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Anzeige wegen sexueller Nötigung

| 28.09.2014 12:58 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Sehr gehrte Damen und Herren,

ich habe am 22.09.14 eine Anzeige bzw. eine Vorladung wegen des Verdachts auf sexueller Nötigung erhalten. Nun soll ich zur Aussage auf das Revier kommen!

Als ich die Vorladung erhalten habe, war ich mir keiner Schuld bewusst und rief die Kommissarin die auf der Vorladung vermerkt war an, um nähere Information dazu zubekommen.

Sie teilte mit telefonisch mit, dass der Vorfall 11 Jahre zurück liegt und wer mich Angezeigt hat.

Zum Angeblichen Tattag kann ich nicht viel dazu sagen, weil es schon 11 Jahre her ist und zudem damals alle sehr stark Alkoholisiert waren.

Was ich noch weiß, ist folgendes, dies habe ich so auch vorab der Kommissarin mitgeteilt:

Wir waren damals ca 14-15 Jahre alt und tranken in dem Hobbyraum meines damaligen besten Freundes sehr viel Alkohol. Aus welchen Anlass wir getrunken hatten, weiß ich heute einfach nicht mehr! Es ist schließlich 11 Jahre her... Ich konnte mich auch damals einen Tag danach an nichts mehr erinnern, ob ich was mit diesem Mädchen hatte oder nicht!
Ich glaube, bin mir aber auf Grund des langen Zeitraumes nicht sicher ob dies auch so war, das mir am nächsten Tag von diesem Mädchen mitgeteilt wurde, dass wir was miteinander hatten. Was ich aber weiß, ist das wir uns Jahre später zufällig einmal getroffen hatten und wir uns normal begrüßt und auch miteinander lachten und auch redeten. Es gab nie Anzeichen Ihrerseits, das ich Sie zum Sex genötigt hätte! Zeugen gab es wohl damals keine, denn sonst wäre es schon viel früher zur Anzeige gebracht worden! Mehr weiß ich nicht mehr was in Zusammenhang mit Ihr gewesen sein kann! Für mich ist das nach 11 Jahren ein großes Rätsel und ich selbst wusste nie ob ich jetzt mal was mit Ihr hatte in dieser Nacht oder nicht!

Dies habe ich so vorab der Kommissarin am Telefon mittgeteilt, weil ich mir keiner Schuld bewusst bin, so etwas getan zu haben!

Ich fragte auch die Kommissarin was im schlimmsten Fall jetzt passieren könnte, ob ich jetzt ins Gefängnis muss!? Sie meinte das nicht viel passieren kann.
Laut Kommissarin besteht eine Aussage der Mutter.
Ich solle meine Aussage zu Protokoll geben und Unterschreiben, dann geht das ganze an die Staatsanwaltschaft. Zudem sei das Mädchen mittlerweile in Psychischer Behandlung.
Sie glaube auch das Sie mir damit keins reinwürgen wolle, sondern danach besser damit abschließen könne!
Ich fragte auch, ob ich einen Anwalt bräuchte, Sie meinte NEIN.
Sie war wirklich sehr freundlich und ich frage mich nun, ob Sie vielleicht aufgrund mangelnder beweise schon weiß, das nichts passieren wird und deswegen sagt ich brauche keinen Anwalt.

Nun meine Frage:
Kann ich das so bei meiner Aussage auch angeben?
Ist es Problematisch zu sagen, ich wusste damals schon nichts mehr was geschehen war, weil ich zu betrunken war? Wir hatten alle sehr viel getrunken.
Brauche ich hierfür einen Anwalt oder kann ich das auch so bei meiner Aussage angeben?
Was erwartet mich im schlimmsten Fall?
Werden auch die Zeugen befragt, die an dem Abend mit uns getrunken hatten?
Wird so ein Fall der solange her ist und keine beweise mit sich bringt, Öffentlich gemacht?
Kommt es zur Anklage?

Für mich als mittlerweile selbständiger Unternehmer ist der ganze Vorwurf nach 11 Jahren sehr schlimm. Ich habe jetzt große bedenken um meine und die Zukunft meiner Firma.
Ab wann trifft eine so genannte Verleumdung ein?
Wie sollte ich mich verhalten? Aussage verweigern oder wie sowieso schon mittgeteilt meine Aussage zu Protokoll geben.

Ich bedanke mich vorab für Ihr bemühen und freue mich auf eine Antwort Ihrerseits

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:





Frage 1:
"Wie sollte ich mich verhalten?"




Sie sollten einen Anwalt beauftragen, der für sie Einsicht in die akte nimmt und sich erst dann selbst oder über den Anwalt zur Sache einlassen.

Gerne stehe ich Ihnen dazu bei Bedarf zur Verfügung.




Frage 2:
"Kann ich das so bei meiner Aussage auch angeben?"


Offenbar haben Sie das ja schon am Telefon getan, wobei ich einmal davon ausgehe, dass Sie nicht am Telefon darüber belehrt wurden, dass es Ihnen freisteht sich zu äußern. Dies steht aber sicherlich in der Vorladung.

Es ist regelmäßig nicht empfehlenswert sich unmittelbar zu äußern, weil so Inhalte in die Ermittlungsakte kommen, die später kaum oder nur sehr schwierig zu revidieren sind.

Hat die Beamtin über das Telefonat einen Vermerk gemacht, wäre dies sicher konktraproduktiv.

Immerhin sind die Beamten darauf geschult, den Tatverdacht aufzuhellen.




Frage 3:
"Werden auch die Zeugen befragt, die an dem Abend mit uns getrunken hatten?"


Selbstverständlich. Sofern diese namentlich bekannt sind werden diese befragt.



Frage 4:
"Wird so ein Fall der solange her ist und keine beweise mit sich bringt, Öffentlich gemacht?
Kommt es zur Anklage?"


Zu einer öffentlichen Hauptverhandlung kommt es, wenn die staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen davon ausgeht, dass Ihnen die Tat in der Hauptverhandlung auch nachzuweisen sein wird, §§ 170 I, 203 StPO.


Zuvor müsste die Verjährung der Tat ausgeschlossen werden, wobei dies nach dem Tatvorwurf und den mitgeteilten Daten bereits - vorbehaltlich einer Prüfung der Akte - ausgeschlossen werden kann, da die Verjährung nach § 78 I Nr. 1 StGB ruhte.


Ohne Beweise tritt allerdings auch eine übereifrige Staatsanwaltschaft selten an.




Frage 5:
"Ab wann trifft eine so genannte Verleumdung ein?"


Nach § 187 StGB dann, wenn jemand wider besseren Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist.




Frage 6:
"ob ich jetzt ins Gefängnis muss!?"


Ins Gefängnis werden sie ganz sicher nicht müssen - zumal die Tat ohnehin nach Jugendstrafrecht zu beurteilen wäre.








Ich stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie gerne auch für eine weitere Interessenwahrnehmung jederzeit zur Verfügung. Klicken Sie dazu auf mein Profilbild, um meine Kontaktdaten einsehen zu können.





Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 28.09.2014 | 15:02

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Was erwartet mich wenn ich tatsächlich nach Jugendstrafrecht verurteilt werden sollte?

Angenommen es bestehen keine Beweise und es steht Aussage gegen Aussage, könnte es mir negative Ausgelegt werden, wenn ich sage das wir damals viel Alkohol getrunken hatten und ich am nächsten Tag schon nichts mehr wusste?


Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.09.2014 | 18:42

Nachfrage 1:
"Was erwartet mich wenn ich tatsächlich nach Jugendstrafrecht verurteilt werden sollte?"


Sollten Sie tatsächlich verurteilt werden, wäre eine Jugendstrafe von mindestens einem Jahr bei dem Tatvorwurf des § 177 StGB möglich. Dabei ist dann aber zu erwarten, dass eine solche Jugendstrafe nach § 21 JGG zur Bewährung ausgesetzt werden würde.




Nachfrage 2:
"könnte es mir negative Ausgelegt werden, wenn ich sage das wir damals viel Alkohol getrunken hatten und ich am nächsten Tag schon nichts mehr wusste?"


Ja, das ist je nach weiterer Beweislage möglich.

Bewertung des Fragestellers 28.09.2014 | 20:53

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Wie verständlich war der Anwalt?

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 28.09.2014 4,8/5,0
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