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Apple Macbook als neu verkauft

27.05.2019 13:00 |
Preis: 45,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Zusammenfassung: Zum Vorgehen nach Erhalt einer mangelhaften Kaufsache

Hallo,
ich habe letztes Jahr im Mai bei Ebay ein Macbook Pro von Apple erworben. Das Gerät war als neu - sonstige gekennzeichnet. Nun stellte ich fest, dass der Bildschirm immer öfter flackerte. Ich machte einen Termin bei Apple, weil ich mich vermeintlich noch in der einjährigen Garantie befand. Dort teilte man mir mit, dass keine Garantie mehr bestehen würde, da das Gerät bereits im November 2017 aktiviert worden sei. Das Mainboard sei defekt und müsste getauscht werden. Es war zum Zeitpunkt des Kaufs also schon fast ein halbes Jahr im Gebrauch.
Als ich mich an den Händler wandte, teilte dieser mir mit, dass er ja in der Artikelbeschreibung auf ein Vorführgerät hingewiesen habe. Bei ihm würde sich das Gerät aber noch in der Garantiezeit befinden. Ich habe es dann hingeschickt und seitdem nichts mehr gehört. Auf erste Nachfragen hieß es, dass das Macbook beim Hersteller zur Reparatur sei. Als wir bei Apple nachfragten, teilte man mir mit, dass das Gerät bis dato nicht dort gewesen sei. Ich erhielt dann sogar noch eine Nachfrage eines der Mitarbeiter des Händlers, wie oft der Schaden aufgetreten sei, denn der Hersteller wolle das angeblich wissen. Mir liegt von Apple ein komplettes Fehlerprotokoll mit Kostenvoranschlag vor. Ein weiterer Beleg, dass das Gerät nie beim Hersteller gewesen sein kann.
Wie sollte ich jetzt weiter vorgehen ?
Auf meine Aufforderungen, sich zu melden, bzw. den Kaufpreis zu erstatten wurde und wird seitens des Händlers nicht mehr reagiert.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst einmal muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie wegen der nicht vollständigen Garantiezeit leider nicht gegen den Verkäufer werden vorgehen können, falls es zutrifft, dass der Kaufgegenstand als Vorführgerät bezeichnet worden ist.

Dennoch haben Sie ein mangelhaftes Gerät erhalten, da auch ein Vorführgerät neben leichter äußerer Gebrauchsspuren technisch nahezu neuwertig zu sein hat und ein Flackern des Bildschirms bzw. ein fehlerhaftes Mainboard nicht hinnehmbar sind. Sofern Sie nicht bereits (nachweisbar) eine Frist zur Nacherfüllung gesetzt haben, sollten Sie dies nun tun.

Ich empfehle Ihnen also, dem Verkäufer per Einwurfeinschreiben zur Nacherfüllung binnen 2 Wochen aufzufordern. Sollte diese Frist dann verstreichen, ohne dass Sie den Kaufgegenstand mangelfrei zurückerhalten, werden Sie vom Kaufvertrag zurücktreten können. Falls der Verkäufer dann nach Zugang der Rücktrittserklärung den Kaufpreis nicht zurückzahlen sollte, müssten Sie Ihren Anspruch gerichtlich gegen den Verkäufer durchsetzen. Gleiches gilt, wenn Sie diese Erklärungen bereits jetzt nachweisbar vorgenommen haben sollten.

Falls Sie im weiteren Verlauf einen Rechtsanwalt beauftragen möchten, können Sie sich gern an mich wenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 28.05.2019 | 06:56

Hallo Herr Liedtke,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe dem Verkäufer bereits am 9.5.19 in Verzug gesetzt und eine Frist bis zum 16.5.19 zur Reparatur oder Kaufpreiserstattung gesetzt. Das war allerdings per Email. Ist das ausreichend ? Dann würde ich Sie gern mit der weiteren Verfolgung der Angelegenheit betrauen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.05.2019 | 10:10

Sehr geehrter Fragesteller,

sollte der Verkäufer im weiteren Verlauf die Fristsetzung bestreiten (die nun einmal Voraussetzung für einen wirksamen Rücktritt ist), müssten Sie den Zugang Ihrer Willenserklärung beweisen. Und genau diesbezüglich ist eine Email nicht ausreichend, da die Gerichte die Auffassung vertreten, dass das Absenden einer Email nicht gleichbedeutend mit ihrem Zugang beim Empfänger sein muss (aufgrund technischer Probleme könnte eine Email auch abhandenkommen). Daher wäre die Email nur ausreichend, wenn der Verkäufer darauf Bezug nehmend geantwortet hätte.

Die Frage des erfolglosen Ablaufs einer (nachweisbar) gesetzten Frist ist wichtig für den Rücktritt selbst aber auch für einen Erstattungsanspruch bezüglich der durch meine Tätigkeit entstehenden Anwaltskosten.

Auch wenn es Ihnen als übertriebene Förmelei erscheint, empfehle ich Ihnen, trotzdem noch einmal per Einwurfeinschreiben eine Frist zu setzen (nach der Vorgeschichte sollte aber eine Woche reichen). Bitte wählen Sie als Versandform ein Einwurfeinschreiben und kein Einschreiben mit Rückschein (welches nicht wirksam zugehen würde, wenn der Empfänger es nicht annimmt). Sollte der Verkäufer auch diese Frist dann verstreichen lassen, können Sie sich gern erneut bei mir melden, damit ich dann für Sie tätig werde. Die relevanten Unterlagen können Sie mir gern per Email zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

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