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Anzeigen wegen Betruges -welches Strafmaß?


30.08.2006 23:05 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

vor einigen Wochen habe ich bei einem Online Auktionshaus als Händler mehrere Sachen verkauft, die ich nicht besaß.Es handelt um eineSchadenssumme von ca. 25.000 Euro und ca.40 Geschädigte Personen. Das Geld erhieltich auf mein Konto, konnte die Ware aber nicht liefern. Mit dem geld habe ich andere verbindlichkeiten Beglichen. Nun habe ich mehrere Anzeigen wegen Betruges erhalten.

ich möchte nun folgendes wissen:
Bekomme ich eine Gefängnisstrafe OHNE oder MIT Bewährung und wie hoch wird die Strafe ungefähr sein? Habe ich einen gewerbsmäßigen Betrug begangen oder nicht ?Ich bin nicht vorbestraft,40Jahre alt und habe schon mit der Rückzahlung bei 2 geschädigten begonnen. Vielen Dank für die Beantwortung.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Eine genaue Prognose bezüglich des Strafmaßes ist auf diesem Wege nicht möglich, da die Ermittlung des Strafrahmens der richterlichen Bewertung Ihrer persönlichen Schuld im Rahmen der Hauptverhandlung obliegt.

Der "einfache" Betrug (§ 263 Abs.1 StGB) wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. In Ihrem Fall können Sie durchaus wegen Betruges in einem besonders schweren Fall angeklagt werden, § 263 Abs. 3.

Zwar liegt kein Vermögensverlust großen Ausmaßes im Sinne des § 263 Abs. 3 Nr. 2 vor. Ein Vermögensverlust in diesem Sinn ist nach einem Urteil des BGH jedenfalls dann nicht von „großem Ausmaß“, wenn er den Wert von 50.000 € nicht erreicht.

Bei der von Ihnen angegebenen Schadenssumme und der Anzahl der Geschädigten wird man jedoch gewerbsmäßiges Handeln bejahen können, § 263 Abs. 3 Nr. 1. Gewerbsmäßig handelt, wer sich durch wiederholte Tatbegehung eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle von einigem Umfang und einiger Dauer verschaffen will.

Der Strafrahmen beträgt hier Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Da Sie nicht vorbestraft sind, erachte ich die Wahrscheinlichkeit, eine Haftstrafe ohne Aussetzung zur Bewährung zu bekommen, auch bei Vorliegen eines besonders schweren Falles eher sehr gering.

Wahrscheinlicher ist die Verhängung einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr, deren Vollzug zur Bewährung ausgesetzt wird.
Aber auch, wenn die verhängte Freiheitsstrafe sich im Rahmen von bis zu zwei Jahren bewegen sollte, ist eine Aussetzung zur Bewährung unter den Voraussetzungen des § 56 Absatz 1 StGB möglich, wenn nach der Gesamtwürdigung von Tat und Persönlichkeit des Verurteilten besondere Umstände vorliegen. Bei der Entscheidung ist namentlich auch das Bemühen des Verurteilten, den durch die Tat verursachten Schaden wiedergutzumachen, zu berücksichtigen.
Insofern tun Sie in jedem Fall gut daran, bereits jetzt mit der Rückzahlung zu beginnen und sollten auch weiterhin die Verständigung mit Ihren Gläubigern suchen. Natürlich wirkt es sich im Rahmen einer Hauptverhandlung auch positiv aus, wenn Sie geständig sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine hilfreiche erste rechtliche Orientierung bieten und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 31.08.2006 | 02:13

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Mauritz,
herzlichen Dank für Ihre Beantwortung.Eine letzte Frage:
Kann es ein, das die Polizei zu mir nach Hause kommt und mich evtl festnimmt oder erhalte ich eine Vorladung. Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.08.2006 | 21:02

Sehr geehrter Fragesteller,

ich halte es für nicht wahrscheinlich, dass man Sie festnimmt bzw. eine Untersuchungshaft angeordnet wird. Sie werden vielmehr zunächst eine Vorladung zur polizeilichen Vernehmung erhalten. Zur Befolgung dieser Vorladung sind Sie nicht verpflichtet, Sie sollten aber, sofern Sie sich dazu entscheiden, höflicherweise telefonisch absagen. Auch wenn Sie sich geständig verhalten wollen, empfiehlt es sich, schon in diesem Verfahrensstadium einen Rechtsanwalt als Verteidiger einzuschalten, um das Beste für Sie "rauszuholen".

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

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