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Arbeiten und studieren


| 03.12.2009 11:40 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren!

Es geht um folgenden Fall:
Meine Bekannte ist russische Staatsangehörige und studiert in Deutschland (Hamburg). Sie absolviert ein Doppelstudium (kein Zweitstudium) und hat ihr 1. Diplom nun vollendet. Mit diesem Diplom würde sie gern einer Beschäftigung in Teilzeit (einer regulären Beschäftigung und nicht einem "Studentenjob") nachgehen und parallel ihr 2. Diplom beenden, was noch ca. 1 Jahr in Anspruch nehmen wird.

Meine Fragen sind:
- Ist das als Nicht-EU-Ausländer möglich? Oder darf man mit Arbeitsvisum nicht zusätzlich einem Studium nachgehen
bzw. bekommt man gar keines, wenn man beabsichtigt, weiter zu studieren? Oder kann man einer solchen Beschäftigung auch ohne Wechsel des Aufenthaltsstatus nachgehen?
- Falls man die Beschäftigung aufnehmen kann, zählt diese dann bereits zu den 1,5 Jahren, denen man einer Beschäftigung nachgehen muss, um eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis zu bekommen?

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Ihre Bekannte bräuchte, damit sie ihr Vorhaben einer Arbeitsaufnahme umsetzen kann, eine Aufenthaltserlaubnis, die ihr die Erwerbstätigkeit über einen Studentenjob hinaus gestattet. Mit einer solchen Aufenthaltserlaubnis, die ihr übrigens nur erteilt würde, wenn sie einen Arbeitsplatz vorweisen könnte, der ihrer mit dem Diplom erworbenen Qualifikation angemessen ist und ihren Lebensunterhalt sichern kann, dürfte sie nach dem Gesetz ihr zweites Studium nicht fortsetzen, denn diese Aufenthaltserlaubnis würde eben nicht zu Studienzwecken erteilt werden. Da Sie sagen, dass das zweite Studium nur noch etwa ein Jahr bis zu seinem Abschluss in Anspruch nehmen wird, könnte man allerdings versuchen, mit der Ausländerbehörde zu "verhandeln", ob man in dem speziellen Fall Ihrer Bekannten vielleicht die Fortsetzung des noch laufenden Studiums stillschweigend dulden könnte. Die beste Vorgehensweise würde dann wohl so aussehen, dass Ihrer Bekannten zunächst eine Aufenthaltserlaubnis nach § 16 Abs. 4 AufenthG - zum Zweck der Arbeitssuche nach abgeschlossenem Studium - und, sobald sie einen Job, der ihrer Qualifikation angemessen ist und ihren Lebensunterhalt sichert, hat, eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit nach § 18 AufenthG erteilt wird, jeweils ungeachtet des Umstands, dass sie ihr zweites Studium noch zu Ende führt. Die Ausländerbehörde ist allerdings nicht verpflichtet, so zu verfahren, das Gesetz sieht dies eigentlich so nicht vor. Versuchen kann man es aber. Deutschland hat eigentlich ein Interesse daran, hochqualifizierte Zuwanderer ins Land zu holen und hier zu halten, die Ausländerbehörde sollte angesichts dessen eigentlich ein gewisses Entgegenkommen zeigen.

Wenn es so, wie ich es beschrieben habe, klappen würde, die Ausländerbehörde sich also auf eine solche Vorgehensweise einließe, würde die Zeit, während derer Ihre Bekannte eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit hat, auf die Frist für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis voll angerechnet.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen, und wünsche Ihrer Bekannten viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Vorhaben. Bei Rückfragen melden Sie sich bitte.

Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2009 | 13:37

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Ich habe zwei kurze Nachfragen:

1) Falls meine Bekannte bereits eine Arbeitsstelle zugesagt bekommen hat, muss sie dann trotzdem noch ein extra Visum für die Arbeitssuche beantragen, oder kann sie dann sofort das Arbeitsvisum bekommen?
2) Wie sieht es aus, wenn sie die entsprechende Stelle annimmt und die Behörde ihr Studium wie von Ihnen beschrieben duldet. Kann sie dann nach Abschluss des zweiten Diploms nochmal ein Visum für die Arbeitssuche bekommen (wenn sie dann eine Vollzeitstelle möchte)? Dürfte sie die Arbeitsstelle überhaupt so schnell (<1 Jahr) wechseln?

Herzlichen Dank,
Fischer

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2009 | 21:24

Sehr geehrter Fragesteller,

die Vorgehensweise ist eigentlich so, dass Hochschulabsolventen erst eine Aufenthaltserlaubnis für die Arbeitssuche erhalten, denn der Ihrer Bekannten angebotene Arbeitsvertrag müsste von der Ausländerbehörde und der Arbeitsagentur erst noch geprüft werden, ob er den Qualifikationen Ihrer Bekannten angemessen ist und die Arbeitsbedingungen "üblich" sind, was durchaus zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen kann. Aber dies sollte man mit der Ausländerbehörde besprechen.

Wie es weitergehen soll, wenn Ihre Bekannte ihr zweites Studium abgeschlossen hat, ist schwierig zu beurteilen. Sie muss sich des Risikos bewusst sein, dass die Ausländerbehörde ihr dann Schwierigkeiten machen könnte, wenn sie dann - nochmal - eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitssuche erhalten will. Eine Aufenthaltserlaubnis zwecks Erwerbstätigkeit in einem anderen Arbeitsverhältnis wird Ihre Bekannte durchaus bekommen können, wenn das andere Arbeitsverhältnis ihren Qualifikationen angemessen ist und "übliche" Konditionen aufweist. Die Entscheidung über beide Aufenthaltserlaubnisse liegt dabei im Ermessen der Ausländerbehörde. Es wird Ihrer Bekannten nichts anderes übrig bleiben, als bei der Ausländerbehörde die Karten auf den Tisch zu legen, wenn sie ihre bisherigen Planungen verlässlich umgesetzt haben will, und sich eine schriftliche Bestätigung der Ausländerbehörde geben zu lassen, dass sie so verfahren kann.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Bewertung des Fragestellers 11.12.2009 | 13:43


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