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Arbeitgeber in Saudi Arabien, zweitwohnsitz in Deutschland

29.04.2021 15:39 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


17:10

Guten Tag,

Ich bin seit Oktober 2019 in Saudi Arabien taetig. Bis jetzt habe ich nur wenig Zeit in Deutschland verbracht und keine Wohnung bezogen.
Ab Mai plane ich einen Zweitwohnsitz in Deutschland anzumelden. In Saudi Arabien werde ich weiterhin eine Wohnung beziehen und mehr als 183 Tage verbringen.
Wie wirkt sich das auf meine Steuersituation aus? Ich werde weniger als 183 in Deutschland verbringen.
Das DBA zwischen Deutschland und Saudi Arabien ist fuer mich nicht klar formuliert.

"Ab­kom­men zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und dem Kö­nig­reich Sau­di-Ara­bi­en zur Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung auf dem Ge­biet der Steu­ern vom Ein­kom­men und vom Ver­mö­gen von Luft­fahrt­un­ter­neh­men und der Steu­ern von den Ver­gü­tun­gen ih­rer Ar­beit­neh­mer"

Fuer mich versteht sich der Bezug auf Einkommen auf alle Arbeitstaetige in Saudi Arabien und nicht nur auf die in Luftfahrtunternehmen.

29.04.2021 | 16:24

Antwort

von


(497)
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52070 Aachen
Tel: 0241 - 53809948
Web: http://www.rechtsanwalt-andreaswehle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

So Sie in Deutschland einen weiteren Wohnsitz begründen (die melderechtliche Anmeldung dessen ist dabei nur ein Indiz, aber nicht steuerbegründender Tatbestand, hierfür genügt das vorhalten einer Wohnung § 8 AO oder ständigen Aufenthaltes § 9 AO), eröffnet dies ab den Zeitpunkt des Vorhaltens einer Wohnung Ihre unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland im Sinne von § 1 EStG.

Als unbeschränkt Steuerpflichtiger sind Sie verpflichtet Ihr gesamtes Welteinkommen in Deutschland zu erklären.
Entsprechend etwaiger zwischenstaatlicher Abkommen, wie dem DBA, würde geregelt, welche Einkünfte (Art und Quelle) in welchem der beiden Vertragsstaaten besteuert werden darf. So das vorliegende DBA hierzu keine Regelung trifft, ist von einer realen Doppelbesteuerung der jeweiligen Einkünfte auszugehen.

So Sie also über andere als im DBA https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/Staatenbezogene_Informationen/Laender_A_Z/Saudi_arab/2008-08-07-Saudi-Arabien-Abkommen-Luftfahrt-Gesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=3
genannte Einkünfte verfügen, sind diese nicht von dem DBA erfasst und unterliegen so in beiden Staaten der Besteuerung.
Grundsätzlich wird durch ein DBA das Besteuerungsrecht für eine jeweilige Einkunft (in der Regel, die in § 2 EStG genannten Einkunftsarten) einem der beiden Vertragsstaaten zugeteilt, so dass in dem jeweils anderen Vertragsstaat diese Einkunft steuerfrei oder nur anteilig unter Anrechnung des Anteils besteuert würde (von dem Progressionsvorbehalt einmal abgesehen).

Eine nach dem OECD Musterabkommen übliche Regelung einer sog. 183-Tage-Regelung für Einkünfte aus unselbständiger Arbeit (Arbeitnehmereinkünfte) gibt es im vorliegenden DBA nicht. Insoweit ist es auch nicht zur Beurteilung der Besteuerung Ihrer Einkünfte außerhalb eines Luftfahrtunternehmens relevant, wie lange Sie sich in einem der Vertragsstaaten aufhalten.

Was nicht im Vertrag zwischen Saudi-Arabien und Deutschland drin steht, kann auch nicht berücksichtigt werden, so dass vorliegend eine reale Doppelbesteuerung sehr wahrscheinlich sein wird.


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Rechtsanwalt Andreas Wehle

Rückfrage vom Fragesteller 29.04.2021 | 16:33

Vielen Dank für die schnelle und detaillierte Antwort.
Sobald ich unbeschränkt in Deutschland steuerpflichtig bin (in meinen Fall ab dem 01.06.2021, wird nur das Einkommen ab dann versteuert oder für das gesamte Finanzjahr bzw die letzten 12 monate? (Rollendes Jahr prinzip)?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.04.2021 | 17:10

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Rückfrage.

Ab dem Zeitpunkt des Vorliegends der unbeschränkten Steuerpflicht, also in Ihrem Fall ab dem 01.06.2021. Es gilt immer das jeweilige Steuerjahr, das dem Kalenderjahr entspricht.

Mit freundlichen Grüßen
RA A. Wehle /Aachen

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