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Arbeit auf Abruf


15.12.2005 14:37 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Ich wurde zum 1.8.05 bei einem Krankengymnasten als Fußpflegerin eingestellt , für 30 Wochenstunden(stundenlohn 10€).Diese Arbeitszeit konnte ich nie erreichen, da es nicht genug Patientenanmeldungen Gab.Bei Rückfrage wurde mir gesagt, ich solle nur noch kommen, wenn Patienten angemeldet seien.An manchen Tagen ist es so, dass ich für einen Patienten meine Arbeit aufnehme, das ist dann eine Arbeitszeit von 0,75Std. für mich.Es wurde keine Mindestarbeitszeit geregelt. Mein Arbeitsvertrag ist nur mündlich geschlossen.Nach den allgemeinen Gesetzen ist es so geregelt, das mein Chef mich mindestens 10 Stunden die Woche bezahlen müßte.Oder ist das falsch? Ein Gespräch , welches gestern stattfand hat für mich nur die Antwort gebracht, wenn er mir so viel zahlen müsse, könne er seine Praxis schließen.Gekündigt hat er mir jedoch nicht und er erwartet, das ich so weiterarbeite.Wie soll ich mich verhalten und wie viel Geld steht mir zu?

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne will ich Ihre Anfrage beantworten.

Entscheidend für Ihre Arbeitszeit und die Frage der Entlohnung sind nur die Regeln des Arbeitsvertrages. Dieser aber wurde nur mündlich geschlossen. Zwar wurden Sie für 30 Wochenstunden eingestellt, aber gleichzeitig sagen Sie, dass keine Mindestarbeitszeit geregelt wurde. Wenn es aber zutrifft, dass Sie für dreißig Wochenstunden zu einem Stundenlohn von € 10 eingestellt wurden, dann haben Sie auch Anspruch auf Zahlung von dreißig Wochenstunden. Das ist unabhängig davon, ob es in dieser Zeit etwas zu tun gibt. Diese Frage fällt in den Risikobereich des Arbeitgebers und ändert nichts an seiner Zahlungspflicht.

Wenn Sie jetzt nur noch kommen sollen, wenn Patienten angemeldet sind, so verkürzt Ihr Arbeitgeber die Arbeitszeit ja noch weiter. Sie rücken insoweit in die Nähe einer freien Mitarbeiterin. Wenn Sie aber, wie Sie sagen, wirklich einen Arbeitsvertrag zu 30 Wochenstunden abgeschlossen haben, so können Sie auch darauf bestehen. Eine Mindestbeschäftigungszeit von 10 Stunden samt entsprechender Bezahlung existiert jedoch nicht.

Problematisch ist es aber, dass Sie nur einen mündlichen Arbeitsvertrag geschlossen haben. Sie werden dann im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit Ihrem Arbeitgeber auch die Vereinbarung von 30 Wochenstunden beweisen müssen. Und das wird Ihnen ohne schriftliche Vereinbarung sehr schwer fallen.

Darüber hinaus wird sich Ihr Arbeitgeber bei einem solchen Vorgehen gegen ihn wohl ohnehin per Kündigung von Ihnen trennen. Bei einer solchen haben Sie mangels Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes auch eher schlechte Aussichten, eine Weiterbeschäftigung zu erzwingen.

Zwar haben Sie nach alledem einen Anspruch auf Zahlung von 30 Wochenstunden, jedoch ist es Ihnen aller Voraussicht nach nicht möglich, diesem Umstand auch zu beweisen. Daher kann ich Ihnen leider nur raten, die Situation so, wie sie ist, zu akzeptieren und sich eine andere Stelle zu suchen und bei Erfolg selbst zu kündigen. Ohne Patienten wird es Ihren Arbeitgeber wohl auch nicht mehr allzu lange geben, so dass Ihnen auch ein Anspruch auf volle Zahlung der 30 Wochenstunden nichts mehr nutzen würde.

Ich bedauere, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können, stehe Ihnen aber für Rückfragen gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt

www.rechtsanwalt-graeber.de
info@rechtsanwalt-graeber.de

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