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Anzeige wegen Üble Nachrede und Beleidigungen am Arbeitsplatz in Form von Aushängen

| 18.10.2017 17:13 |
Preis: 47,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Sehr geehrte Anwälte

Ich arbeite seit 21 Jahren in einem Großen Unternehmen und wurde in den letzten vier Jahren von mehreren Kollegen intensiv gemobbt.Vor ca. vier Wochen habe ich etwas sehr schreckliches getan.Ich habe in mehreren Räumen der Firma Schriftstücke mit schweren Beleidigungen, gegen zwei Arbeitskollegen die mich intensiv gemobbt haben ausgehängt. Vor ca. einer Woche stand die Kriminalpolizei mit einem Durchsuchungsbefehl vor meiner Haustür. Die Beamten durchsuchten meine Wohnung und beschlagnahmten meinen Rechner. Es wurde von den beiden Kollegen die ich Beleidigt habe und meinem Vorgesetzten, Anzeige gegen mich erhoben. Da die Aushänge nur in dem Zeitpunkt, in dem ich Spätschicht hatte, ausgehängt worden sein konnten, war die Beweislast so schwer gegen mich, das ein Richter (Schreiben liegt mir vor) die Durchsuchung angeordnet hat. Es wird mir zur Last gelegt, das ich in dem genannten Datum, Zeitraum Schriftstücke in unterschiedlichen Räumen meiner Firma, mit Beleidigungen §185 und übler Nachrede §186 gegen die beiden Kollegen verteilt habe. Die Beschlagnahmung meines Rechners wurde damit begründet, das vermutet wird, das ich mit dem PC, die Schriften gefertigt habe. Eine Aussage über die Anschuldigungen gegen mich, habe ich bei den Beamten, nach der Wohnungsdurchsuchung nicht gemacht. Ich habe rein gar nichts gesagt.

Da der Tatbestand, der mir zur Last gelegt wird, zu 100% richtig ist, und auf der Festplatte meines Rechners sehr wahrscheinlich noch ein Textdokument mit den Beleidigungen vorhanden ist. Habe ich noch an dem gleichen Tag, nach dem die Kripo bei mir war, ein Geständnis bei meinem Arbeitgeber (Vorgesetzten) abgelegt und alles zugegeben. Ein langes Gespräch, über die Beweggründe meiner Tat bei der Personalabteilung, habe ich gestern gehabt. Das ich über mehrere Jahre gemobbt wurde, habe ich angesprochen und es wurde auch alles Protokolliert. Mit einer Kündigung muss ich rechnen, ich bekomme noch diese Woche bescheid. In acht Tagen habe ich ein Termin bei der Polizei zu einer Anhörung über dem was mir zu last gelegt wird. Ich möchte ein Geständnis über dem was mir zur Last gelegt bei der Polizei machen und Reue zeigen um weitere Kosten (Gerichtskosten) zu vermeiden. Und hoffen das sich das etwas strafmildernd auswirkt. Ich habe keine Vorstrafen und in meinem Betrieb habe ich mir noch nie etwas zu schulden kommen lassen.

Meine Fragen:
Sollte ich die Straftat bei der besagten Vorladung mündlich zugeben ?
Sollte ich erwähnen das ich über Jahre gemobbt wurde ?
Sollte ich mein Schuldgeständnis vorher mit einem Anwalt besprechen ?
Kann ich das Ganze auch schriftlich einreichen ?

Für Tipps der weiteren Vorgehensweise, wäre ich sehr dankbar !

Mit freundlichen Grüßen

Der Fragesteller

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sollte ich die Straftat bei der besagten Vorladung mündlich zugeben ?
In der Regel kann man nicht empfehlen, einer polizeilichen Vorladung zu folgen und dort Fragen zur Tat zu beantworten. Es empfiehlt sich in Ihrem konkreten Fall jedoch, auch im polizeilichen Ermittlungsverfahren bereits Angaben zur Tat zu machen und aufgrund der Beweislast gegen Sie und der Tatsache, dass Sie Ihrem Arbeitgeber gegenüber die Tat bereits gestanden haben, auch gegenüber der Polizei geständig zu sein. Dies sollten Sie jedoch schriftlich machen, da Sie auf diese Weise sicherstellen können, dass alle wichtigen Informationen und Beweggründe auch letztlich zu Papier gebracht werden und nicht im Gespräch mit der Polizei und der Protokollierung durch diese verloren gehen.


2. Sollte ich erwähnen das ich über Jahre gemobbt wurde ?
Ja, dies und die daraus resultierenden Beweggründe sollten Sie unbedingt ausführlich darlegen.

3. Sollte ich mein Schuldgeständnis vorher mit einem Anwalt besprechen ?
Auch dies ist zu empfehlen, da ein Rechtsanwalt Sie darauf hinweisen kann, welche Angaben in Ihrem Schreiben eventuell noch weiterer Erklärungen bedürfen und ob Ihre Angaben geeignet und für die Ermittlungsbehörden ausreichend und verständlich sind.

4. Kann ich das Ganze auch schriftlich einreichen ?
Ja, das können Sie.

Im besten Fall wird die Staatsanwaltschaft das Verfahren mit einem Strafbefehl beenden, in welchem die Umstände, aufgrunddessen Sie diese Tat begangen haben, strafmildernd berücksichtigt werden.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 19.10.2017 | 13:18

Guten Tag Herr Stadnik,

Vielen herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Antworten. Ich habe da noch ein paar Unklarheiten.

1.) Muss ich die Vorladung bei der Polizei absagen ? Wenn ja, in welcher Form, Telefonisch oder Schriftlich muss ich einen triftigen Grund angeben ?
2.) Soll ich mein Schriftliches Schuldgeständnis, an die Dienststelle der Polizei von der ich die Vorladung bekommen habe senden ? Einschreiben mit Rückschein, am besten noch eine Kopie meines Personalausweises ?
3.) Da bei mir die Beweggründe für die Tat schweres Mobbing waren, darf ich Namen von Kollegen nenne die mich gemobbt haben oder würde ich mich damit noch belasten bzw. in Schwierigkeiten bringen ? Ich kann das Mobbing ja nicht beweisen !

Ich bedanke mich für Ihre Mühe !

Mit freundlichen Grüßen
Der Fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.10.2017 | 13:29

Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen gestellte Nachfrage beantworte ich wie folgt.

1.) Muss ich die Vorladung bei der Polizei absagen ? Wenn ja, in welcher Form, Telefonisch oder Schriftlich muss ich einen triftigen Grund angeben ?
Grundsätzlich müssen Sie nichts tun. Sie können natürlich bei der Dienststelle der im Briefkopf stehenden Polizeibehörde anrufen und mitteilen, dass Sie den Termin nicht wahrnehmen werden und eine schriftliche Einlassung tätigen werden.

2.) Soll ich mein Schriftliches Schuldgeständnis, an die Dienststelle der Polizei von der ich die Vorladung bekommen habe senden ?
Ja.

Einschreiben mit Rückschein, am besten noch eine Kopie meines Personalausweises ?
Das ist Ihnen überlassen. Ein einfacher Brief reicht grds. aus. Die Kopie des Ausweises wird nicht benötigt, lediglich Ihre Unterchrift unter der Einlassung.


3.) Da bei mir die Beweggründe für die Tat schweres Mobbing waren, darf ich Namen von Kollegen nenne die mich gemobbt haben oder würde ich mich damit noch belasten bzw. in Schwierigkeiten bringen ? Ich kann das Mobbing ja nicht beweisen !
Wenn Sie konkrete Mobbingsituationen konkreten Personen zuordnen können, können Sie die Namen nennen. Sie schildern ja lediglich den Sachverhalt aus Ihrer Sicht und ein substantiierter Vortrag mit allen Einzelheiten ist auch glaubhafter.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
RA Stadnik

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Bewertung des Fragestellers 19.10.2017 | 13:41

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 19.10.2017 5/5,0
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