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Anzeigenwerbung in lokalem Magazin - Verteilung des Magazins fraglich


01.08.2017 18:50 |
Preis: 25,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von



Zum 1. Mai 2017 habe ich eine neue Praxis (Heilpraktikerin) eröffnet. Zur Bekanntmachung meines Angebotes habe ich im lokalen Amts- und Mitteilungsblätter der Gemeinde Dossenheim inseriert. Dieses wird ausschließlich an Abonennten verteilt. Soweit gut.

Nun hat dergleiche Anbieter/Verlag ein neues Magazinformat "Lokalmatador" konzipiert, dass - unabhängig vom Amtsblatt der Gemeinde - über Veranstaltungen informiert. Die Verteilung soll in 4 Gemeinden erfolgen (Dossenheim, Schriesheim, Heddesheim, Hirschberg) und wurde mit garantierten 97% Haushaltsabdeckung beworben!
(Die Bewerbung dieses neuen Magazins "Lokalmatador" ist unten angefügt)

Die erste Erscheinung war für KW 30 angekündigt, ich hatte eine Anzeige auf der Titelseite gebucht, mit entsprechend hohen Kosten.
Im Briefkasten meiner Praxis in Dossenheim (die Adresse war in der Anzeige beworben) fand ich das Magazin, in meiner Privatwohnung Fehlanzeige. Daraufhin habe ich bei Nachbarn, Bekannten und Patienten eine stichprobenartige Umfrage gemacht. Keiner (absolut keiner!) meiner Stichproben hat das Magazin erhalten. Darunter waren Haushalte in den 4 Gemeinden in verschiedenen Straßen, teilweise waren die Briefkästen mit der Aufschrift "keine Werbung" versehen, andere ohne.
Auf meine Nachfrage beim Verlag sagte mir die zuständige Mitarbeiterin, dass die Verteilung an alle Haushalte erfolgen sollte (also auch an Haushalte mit Aufschrift "Keine Werbung"), es habe wohl schon weitere Unzufriedenheit von Inserenten ergeben. Man würde sich mit dem Verteildienst in Verbindung setzen und sich melden.

Zum Heft:
Das Heft war extrem dünn - 1 Titelseite, 5 Seiten Inhaltliches (Veranstaltungskalender/-tipps), 10 Seiten Anzeigen.
Es ist zwar kein Beweis für die fehlende Verteilung, doch hat sich innerhalb von 2 Werktagen auch keiner gemeldet. Die nächsten Tage werde ich die Rückmeldungen prüfen - ohne Rückmeldung bei einer Titelseitenanzeige erscheint mir eine Verteilung völlig absurd.

Heute habe ich die Rechnung erhalten.

Meine Frage/n:
Mir drängt sich der Gedanke auf, dass die Verteilung nur an die inserierenden Anzeigenkunden erfolgte.
1. Was muss ich tun, um die ungenügende Verteilung zu rügen bzw. zu "beweisen"? Muss ich die Stichproben dokumentieren, wenn ja, wie? Wieviele Stichproben muss ich nachweisen?
2. Was muss ich dem Verlag gegenüber tun, um korrekt die Rechnung zu mindern? Wenn ja, in welcher Höhe? Was kann ich jetzt tun?
3. Macht es Sinn, sich mit den anderen Anzeigenkunden kurz zu schließen und damit zu argumentieren?

---
Zitat aus der Werbung für das Magazin:
Mit dem Lokalmatador Magazin erreichen Ihre Anzeigen und Beilagen alle Haushalte*
Das Lokalmatador Magazin informiert die Region zum Start einmal im Monat über die Highlights in der Region.
Den Gewerbetreibenden bieten sich damit ganz neue Möglichkeiten, denn diese können die Haushalte in den jeweiligen
Verbreitungsgebieten zu sehr wirtschaftlichen Konditionen erreichen.

*Wir garantieren eine Haushaltsabdeckung von 97 %.
Das Lokalmatador Magazin wird zusammen mit den Mitteilungsblättern ausgetragen und ist teilweise in diese eingelegt.
01.08.2017 | 20:50

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:

1. Nicht Sie müssen die mangelhafte Verteilung beweisen, sondern der gegnerische Verlag müßte beweisen, daß die Broschüre vertragsgemäß verteilt wurde.

2. Da aufgrund Ihrer stichprobenmäßig Ermittlungen der Verdacht naheliegt, daß gar keine Verteilung erfolgte, sollten Sie die Rechnung nicht bezahlen. Nur wenn und soweit Ihnen der Verlag die Verteilung nachweist, sollten Sie eine Zahlung leisten. Dies sollten Sie dem Verlag mitteilen.

Im übrigen sollten Sie abwarten (und sich vor allem nicht durch Drohungen mit Klage etc. einschüchtern lassen). Wenn Sie tatsächlich verklagt werden sollten, sollten Sie einen Rechtsanwalt vor Ort mandatieren.

3. Inwieweit Sie gegenüber dem Verlag mit den anderen Anzeigenkunden argumentieren wollen, erschließt sich mir nicht. Die anderen Anzeigenkunden können zu der Frage, ob und in welchem Umfang die Broschüre verteilt wurde, nichts aussagen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, daß diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie im Zweifelsfall gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 03.08.2017 | 07:26

Danke für Ihre zügige Antwort.
Eine kurze Nachfrage: Wie muss der Verlag beweisen, dass die Verteilung erfolgt ist? Kann ich einen schriftlichen Nachweis verlangen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.08.2017 | 20:57

Sehr geehrte Fragestellerin,

wer sollte einen schriftlichen Nachweis ausstellen? Die Broschüren wurden ja nicht gegen Quittung verteilt.

Zunächst kommt es darauf an, ob Sie dem Verlag glauben, daß die Broschüren verteilt sind und die Rechnung bezahlen, oder eben nicht und folglich nicht zahlen.

Der Verlag wäre beweisbelastet, wenn die Sache vor Gericht geht. Er müßte also den Richter überzeugen, daß die Verteilung ordnungsgemäß erfolgt ist. Wahrscheinlich würden die Mitarbeiter des Verteildienstes als Zeugen für die Verteilung benannt werden. Daß diese besonders glaubwürdig sind, ist wegen ihres Eigeninteresses natürlich zu bezweifeln.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

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