Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeitgeber Darlehen wird von Finanzamt als Einkommen gewertet - Widerspruch

| 29.10.2012 11:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Handelsvertreter erhält von seinem "Arbeitgeber" ein nicht zweckgebundenes Darlehen. Das Darlehen wird ohne MwSt an den HV ausgezahlt und muß an den AG mit Zins rückerstattet werden. Das Finanzamt sieht das Darlehen jedoch als Arbeitsentgeld und fordert eine Besteuerung nach EStG.

Der Handelsvertreter hat ein Darlehen und kein Arbeitsentgeld mit einer verbundenen Leistung erhalten und daher der Forderung des Finanzamt widersprochen. Der Widerspruch wurde ohne Bergündung vom Finanzamt abgelehnt.

Besteht eine berechtigte Forderung des Finanzamt das Darlehen als Einkommen zu besteuern?

Mit freundlichen Grüßen

DSA

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
Hier ist fraglich, ob das Finanzamt davon ausgeht, dass Sie Arbeitnehmer sind oder selbständiger Gewerbetreibender sind und Einkünfte nach § 15 EStG erzielen. Je nachdem hängt auch die steuerliche Beurteilung der Gewährung des Darlehens ab. Der Arbeitnehmer erlangt nämlich keinen lohnsteuerlich zu erfassenden Vorteil, wenn der Arbeitgeber ihm ein Darlehen zu einem marktüblichen Zinssatz (Maßstabszinssatz) gewährt (BFH-Urteil vom 4. Mai 2006 - VI R 28/05 -, BStBl II S. 781).
Arbeitgeberdarlehen sind Sachbezüge i. S. d. § 8 Abs. 2 EStG, es sei denn, der Arbeitgeber ist eine Bank, dann erfolgt die Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG. Lohnsteuerpflichtige Vorteile ergeben sich entweder bei unüblich niedriger Verzinsung oder dem Erlass der Darlehensforderung. Dabei ist es unerheblich, ob das Darlehen unmittelbar vom Arbeitgeber oder von dritter Seite gewährt wird. Die FinVerw. verzichtet darauf, Zinsersparnisse der LSt zu unterwerfen, wenn die Summe der Darlehensbeträge 2 600 € im Sinne einer Freigrenze nicht übersteigt.Der für die LSt maßgebliche Zinssatz bei darüber hinaus gehenden Darlehensbeträgen ist nicht festgelegt, sondern bestimmt sich vielmehr ausschließlich nach dem Marktniveau, wobei es die FinVerw. nicht beanstandet, wenn aus Vereinfachungsgründen auf die Effektivzinssätze der Bundesbank Bezug genommen wird und auf diese ein Abschlag von 4 % angewendet wird. Diese vorgenannten Grundsätze gelten allerdings nur bei Überschusseinkünften und nicht bei Gewinneinkünften, also wenn Sie die Handelsvertretung als steuerliches Gewerbe betreiben. Aber selbst wenn Sie eine Gewerbe betreiben und Ihnen ein Darlehen zu einem normalen marktüblichen Zinssatz gewährt wurde, sehe ich nicht, warum Ihnen das als Betriebseinnahme zugeordnet werden sollte.
Ich gehe deshalb davon aus, dass Finanzamt hier Umstände kennt, die für eine entweder nicht tatsächliche Durchführung des Darlehens sprechen.
Vielleicht teilen Sie im Rahmen der Nachfrage mit, welche besonderen Umständen hinsichtlich der Darlehensgewährung vorliegen (zB Rückzahlung Tilgung und Zins wird nicht eingehalten ?

Etwas genaueres lässt sich erst bei Sichtung des Vertrages beurteilen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2012 | 09:16

Vielen Dank für die rasche Antwort. ich habe Ihnen eine E-Mail mit Anhang gesand. Absender: XXXXX Betreff: DSA-Privat Frage vom 29.10.2012


mfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2012 | 09:39

Es liegt kein Darlehen nach dem ausgestalteten Vertrag vor, sondern eine umsatzsteuerpflichtige Einnahme, die im Zeitpunkt des Zuflusses, da Sie nicht bilanzieren nach § 4 Abs. 1 EStG, sondern eine Einnahme-Überschussrechnung gem.§ 4 Abs. 3 EStG zu versteuern ist. Sie bekommen das Geld für die Erbringung einer Leistung, auch wenn Sie diese noch nicht vollständig erbracht haben. Auch wenn die Mindestsumme zurückzugewähren bzw. zu verrechnen ist, mit höheren Provisionen die in anderen Monaten erzielt werden, liegt kein Darlehen vor. Die Meinung des Finanzamtes ist leider richtig.

Bewertung des Fragestellers 30.10.2012 | 17:20

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?