefs (Persönlichkeitsrecht u. ä.) verletzt werden, so dass hier besser Zurückhaltung geübt werden sollte. Natürlich dürfen Sie die anderen Kollegen auch nicht aufstacheln, gegen den Chef zu prozessieren. Die Aussage, dass Sie aufgrund einer gewonnenen Entfristungsklage einen unbefristet enthaltenen Vertrag bekommen haben, kann Ihnen der Chef aber nicht verwehren. Wenn dann Ihre Kollegen auf die Idee kommen, die eigenen Verträge prüfen zu lassen, kann Ihnen das nicht angelastet werden.

2. Darf ich auch über das laufende Verfahren berichten, wenn ja, wieviel?

Sie können Ihren Kollegen natürlich erzählen, dass noch ein weiteres Verfahren läuft. Meist lässt sich ein Gerichtsverfahren mit dem Chef ohnehin kaum vor den Kollegen dauerhaft geheimhalten. Auch den Grund des Verfahrens dürfen Sie mitteilen.
Da das Verfahren aber noch läuft und noch nicht sicher abzusehen ist, wie es ausgehen wird, sollten Sie sich mit allen anderen Informationen zurückhalten. Dies gilt besonders, wenn Kollegen evtl. noch als Zeugen benötigt werden. Sie sollten daher grundsätzlich keine Einzelheiten aus dem laufenden Verfahren mitteilen. Wenn das Verfahren beendet ist, können Sie ggf. über den Ausgang berichten.

Unabhängig davon, ob das Verfahren noch läuft oder bereits rechtskräftig abgeschlossen ist, dürfen Sie auf keinen Fall Betriebs- oder Firmeninterna und Firmengeheimnisse weitergeben, die einer Verschwiegenheitspflicht unterliegen und von denen Sie im Zusammenhang mit den Verfahren erfahren haben. Darüber hinaus sollten Sie bei Berichten über die Verfahren stets eine sachliche Berichterstattung wählen und auf Kommentierungen, die den Chef benachteiligen könnten, verzichten.

Beschränken Sie sich darauf, wahrheitsgemäß und sachlich die veröffentlichten Lügen des Chefs über Ihre Person bzw. Ihren Arbeitsvertragzu widerlegen, sollten Sie auf der sicheren Seite sein, auch wenn Ihrem Chef die Aufdeckung seiner Lügen sicherlich nicht gefallen wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben und Ihnen damit weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

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