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Arbeitgeber zwingt Angestellte Urlaub zu nehmen

28.03.2016 17:39 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte um eine Bewertung der folgenden Situation:
Arbeitsstätte: Arztpraxis, 1 Arzt (Chef), 1 Vollzeitangestellte, 1 Azubi, 1 Aushilfe
In der Arztpraxis entstehen durch Abwesenheit des Chefs Fehlzeiten, in denen die Praxis geschlossen ist und die nicht komplett ausgeglichen werden können. Tageweise können Vertretungen eingesetzt werden, oder die Sprechstundenhilfen jeweils halbtags Telefondienst leisten.
Die Abwesenheit des Chefs entsteht zum einen durch Krankheit (diese erfordert zeitweise einen stationären Krankenhausaufenthalt) und zum anderen durch private Angelegenheiten (z.B Kurzurlaub, Fortbildungen die sich über mehrere Tage erstrecken). Die Fehlzeiten werden den Angestellten von ihren gesetzlichen Urlaubstagen abgezogen. Sollte dadurch eine negative Differenz entstehen, wird diese vom Weihnachtsgeld abgezogen.
Da sich die Fälle in diesem Jahr derart häufen, ist davon auszugehen, dass bereits im Sommer alle gesetzlichen Urlaubstage aufgebraucht sind, obwohl die Arbeitskraft in diesen Tagen zur Verfügung stehen würde.
Im Allgemeinen werden die Urlaubswünsche der Angestellten nicht berücksichtigt. Der Chef gibt die jeweiligen Urlaubswochen vor, nach denen sich die Angestellten zu richten haben.

28.03.2016 | 18:48

Antwort

von


(2306)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
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Sehr geehrte Ratsuchende,


auch wenn es etwas überraschend sein wird - der Urlaubszeitpunkt kann durchaus vom Arbeitgeber vorgegeben werden.


Allerdings sind nach § 7 BUrlG bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, solange nicht dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.


Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung findet aber diese Berücksichtigung eben nicht statt und der Arbeitgeber kann nicht seine persönlichen Verhinderungen dann auf den Rücken der Arbeitnehmer austragen. Wenn die Arbeitskraft angeboten, der Arbeitgeber aber diese Arbeitskraft nicht nutzt/nutzen kann, liegt dieses Risiko beim Arbeitgeber.


Insoweit sollten Sie der "Zwangsverurlaubung" widersprechen und notfalls müsste dann das Arbeitsgericht entscheiden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


ANTWORT VON

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