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Anzeige wegen gefähricher Körperverletzung und Nötigung

08.03.2012 17:04 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


nach einem burn out habe ich im alkoholisierten zustand meine freundin geschlagen. ich weiss von dem vorgang fast überhaupt nichts mehr, sie hat aber eine aussage gemacht. ich habe ihr wohl an die schulter geschlagen, habe ihr mehrere ohrfeigen mit der flachen hand gegeben, sie hat davon hämatome erlitten. weiter soll ich sie im bett getreten haben, kein schuh (beide liegend). ich habe sie am hals gefasst, sie sagte aber aus, dass ich sie nicht gewürgt hätte und sie immer luft bekam. weiter soll ich ihr einen korkenzieher hinterhergeworfen haben, allerdings an ihr vorbei.

sie wollte die wohnung dann verlassen, ich bin ihr nachgerannt laut aussage und habe sie wieder in die wohnung geführt.

morgens wollte sie sich mit tabletten betäuben, ich habe den notarzt gerufen.

sie hat gegen mich bis jetzt keine anzeige aufgegeben, diese bekam ich von der polizei. frage: welches strafmaß halten sie für wahrscheinlich? ich bin nicht vorbestraft und werde alles so aussagen wie ich es noch weiss. ist das körperverletzung oder gefährliche? kann solch ein delikt im rahmen bleiben, dass es nicht ins pol führungszeugnis kommt? gegebenenf. täter opfer ausgleich?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres ausgelobten Betrags wie folgt:

Soweit Sie Ihre Freundin mit der flachen Hand geschlagen haben, liegt "nur" eine einfache Körperverletzung vor.

Hinsichtlich des "Schlagens an die Schulter" geben Sie nicht an, ob dies mit der Faust oder ebenfalls mit der flachen Hand erfolgte. Dies hat hinsichtlich der rechtlichen Einordnung keine Auswirkung. Allerdings wird üblicherweise bei Faustschlägen eine höhere Strafe verhängt.

In Bezug auf das Treten im Bett kommt es darauf an, wohin getreten wurde und mit welcher Wucht.
Tritte gegen den Kopf sind dabei verständlicherweise anders einzustufen, als Tritte gegen die Beine. Hier müsste genau geprüft werden, welche Verletzungen hierdurch verursacht wurden, was Ihre Freundin ausgesagt hat und ob es insoweit objektive Beweise gibt. Die rechtliche Einstufung kann hier von lediglich einer einfachen Körperverletzung bis hin zum versuchten Totschlag erfolgen.

Das Fassen an den Hals als solches ist ohne Würgen oder sonstige Handlung nicht relevant. Sollten Sie Ihre Freundin hier von einer Handlung abgehalten oder zu einer Handlung bzw. der Duldung einer Handlung veranlasst haben, dann wäre dies allerdings als Nötigung einzustufen.

Das Werfen mit dem Korkenzieher ist als versuchte gefährliche Körperverletzung zu werten, wenn Sie Ihre Freundin treffen wollten.

Ich habe Ihre Ausführungen so verstanden, dass Ihre Freundin zwischendurch die Wohnung verlassen hatte und Sie ihr hinterher gelaufen sind. Sie schreiben dann Sie hätten sie "wieder in die Wohnung geführt". Bitte nutzen Sie hier die Nachfragefunktion, um dies genauer zu beschreiben. Im Moment kann ich dies nicht rechtlich bewerten.

Die einfache Körperverletzung ist mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe, die versuchte gefährliche Körperverletzung mit 1 Monat bis zu 7,5 Jahren, die Nötigung mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bedroht.

Die wahrscheinlichen Höhe der Strafe hängt sehr stark von den genauen Tatumständen und den Verletzungen bei Ihrer Freundin ab.
Zu Ihren Gunsten wäre möglicherweise die von Ihnen angesprochene Alkoholisierung zu werten. Sollte ein Täter-Opfer-Ausgleich durchgeführt werden, dann wäre dies ebenfalls zu Ihren Gunsten zu berücksichtigen.

Ein Eintrag im "normalen" polizeilichen Führungszeugnis erfolgt erst dann, wenn die verhängte Strafe 90 Tagessätze oder eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten überschreitet (soweit es sich um eine Erstverurteilung handelt).
Wegen der Mindeststrafe von 1 Monat bei der versuchten gefährlichen Körperverletzung ist es in Ihrem Fall kritisch, ob die 3-Monats-Grenze eingehalten werden kann.

Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, einen Strafverteidiger mit Ihrer anwaltlichen Vertretung zu beauftragen und mit diesem dann die notwendigen / sinnvollen Maßnahmen zu besprechen und durchzuführen. Dies ist NUR mit Kenntnis der amtlichen Ermittlungsakte möglich.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick geben. Bitte nutzen Sie die Nachfragefunktion, um die noch fehlenden Informationen mitzuteilen.

Bitte beachten Sie, dass auch aus nur kleinen Abweichungen Ihrer Sachverhaltsschilderung gegenüber der späteren rechtlichen Bewertung durch die Staatsanwaltschaft und/oder das Gericht erhebliche Abweichungen von meiner rechtlichen Einschätzung resultieren können.

Gerne stehe ich Ihnen für eine Übernahme der Verteidigung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Strafrecht
Fachanwältin für Verkehrsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 08.03.2012 | 18:13

vielen dank für ihre antwort. ich habe sie im bett wohl ans bein getreten, so weit ich es verstanden habe ein tritt von der seite gegen ihr bein, das im liegen, nicht an kopf o.ä. den korkenzieher habe ich geworfen, das hat sie ausgesagt und ich glaube ihr, jedoch glaube ich nicht, dass ich sie treffen wollte. ich habe aber wie gesagt ein blackout und kann das also nicht bestätigen. sie ist aus der wohnung gelaufen und wollte eigentlich mit dem auto wegfahren, hat sich aber entschieden wegzulaufen, da sie annahm, dass ich sehr schnell hinterher komme, ich habe sie hierbei laut ihrer aussage nicht "gehalten, getragen" sondern sie wohl an den schultern gepackt und wieder in die wohnung geführt. in wie weit macht sich das strafmaß auf meinen beruf auswirkend? ich bin erzieher

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.03.2012 | 18:27

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Der Tritt ans Bein ist nach dieser Schilderung nur als einfache Körperverletzung zu werten.
Hinsichtlich des Korkenziehers bleibt es bei der ersten Einschätzung.
Das "wieder in die Wohnung führen" scheint mir doch wohl eher ein freiwilliges Rückkehren Ihrer Freundin zu sein. Hier MUSS man unbedingt die Ermittlungsakte einsehen.

Ohne Berücksichtigung der Alkoholisierung und eines möglicherweise noch stattfindenden Täter-Opfer-Ausgleichs bewegt sich die wahrscheinliche Strafe im Bereich von 6 Monaten bis 1 Jahr. Genauer läßt sich dies ohne Akteneinsicht nicht einschätzen. Ich gehe davon aus, dass die Strafe zur Bewährungs ausgesetzt würde, da Sie noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sind.

Die Verurteilung kann sich auf den Beruf auswirken, insbesondere dann, wenn sich im Rahmen des Verfahrens ein Alkoholproblem Ihrerseits herauskristallisieren sollte.

Ich kann Ihnen nur nochmals anraten, einen Strafverteidiger zu beauftragen, um eine möglichst geringe Strafe zu erreichen und um Auswirkungen auf den Beruf zu vermeiden oder zumindest so gering wie möglich zu halten.

Mit freundlichen Grüßen
Elke Zipperer
Rechtsanwältin

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