Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeiten in der Schweiz, Mieteinkommen in Deutschland

25.12.2019 13:50 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Elisabeth v. Dorrien


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich arbeite seit zwei Jahren in der Schweiz und zahle für das Arbeitseinkommen Steuern in der Schweiz (Quellensteuer - im Vergleich zu Deutschland relativ wenig); Aufenthaltsbewilligung B. Wohnung in der Schweiz angemeldet. Lebensmittelpunkt nach Steuerrecht ist Schweiz (ca 220 Arbeitstage in der Schweiz)
In Deutschland bin ich mit dem Hauptwohnsitz gemeldet.
In Deutschland beziehe ich Mieteinkommen.
Das deutsche Finanzamt möchte das Mieteinkommen als beschränkt steuerpflichtig ansehen (Grundfreibetrag entfällt), so dass Steuern anfallen in Deutschland. Bei unbeschränkter Steuerpflicht würden in meinem Fall keine Steuern anfallen in Deutschland.
Frage:
Gibt es eine Möglichkeit,
a) das Mieteinkommen in der Schweiz mit geringer Quellensteuer zu besteuern
(z. B. durch Abmeldung der deutschen Wohnung, wäre in meinem Fall problemlos möglich, da bei Eltern, somit nur Wohnsitz in der Schweiz)
b) in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig zu sein, so dass für das Mieteinkommen keine Steuern anfallen
Vielen Dank für die Auskunft

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es ist mir nicht klar, was Ihr Finanzamt meint. Zunächst gilt ja folgendes: Steuern müssen primär in dem Land gezahlt werden, in dem man wohnt. Da Sie insoweit (nur) als Grenzgänger gelten, sind Sie in Deutschland steuerpflichtig. Der Arbeitgeber in der Schweiz behält 4,5% vom Bruttolohn als Quellensteuer ein (Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz).

Sie sind somit - nach wie vor - in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig (§ 1 Abs. 1 EStG ) und werden für Ihre Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zur entsprechenden Einkommensteuer veranlagt. Dabei gilt der Grundfreibetrag in Höhe von 9.168 Euro (2019).

Als beschränkt steuerpflichtig ( § 49
EStG) gelten ja nur Personen, die im Inland (Bundesrepublik Deutschland) keinen Wohnsitz oder keinen gewöhnlichen Aufenthalt haben. Es ist auch nicht einfach, seinen Wohnsitz in die Schweiz zu verlagern, denn für die Einkommensteuer gilt, dass der weggezogene Steuerpflichtige nach deutschem Recht noch als Gebietsansässiger gemäß § 1 EStG unbeschränkt steuerpflichtig bleibt, wenn er in Deutschland einen Wohnsitz aufrechterhält. Dazu genügt gegebenenfalls schon ein nicht den Lebensmittelpunkt darstellender Nebenwohnsitz. Die Schweiz macht es auch (oder gerade) deutschen Berufspendlern schwer, den Hauptwohnsitz komplett in die Schweiz zu verlegen. Sie gewönnen dadurch aber auch nichts, denn mit Ihren Einkünften aus V+V bleiben Sie immer in Deutschland beschränkt steuerpflichtig - mit Grundfreibetrag.

Falls Ihr Finanzamt also fälschlich eine unbeschränkte Steuerpflicht bei Ihnen ablehnt, so sollten Sie Einspruch einlegen.

Ich hoffe, Ihre Frage soweit geklärt zu haben, und verbleibe mit freundlichen Grüßen. Frohe Weihnachten!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72011 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Schnell und gut verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort hat mir die notwendige Klarheit gebracht. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER