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Anzeige wg. Sachbeschädigung an Kfz

28.11.2012 12:59 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Ich habe eine Vorladung bekommen, um als Beschuldigter wegen Sachbeschädigung von der Polizei befragt zu werden.
Sachverhalt:
Ich wurde von einem neben mir parkenden PKW-Halter so eingeparkt, dass ich nicht mehr an der Fahrerseite in mein Kfz einsteigen konnte. Der Abstand zw. beiden PKW war ca. 15 cm, so dass meine Tür nur einen spaltbreit geöffnet werden konnte. Da ich schwerbehindert bin, mit Merkzeichen 'G', d.h. gehbehindert, multiplen Gelenkproblemen auch an Knien und Wirbelsäule und eine künstl. Hüfte habe, stellte dies eine fast unlösbare Behinderung für mich dar. Ich war wutentbrannt und habe das Nachbarauto mit einigen Kratzern versehen, danach quetschte ich mich unter Schmerzen und Mühen und Angst, meiner Hüfte Schaden zuzufügen, über die Beifahrerseite in mein Auto.

Meine Fragen:
1. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich bei der Befragung auftreten soll. Gleich alles zugeben, obwohl ich nicht weiß, ob Zeugen vorhanden sind, die mich beobachtet haben ? Was wäre hier die mögliche Konsequenz, insbesondere was die Haftung oder irgendwelche Schadensersatzzahlungen angeht? Wie und durch wen wird die Höhe irgendwelcher Zahlungen bestimmt (diese dürften ziemlich hoch liegen, da mehrere Kratzer entstanden sind) ? Das Kfz ist jedoch nicht sehr hochwertig und schon ein älteres Baujahr (rein von dem Äußeren ausgehend).
2. Ich vermute, dass ein Zeuge mich dem Halter gemeldet oder er /sie selbst mich gesehen hat. Kann ich dies bei dem vernehmenden Polizisten erfragen, bevor ich Aussagen mache oder wird das nicht preisgegeben? Diese Frage wäre für mich besonders wichtig. Muss der Beamte mir sagen, warum ich als Beschuldigte identifiziert wurde? Ich würde dies gerne wissen, denn wenn kein Zeuge für die Tat vorhanden ist, könnte ich keine Aussage machen. Wie würden Sie diese Vorgehensweise beurteilen bzw. was empfehlen Sie? Was wären die möglichen Konsequenzen, wenn ich keine Aussagen mache (Strafverfahren? etc.)
3. Wenn ein Zeuge mich beobachtet hat: ist es wohl besser die Tat zuzugeben, oder?
Was ist dann empfehlenswerter: Gebe ich zu, wutentbrannt und aus Verzweiflung über die (übrigens mir tagtäglich begegnende) Ignoranz und Rücksichtlosigkeit meiner Mitmenschen gehandelt zu haben, was der Wahrheit entspricht oder sage ich, es sei aus Versehen, aus Unachtsamkeit (Metallschnallen am Anorak, Ringe...)geschehen, als ich mich zwischen die beiden Fahrzeuge klemmte, um zu versuchen, die Türen an meinem Kfz zu öffnen? Könnte dies den Unterschied zwischen vorsätzlicher und fahrlässiger Sachbeschädigung bedeuten und ist das wichtig?
4. Kann ich auf Verständnis oder Entgegenkommen hoffen, wenn ich meine besondere gesundheitliche Lage erkläre (Behindertenausweis und Endoprothesenpass kann ich z.B. vorlegen) oder ist das irrelevant?
5. Welche Konsequenzen hat diese Anzeige? Dies ist besonders brisant für mich, da ich als (ziviler) Angestellter bei einer Sicherheitsbehörde arbeite und dort alle paar Jahre einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden!! Oberstes Ziel ist für mich eine Vermeidung eines Verfahrens, das in irgendwelche polizeilichen oder gerichtlichen Akten eingeht. Wo und wie wird dieser ärgerliche und peinliche Vorgang bearbeitet und kann er bei einer solchen Überprüfung entdeckt werden?

Die Angelegenheit ist für mich emotional sehr belastet und ich verspüre keine echte Reue, da ich mich ungerecht behandelt fühle. Ich befürchte, mich bei der Befragung aufgrund meiner inneren Emotionalität bei dem Thema zu Aussagen hinreißen lassen könnte, die mir zum Nachteil gereichen könnten.
Und ganz zum Schluß: Gäbe es denn eine Möglichkeit den Anzeigesteller wegen der mir verursachten physischen Beschwerden und Gefahren bei den Verrenkungen des gesamten Körpers bei dem Einsteigen über die Beifahrerseite zu belangen?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie haben den empfohlenen Richtpreis in Relation der Anzahl der Fragen erheblich unterschritten und dadurch bei der Frage der Dringlichkeit / Detailtiefe die niedrigste Variante gewählt. Ich darf um Beachtung beim Lesen der Antwort und Ihrer Bewertung bitten. Nun zur Antwort Ihrer Fragen:

1.)

Sie müssen dort nicht hin. Machen Sie gar keine Angaben und beauftragen Sie einen Rechtsanwalt. Nach Akteneinsicht kann dann das weitere Vorgehen abgesprochen werden.

Natürlich haften Sie für die mutwilligen Beschädigungen. Wenn der Wert der Ersatzleistungen strittig wird, wird ein teurer Sachverständiger eingeschaltet. Der legt einen Wert fest, dem ein Gericht in der Regel dann auch folgen wird.

2.)

Der Polizist muss Ihnen gegenüber keine Angaben zu unbeteiligten Dritten machen. Daher ist die Einschaltung des Rechtsanwaltes sinnvoll, da dieser die Akte zur Einsicht bekommt.

Steht der Akteninhalt fest, also auch mögliche Belastungszeugen / Video etc. kann danach das weitere Vorgehen abgeklärt werden.

3.)

Sicher ist die Unterscheidung zwischen vorsätzlicher oder fahrlässiger Sachbeschädigung relevant. Erst nach Akteneinsicht sollten Sie ggfs. etwas zugeben. Ein Geständnis wirkt strafmildernd.

4.)

Nein!

5.)

Die mögliche Konsequenz wäre eine Verurteilung. Sollte die Beweislage (die man erst nach Akteneinsicht beurteilen kann) nicht reichen, würde das Verfahren eingestellt oder es kommt zum Freispruch.

Ihr oberstes Ziel können Sie nicht erreichen, da bereits ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet worden ist. Der Arbeitgeber wird davon aber nicht informiert, solange es kein öffentlicher Arbeitgeber ist.


Eine Möglichkeit, den Geschädigten mit in die Verantwortung zu ziehen, gibt es so nicht. Damals hätten Sie ein Abschleppunternehmen rufen können. Auch wenn der Ärger verständlich ist; das ist kein Grund/Rechtfertigung für eine Sachbeschädigung, so dass Sie auch nun nicht ein Mitverschulden konstruieren können. Auch eine Strafanzeige Ihrerseits würde keinen Erfolg bringen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2012 | 14:25

Ich selbst kann also keine Akteneinsicht erhalten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2012 | 14:35

Sehr geehrte Ratsuchende,

doch, das können Sie.

Aber Sie schreiben selbst, dass die große Gefahr besteht, dass Sie sich dabei dann hinreißen lassen könnten, vielleicht etwas zu sagen, was man besser nicht sagen sollte.

Die Gefahr, dass ein Polizeibeamter dann vielleicht die Sache noch ausweitet, kann nicht geleugnet werden.


Daher sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse Akteneinsicht über einen Rechtsanwalt einholen lassen. Sicherlich kostet dass auch Geld. Aber eine unbedachte Aussage Ihrerseits ist ganz bestimmt viel teurer.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php


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