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Arbeiten in Katar, was ist mit dem Wohnsitz in Deutschland? Steuerrecht

| 09.08.2017 13:51 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland sind Personen, die hier einen Wohnsitz haben. Hierfür kann es ausreichen, dass eine Wohnung zur Verfügung steht, die zweimal für mehrere Wochen im Jahr genutzt wird oder wenn ein Auslandsstudent seine Semesterferien in Deutschland verbringt.

- Ab September 2017 werde ich als Pilot bei Qatar Airways anfangen.
- Derzeitiger Wohnsitz: Berlin

Die Frage ist, ob es eine Möglichkeit gibt den Wohnsitz in Deutschland zu behalten, ohne das in Katar erwirtschaftete Einkommen in Deutschland versteuern zu müssen, um:
- Die Fahrzeuge in Deutschland weiterhin zulassen zu können (Auto, Roller).
- Ein Deutsches Bankkonto weiterhin zu haben.
- Die Mietwohnung behalten zu können (Meine Frau möchte erstmal für etwa ein Jahr beruflich in Berlin bleiben, bevor sie nach Katar umzieht).
- Ehefrau: Staatsbürgerin eines nicht EU Landes, mit befristeten Aufenthaltsstatus bis September 2017 und Niederlassungserlaubnis ab September 2017, denn zu diesem Zeitpunkt sind wir 3 Jahre verheiratet.

Ist es evtl. auf folgendem Wege möglich?
- Hauptwohnsitz Katar, Zweitwohnsitz Berlin.

Wenn ich mich als Expat vollständig aus Deutschland abmelden muss um in DE keine Steuern zahlen zu müssen, kann meine Frau dann in DE gemeldet bleiben? Hat dies Auswirkungen auf meine Steurpflicht gegenüber Deutschland?

Noch ein paar Fakten zu den Arbeitszeiten in Katar:
- Etwa 8-10 Tage frei im Monat, die ich nach Möglichkeit in Berlin verbringen möchte.
- 56 Tage Urlaub, die ich auch in Berlin verbringen möchte.

Also, zusammengefasst: Ich möchte mein in Katar erwirtschaftetes Gehalt nicht in Deutschland versteuern, aber trotzdem in Deutschland Fahrzeuge anmelden können, Mietwohnung und Konto behalten. Wie mache ich das am geschicktesten mit dem Wohnsitz?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich bedaure mitteilen zu müssen, dass Sie um eine Besteuerung Ihres qatarischen Einkommens in Deutschland aller Voraussicht nach nicht herumkommen werden. Sie sind unbeschränkt steuerpflichtig, wenn Sie im Inland Ihren Wohnsitz haben, § 1 EStG. Die Rechtsprechung hierfür ist sehr differenziert. Bei Erwachsenen mit eigener Wohnung soll es ausreichen, wenn eine Wohnung über Jahre hinweg regelmäßig zweimal im Jahr für einige Wochen benutzt wird (BFH vom 23.11.1998, II ZR 139/87). Bei Auslandsstudenten soll es ausreichen,wenn sie die vorlesungsfreien Zeiten in Deutschland verbringen (BFH vom 23.11.2000, VI ZR 107/99). Im Fall eines sechsjährigen Kindes, das für neun Jahre ins Ausland zur Schule geschickt wird, soll es laut BFH ebenfalls vom 23.11.2000, VI ZR 166/99, nicht ausreichend sein, wenn es die Schulferien bei den Eltern im Zimmer eines Geschwisterkindes verbringt. Soweit ich den BFH verstehe, hat er in diesem Fall insbesondere auch darauf abgestellt, dass das mit sechs Jahren sehr junge Kind in die Obhut der im Ausland lebenden Großeltern gegeben wurde.

Da Sie überschlägig 160 bis 180 Tage in Deutschland sein werden und ich annehme, dass Sie in der bisherigen Wohnung gemeinsam mit Ihrer Frau leben möchten, die Wohnung also unverändert zu Ihrer Verfügung steht, dürften Sie in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sein. Da ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Qatar nicht geschlossen wurde, müssen Sie Ihr Einkommen in Deutschland versteuern. Da es wohl als Arbeitseinkommen dort steuerfrei ist, scheidet auch eine Anrechnung der ausländischen Steuer gemäß § 34 c EStG aus. Es ist aber wohl ein Doppelbesteuerungsabkommen in Arbeit.

Auf die Frage der Hauptwohnung und Nebenwohnung nach dem Bundesmeldegesetz kommt es nicht an. Gemäß 21 des Bundesmeldegesetzes kann ohnehin nur eine zweite Wohnung im Inland als Nebenwohnung gemeldet werden. Aus Sicht des Bundesmeldegesetzes bliebe die Wohnung in Berlin Ihre Erstwohnung, auch wenn Sie sich mehr in Qatar oder in Hotels aufhalten.

Die Niederlassungserlaubnis Ihrer Frau setzt zudem gemäß § 28 Aufenthaltsgesetz voraus, dass die familiäre Lebensgemeinschaft noch besteht. Für diese ist es erforderlich, dass Sie noch in der gemeinsamen Wohnung zusammen wohnen.

Ich bedaure keinen besseren Bescheid geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 09.08.2017 | 15:09

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