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Arbeiten in Kolumbien, Geld nach Deutschland überweisen

28.01.2012 06:52 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernesto Grueneberg, LL.M.


Sehr geehrte/r Rechtsberater/in,

Es geht hauptsächlich um steuerrechtliche Fragen, da insbesondere um die Einkommenssteuer mit Auslandsproblematik.

Vollständigkeitshalber meine Daten:
Ich besitze deutsche Staatsangehörigkeit
Ich bin ledig und habe keine Kinder

Ich bin seit Anfang diesen Jahres bei einer kolumbianischen Firma in Kolumbien angestellt. Die Firma unterhält keinerlei Beziehungen zu Deutschland. Ich habe einen kolumbianischen Arbeitsvertrag und mein Gehalt geht auf ein kolumbianisches Konto. Ich habe ein Arbeitsvisum und wohne in einer Wohnung in Kolumbien, die im Namen der Firma gemietet wird.

Vor meiner Abreise nach Kolumbien habe ich mich aus Deutschland abgemeldet und miete/besitze auch keine Wohnungen oder andere Immobilien in Deutschland. Ich habe geplant, drei bis sechs mal jährlich nach Deutschland zu fliegen, was zeitlich insgesamt aber auf maximal 3 Monate Aufenthalt hinauslaufen wird. In dieser Zeit werde ich entweder bei meinen Eltern oder bei Freunden leben. Bei den Eltern besitze ich kein eigenes Zimmer. Ich besitze mehrere Konten in Deutschland. Langfristig ist geplant, wieder nach D zurückzukehren und mich wieder anzumelden.

Nun zu meinen Fragen:

Allem voraus: Wenn man sich aus Deutschland abgemeldet hat, wird das an die Banken, bei denen man Konten unterhält, gemeldet?

1. Stimmt es, dass ich in Deutschland keinen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt habe? Damit bin ich auch nicht unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig?
2. Sollte Punkt 1 zutreffen, wie sind die Fristen/zeitlichen Bestimmungen für Punkt 1? Konkret: Muss ich eine bestimmte Zeit im Ausland gelebt haben, oder kann ich nach vier Monaten zurück nach Deutschland kommen und mir die Zeit trotzdem als "ohne Wohnsitz bzw. ohne gewöhnlichen Aufenthalt in D" anrechnen lassen? Oder gibt es eine Mindest-Aufenthaltszeit im Ausland? Würde diese sich dann auf das Kalenderjahr auswirken oder auf das Datum, ab dem ich mich im Ausland aufhalte? Sollte es keine DBA mit KOL geben (siehe Punkt 3), dann greift auch die 183-Tage-Regelung nicht? Was für eine Regelung greift dann? Ich glaube für Punkt 1 und 2 ist es wichtig, "gewöhnlichen Aufenthalt" genau zu definieren.
3. Soweit ich weiß besteht zwischen D und KOL kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), außer für Luft- und Schifffahrt. Stimmt das? Ich bin nicht in der Luft- und Schifffahrt tätig. Bedeutet das, dass ich - würde ich Punkt 1 nicht erfüllen - Steuern in D und KOL zahlen müsste, bzw. ich könnte mir die kolumbianische Steuer auf die deutsche Einkommenssteuer anrechnen lassen?

Angenommen, Punkt 1 trifft zu:
4. Muss ich jemals damit rechnen, Nachweise über meine kolumbianischen Steuerzahlungen in D beim Finanzamt nachreichen zu müssen? Muss ich ggf. meinen Arbeitsvertrag vorlegen?
5. Muss ich damit rechnen, Nachweise über meinen Verbleib zu erbringen? Flugtickets, Mietverträge aus KOL (das ist nicht möglich, da die Firma die Wohnung im eigenen Namen mietet, siehe oben)?
5. Kann ich das verdiente Geld problemlos auf mein deutsches Konto überweisen? Muss ich Nachweise über die Herkunft des Geldes erbringen? Ist es relevant, ob das Geld direkt aus Kolumbien überwiesen wird oder kann es über Umwege (andere Staaten) dort ankommen? Wenn Punkt 1 zutrifft, ist es dann überhaupt relevant aus welchen Quellen das Geld stammt?
6. Angenommen ich verdiene XXXXX Euro im Jahr und das Geld geht auf ein deutsches Konto, muss ich es in irgendeiner Art und Weise in D versteuern? Muss ich das Geld innerhalb der Zeit überweisen, in der ich keinen Wohnsitz in D habe? Handelt es sich dann um Kapitalvermögen? Zahle ich dann Steuern auf Zinsen? Sollte das zutreffen und da das "Kapital" als solches in meinem Fall stetig wächst, wird es dann monatlich neu berechnet, oder am Jahresende besteuert? Muss ich das angeben?
7. Werden Überweisungen aus dem nicht-europäischem Ausland auf deutsche Konten immer überprüft, oder muss ein Mindestbetrag bzw. ein Sonderfall vorliegen? Die Frage ist berechtigt, da Überweisungen aus KOL wegen Drogengeschäften besonders harten Gesetzen unterliegen (zumindest in KOL).

Ich weiß dass viel Fragen sehr speziell sind. Aber gerade deshalb hoffe ich auf Ihre Antworten. Danke im Voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Sei zunächst gesagt, dass aufgrund der zeitlichen Vorgaben der Plattform, der Anzahl an Fragen nur eine summarische Antwort möglich ist.

1. Stimmt es, dass ich in Deutschland keinen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt habe? Damit bin ich auch nicht unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig?

Unbeschränkt steuerpflichtig sind nach § 1 Abs. 1 EStG Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Nach § 8 AO hat jemand einen Wohnsitz dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird.

Nach dieser Vorschrift wird einen Wohnsitz sogar begründet, wenn Sie bei Ihren Eltern ein Raum zur Verfügung steht oder wenn Sie bei den Reisen immer bei denselben Gastgebern übernachten.

Den gewöhnlichen Aufenthalt sollten Sie aber unstreitig in Kolumbien haben (siehe § 9 AO).

Es lässt sich immer sagen: wenn Sie regelmäßig nach Deutschland fliegen, ist die unbeschränkte Steuerpflicht nie auszuschließen. Man müsste die genaueren Umständen kennen, was über diese Plattform nicht zu leisten ist.

Aber man geht in Ihrem Fall vorläufig davon aus, dass Sie tatsächlich nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind.

2. Sollte Punkt 1 zutreffen, wie sind die Fristen/zeitlichen Bestimmungen für Punkt 1? Konkret: Muss ich eine bestimmte Zeit im Ausland gelebt haben, oder kann ich nach vier Monaten zurück nach Deutschland kommen und mir die Zeit trotzdem als "ohne Wohnsitz bzw. ohne gewöhnlichen Aufenthalt in D" anrechnen lassen?

Für das Jahr des Wegzugs wird eine Steuererklärung sowie für das Jahr, in dem Sie zurückkehren, abzugeben sein, denn es gilt, dass man unterjährig den Status wechseln kann. Für beide Jahre wird all Einkommen weltweit in D zu deklarieren sein (obwohl nicht alles hier versteuert wird).

3. Soweit ich weiß besteht zwischen D und KOL kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), außer für Luft- und Schifffahrt. Stimmt das? Ich bin nicht in der Luft- und Schifffahrt tätig. Bedeutet das, dass ich - würde ich Punkt 1 nicht erfüllen - Steuern in D und KOL zahlen müsste, bzw. ich könnte mir die kolumbianische Steuer auf die deutsche Einkommenssteuer anrechnen lassen?

DBA ist hier nicht vorhanden, außer dem, das Sie angesprochen haben. Bei unbeschränkten Steuerpflicht in D werden Sie in beiden Ländern Steuer zu bezahlen haben. Aus deutscher Sicht wird eine Anrechnung stattfinden können (§ 34 C EStG).

zu 4.
Ja.

zu 5.
Ja.

zu 6.
Eine aus dem Ausland kommende Überweisung braucht man nicht zu versteuern. Kapitalerträge aber doch.

zu 7.
Meldepflichtig sind Auslandsüberweisungen von über 12.500 €. Die Banken müssen auffällige Geldbewegungen nach dem Geldwäschegesetz auch melden.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, den Fall ausführlich zu prüfen. Ich arbeite mit einem kolumbianischen Anwalt zusammen. Gerne können Sie uns mit der konkreten Prüfung bzw. Planung beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen

Ernesto Grueneberg, LL.M.
Abogado
Mitglied der Rechtsanwaltskammern Berlin & Madrid

Köthener Straße 44
10963 Berlin

info@kanzlei-potsdamerplatz.de
Tel.: 030 2318 5608
Fax.: 030 577 057 759

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