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Arbeiten in der Schweiz


| 29.06.2007 15:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
als ehemaliger Geschäftsführer einer GmbH wurde ich zu einer
Bewährungsstrafe (1,5 Jahre auf 3 Jahre Bewährung) verurteilt.
Mittlerweile bin ich arbeitslos, lebe von HartzIV und habe
eine eidesstattliche Versicherung abgegeben.
Die Bewährung läuft noch bis 2008 und die Schuldenbelaufen sich
auf ca. 1 Mio Euro (Steuerschulden etc. aber KEINE Geldstrafe).
Jetzt hätte ich die Möglichkeit für eine schweizer Firma in der
Schweiz als freiberuflicher Mitarbeiter für ca. 2 Jahre zu
arbeiten.
Meine Frage an sie lautet nun:
Wohin muß ich die Steuern zahlen? Die Leistung wird komplett in
der Schweiz erbracht und mein Aufenthaltsort für die Dauer des
Auftrages wird auch die Schweiz sein. Wird die Rechnung mit oder
ohne MWSt erstellt? Und gelten dann für mich immer noch die
Pfändungsfreigrenzen? Bekommt mein zuständiges Finanzamt (ich
bleibe hier in Deutschland gemeldet) eine Einnahme-Überschuß-
Rechnung von mir?
Ich bitte um Nachsicht, daß ich für die Beantwortung nicht mehr
einsetzen kann - noch bekomme ich HartzIV.
Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen Stellung und beantworte diese wie folgt:


1.Wohin muß ich die Steuern zahlen? Die Leistung wird komplett in der Schweiz erbracht und mein Aufenthaltsort für die Dauer des
Auftrages wird auch die Schweiz sein. 2.Bekommt mein zuständiges Finanzamt (ich bleibe hier in Deutschland gemeldet) eine Einnahme-Überschuß-Rechnung von mir?


Diese Frage beurteilt sich maßgeblich danach, ob Sie in der Schweiz oder in Deutschland gem. Art 4 Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland-Schweiz (DBA) als „ansässig“ gelten. Da Sie mitteilen, für die Dauer Ihrer 2jährigen Tätigkeit in beiden Staaten über einen Wohnsitz zu verfügen, sich jedoch überwiegend in der Schweiz aufzuhalten, ist davon auszugehen, dass der Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen (persönliche und wirtschaftliche Beziehungen) sich in diesem Zeitraum in der Schweiz befindet. In diesem Fall findet gem. Art. 4 Abs. 3 DBA zwar grds. die Besteuerung in Deutschland statt, die Einkünfte aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit würden aber dennoch gem. Art. 24 Abs. 1 DBA ausschließlich in der Schweiz versteuert. Folglich bräuchten Sie in diesem Fall dem deutschen FA keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) einzureichen.

Sollte allerdings das FA zu dem Ergebnis kommen, dass der Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen sich auch in den 2 Jahren nicht in der Schweiz, sondern weiterhin in Deutschland befindet (bspw. wegen familiärer Bindungen), dann wären Sie gem. Art. 4 Abs. 2c DBA aufgrund Ihrer deutschen Staatsangehörigkeit als in Deutschland ansässig zu betrachten. Folglich würde die Besteuerung in Deutschland erfolgen, so dass auch beim deutschen FA eine EÜR und Einkommensteuererklärung einzureichen wäre.

Ob daher Ihre freiberuflichen Einkünfte in Deutschland oder in der Schweiz besteuert werden, hängt maßgeblich von Ihrer Argumentation, wo und weshalb Sie wo Ihren Lebensmittelpunkt haben, ab.


3.Wird die Rechnung mit oder ohne MWSt erstellt?

Bzgl. der MWSt (Umsatzsteuer) kommt es darauf an, welche Tätigkeitsart Sie konkret für das Schweizer Unternehmen erbringen. Sollte es sich um eine Beratungsleistung handeln, gilt gem. § 3a Abs. 3 und 4 Nr. 3 UStG der Ort der Leistung als in der Schweiz belegen. Dies hätte zur Folge, dass eine deutsche Umsatzsteuer / MWSt nicht entsteht, sondern ggf. eine Schweizerische gem. dem Schweizer Umsatzsteuergesetz.


4.Und gelten dann für mich immer noch die Pfändungsfreigrenzen?

Diesbzgl. ergeben sich keine Veränderungen.


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht
Bewertung des Fragestellers |


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"Herzlichen Dank! Da ich keine familiären Bindungen in Deutschland
habe, ist die Argumentation eindeutig.
Sie haben mir sehr geholfen - noch einmal herzlichen Dank! "