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Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsgenehmigung meines Verlobten

19.05.2009 02:32 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von


Ich habe einige Fragen bezüglich des Visums meines Verlobten. Bevor ich zu meinen genauen Fragen komme, hier unsere Hintergrundinformation:

- ich habe die Deutsche Staatsangehörigkeit, wohne jedoch seit 5 Jahren in New York. Ich bin zwar in Deutschland gemeldet, habe jedoch nicht wirklich meinen Wohnsitz dort.
- mein Verlobter ist Filipino und lebt zur Zeit auch dort
- Wir haben vor Anfang nächsten Jahres zu heiraten und nach London zu ziehen

Meine fragen drehen sich hauptsächlich um seine Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis:

- Was ist der einfachste Weg für ihn eine Arbeitsgenehmigung in England zu bekommen? Wenn wir in Deutschland heiraten, ist es ein Problem, dass ich nicht in Deutschland lebe? Wäre es einfacher wenn wir zuerst nach England ziehen und dann dort heiraten? Würde er somit eine Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis für England erhalten? Müssen wir dann trotzdem die Ehe in Deutschland anerkennen lasen, da ich die deutsche Staatsangehörigkeit habe?

Oder wäre es einfacher in den Philippinen zu heiraten und dann die Ehe in Deutschland anerkennen zu lassen? Wäre es dann ein Problem, dass ich nicht in Deutschland wohnhaft bin? Wie würde so etwas genau ablaufen?

Vielen Dank!
19.05.2009 | 11:09

Antwort

von


(10)
Hagener Straße 152
57223 Kreuztal
Tel: 02732 / 81615
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

für Ihre Anfrage danke ich und werde versuchen, sie so umfassend wie möglich und dem Einsatz entsprechend zu beantworten.
Bitte beachten Sie, dass eine Antwort nur aufgrund der hier gemachten Angaben erfolgen und eine ausführliche Beratung bei einem Anwalt / einer Anwältin Ihres Vertrauens nicht ersetzen kann.

Für Sie als deutsche Staatsangehörige und damit EU-Bürgerin ist es kein Problem, nach Großbritannien - auch längerfristig - einzureisen. Als EU-Bürgerin benötigen Sie dort auch keine Arbeitserlaubnis.
Anders verhält es sich jedoch, wenn Sie mit einem Nicht-EU-Bürger verheiratet sind. Bringen Sie Familienmitglieder nach Großbritannien mit, die nicht aus EU-Staaten stammen, so benötigen Sie eine Familien-Aufenthaltserlaubnis ( EEA Family Permit), welche Sie nur in Ihrem Heimatland erhalten.

Sie sollten sich gut überlegen, ob Sie vor Einwanderung nach Großbritannien heiraten und wo. Heiraten Sie vor Einwanderung, müssen Sie jedenfalls vorher in Deutschland eine Familien-Aufenthaltserlaubnis beantragen. Ohne vorherige Heirat sind Sie selbst einwanderungs- und arbeitsberechtigt ohne Visum und ohne Arbeitserlaubnis. Für Ihren Partner macht die vorherige Heirat hinsichtlich Einreise und Arbeitserlaubnis soweit ersichtlich keinen Unterschied. Er benötigt jedenfalls ein Visum, da er auch durch die Heirat mit Ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit nicht erhält. Er bleibt philippinischer Staatsangehöriger und braucht als solcher ein Visum entweder zwecks Arbeit oder zwecks Familienzusammenführung.

Ihr künftiger Ehemann benötigt, um in Großbritannien arbeiten zu können, auch jedenfalls eine Arbeitserlaubnis, es sei denn, er hat einen Job, für welchen keine Arbeitserlaubnis erforderlich ist(Au pair usw.). Die Arbeitserlaubnis wird in GB ausgestellt. Für die Erteilung einer Arbeitserlaubnis sind die Anforderungen allerdings recht hoch gestellt. Zunächst kommt es darauf an, unter welche Kategorie Arbeitserlaubnis ihr künftiger Mann fallen wird. Ich gehe jedoch aufgrund Ihrer Angaben davon aus, dass es sich um eine unselbständige Arbeit handeln wird. Hierfür bedarf es zunächst eines qualifizierten Jobangebots aus GB, da die Arbeitserlaubnis nur für eine bestimmte Stelle erteilt wird. Es folgt - wie in Deutschland auch - eine Überprüfung, ob nicht ein Gleichqualifizierter aus den EU-Staaten für den Job zur Verfügung steht. Ebenfalls erfolgt eine Einordnung in ein Punktesystem. Zu den Einzelheiten, da die Erläuterung des Gesamtsystems den hier gesetzten Rahmen sprengen würde, empfehle ich Ihnen diese Seite:

http://www.ukba.homeoffice.gov.uk/workingintheuk/

Sollten Sie zuvor beabsichtigen, in Deutschland zu heiraten, wird der Weg komplizierter, denn Ihr künftiger Mann muss dann zunächst einmal ein Visum und eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland erhalten. Dies ist zumeist zeitaufwändig. Darin, dass Sie nicht in Deutschland leben, sehe ich kein Problem, da Sie deutsche Staatsangehörige sind.

Grundstzlich ist nicht die Frage, ob Sie in Deutschland oder auf den Philippinen heiraten sollten, sondern ob vor oder nach Einwanderung nach Großbritannien. Letzteres macht die Angelegenheit für Sie selbst zunächst einfacher und ist mit weniger "Papierkrieg" und Behördengängen verbunden.

Gleich, ob Sie nun vorher auf den Philippinen oder später in England heiraten werden gilt für die Eheschließung folgendes: Ein "Eheanerkennungsverfahren" gibt es in Deutschland nicht. Die Frage der Wirksamkeit der Ehe in Deutschland ist lediglich eine Vorfrage im Zusammenhang mit der Entscheidung über eine andere Amtshandlung. Grundsätzlich ist es so, dass jede im Ausland geschlossene Ehe in Deutschland auch als wirksam angesehen wird, soweit die Bestimmungen zur Eheschließung des fremden Staates eingehalten sind. Zusätzlich müssen bei beiden Verlobten die jeweils in ihrem Heimatstaat geltenden Eheschließungsvorschriften erfüllt sein. Für die so geschlossene Ehe kann in Deutschland freiwillig ein Familienbuch beantragt werden. Die im Heiratsland ausgestellte Heiratsurkunde kann dann in Deutschland in einem bestimmten Verfahren als wirksam anerkannt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen und wünsche Ihnen und Ihrem Verlobten viel Glück auf dem weiteren Weg.

Mit freundlichen Grüßen,
E. Dausacker
- Rechtsanwältin -


ANTWORT VON

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