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Arbeitserlaubnis für Praktikum

25.02.2010 20:55 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Siegfried Huber-Sierk


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe mein Studium zum Master of Finance in Deutschland Ende Februar 2010 erfolgreich abgeschlossen. Seit Anfang Januar 2010 mache ich ein dreimonatiges Praktikum bei einer Bank. Ich habe die albanische Staatsangehörigkeit und gleichzeitig auch die permanente tcheschische Aufenthaltsgenehmigung. Ich habe die Möglichkeit bekommen ein weiteres Praktikum für sechs Monate von April bis September zu machen. Meine Frage ist, wie sieht es aus mit der Arbeitserlaubnis?! Ich weiss, dass man nach dem Studium eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr bekommt, um einen Job zu finden. Bedeutet das, dass auch eine vergleichbare Arbeitserlaubnis einhergeht? Oder falls nicht, kann man eine Arbeitserlaubnis bekommen für ein Praktikum, wenn man schon den Vertrag hat?

Mit freundlichen Grüβen

Sehr geehrter Ratsuchender

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsdarstellung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Die Aufenthaltserlaubnis nach § 16 Abs. 4 AufenthG, die einem Studienabsolventen ausreichende Zeit für die Suche nach einem seiner Qualifikation angemessenen Arbeitsplatz einräumen soll, ist lediglich eine Option neben der grundsätzlichen Möglichkeit eines sich unmittelbar dem Studium anschließenden Aufenthalts zum Zwecke der Erwerbstätigkeit nach §§ 18 bis 21 AufenthG, falls die gesetzlichen Voraussetzungen hierzu vorliegen. So kann z.B. nach § 18 Abs. 2 AufenthG einem Ausländer ein Aufenthaltstitel zur Ausübung einer Beschäftigung erteilt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit nach § 39 AufenthG zugestimmt hat oder diese Zustimmung entweder aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen oder durch Rechtsverordnung nach § 42 AufenthG nicht erforderlich ist. Allerdings darf in diesem Zusammenhang ein Aufenthaltstitel zur Ausübung einer Beschäftigung, die eine qualifizierte Berufsausbildung voraussetzt, nur für Beschäftigungen in einer Berufsgruppe erteilt werden, die durch Rechtsverordnung nach § 42 AufenthG zugelassen worden ist. In begründeten Einzelfällen kann eine Aufenthaltserlaubnis für eine Beschäftigung erteilt werden, wenn ein öffentliches, insbesondere ein regionales, wirtschaftliches oder arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht ( § 18 Abs. 4 § 42 AufenthG ).

Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen kann im Rahmen von § 21 AufenthG auch eine selbstständige Tätigkeit durch die Ausländerbehörde erlaubt werden.

Hat ein Studienabsolvent bereits einen seiner Qualifikation angemessenen Arbeitsplatz gefunden oder liegen die Voraussetzungen zur Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit vor, dann kann eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18 AufenthG (etwa in Verbindung mit § 27 S. 1 Nr. 3 BeschV [Beschäftigungsverordnung]) oder nach § 21 AufenthG, eventuell auch eine Niederlassungserlaubnis nach § 19 AufenthG erteilt werden, wenn die dazu erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Studiums in Deutschland soll eine Aufenthaltserlaubnis nach § 16 Abs. 4 AufenthG nicht erteilt werden, wenn insbesondere der Studienaufenthalt durch Stipendien finanziert worden ist und der Geförderte sich verpflichtet hat, nach Abschluss seiner Ausbildung wieder in seinen Heimatstaat zurückzukehren. Um jedoch die späteren Einsatzmöglichkeiten im jeweiligen Herkunftsland zu verbessern, kann eine befristete praktische berufliche Tätigkeit in der erworbenen Qualifikation von höchstens zwei Jahren zugelassen werden.

Ich habe Ihnen die für Sie speziell nach dem Abschluss Ihres Studiums bestehenden Aufenthaltsmöglichkeiten aufgezeigt, da aus Ihrer Anfrage nicht hervorgeht, ob bei Ihnen die Voraussetzungen für die Erteilung einer weiteren Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Erwerbstätigkeit vorliegen, oder ob der Erteilung einer solchen Aufenthaltserlaubnis eine - gegebenenfalls spätere - Rückkehrverpflichtung (entweder nach Albanien unter Tschechien) entgegensteht und somit eventuell nur eine Aufenthaltserlaubnis für eine befristete praktische berufliche Tätigkeit infrage kommt.

Die erwähnten Aufenthaltserlaubnisse berechtigen jeweils auch zur Ausübung der zulässigen Beschäftigungen bzw. selbstständigen Erwerbstätigkeiten, beinhalten also auch die entsprechende Arbeitserlaubnis.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber nur auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Huber-Sierk
Rechtsanwalt

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