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Anzeige wegen Stalking

| 29.10.2018 17:48 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,
Vor einigen Tagen erhielt ich eine Anzeige der hiesigen Polizeidienststelle, wegen Nachstellung „stalking".

Zeitraum der Tat : 27.8. - 10.09.18

Ich vermute, bzw. Bin mir fast sicher, dass es sich hierbei um eine Freundin handelt, welche ich im Jahr 2018 häufig getroffen habe.
Als sie sich aus der „Beziehung" mehr erhoffte , ich kalte Füße bekam und den Kontakt abbrach, war gut ein Monat Funkstille.

Da ich schließlich doch ein schlechtes Gewissen bekam, beschloss ich mich zu entschuldigen und schieb sie mehrmals über Facebook, WhatsApp und andere Messenger Dienste an. Ich rief sie auch mehrmals an um ihr dies mitzuteilen.

Ich beleidigte sie nie oder lauerte ihr im verborgenen auf... ich wollte lediglich bezwecken, dass sie mich und meine Entschuldigung wahrnimmt.

Nach einiger Zeit schrieb sie mir nun , dass sie vergeben sei und kein Interesse mehr bestünde sich mit mir zu versöhnen !

Darauf hin beendete ich den Kontakt vorerst ... meldete mich jedoch nach einiger Zeit noch einmal über Instagram bei ihr, wozu sie nur meinte „lass es gut sein".

Hiezu schrieb ich nichts mehr !

Anzumerken ist, dass ich zu keiner Sekunde vorhatte oder vorhabe der Dame in irgendeiner Weise zu schaden bzw aufzulauern.
Es tut mir von Herzen leid das sie es dermaßen falsch verstanden hatte, da mit einem einfachen „lass mich in Ruhe „ zu Beginn meiner Kontaktaufnahme, es sich für mich erledigt hätte.


Meine Frage an die Experten ... in wie weit ist eine Freiheitsstrafe im Bereich des möglichen?

Da die Polizei natürlich am kommenden Werktag meinen Arbeitgeber anrief, die Anklage schilderte und meinem Chef über die Anzeige aufklärte, befürchte ich bei Verurteilung natürlich einen Verlust meiner Arbeitsstelle.

Das ich komplett mit den Nerven am Ende bin , dürfte klar sein !

Vielen Dank im Voraus
Mfg
29.10.2018 | 18:44

Antwort

von


(475)
Ehlentruper Weg 55
33604 Bielefeld
Tel: 05 21 / 9 61 58 04
Tel: 01 73 / 8 23 94 78
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Strafrahmen des § 238 StGB (Nachstellung) beträgt Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Bei Ersttätern- ich gehe davon aus, dass Sie Ersttäter sind - verhängt man nach Möglichkeit erst einmal eine Geldstrafe, die auch höher ausfallen kann und wenn es vermeidbar ist, keine Freiheitsstrafe.

Nach Ihren Schilderungen würde ich erst einmal davon ausgehen, dass im Falle einer Verurteilung mit einer Geldstrafe zu rechnen ist.

Der Tatbestand der Nachstellung wird - wie sich aus § 238 StGB ergibt - nicht nur erfüllt, wenn man sich dem Opfer nähert oder ihm auflauert. Auch das Bedrängen durch Anrufe, Kontaktaufnahme über soziale Medien usw. kann Stalking bedeuten. Ob Sie mit Ihrem Anschreiben und den Anrufen den Tatbestand erfüllt haben, lässt sich ohne Akteneinsicht und ohne Detailkenntnis an dieser Stelle nicht beantworten.

Da offensichtlich schon ein Verfahren gegen Sie eingeleitet wurde, sollten Sie nach Möglichkeit keine Aussagen bei der Polizei machen, ohne vorher über einen Anwalt Akteneinsicht genommen zu haben und zu wissen, was Ihnen genau vorgeworfen wird und welche Beweise es für die Anschuldigungen gibt. Nach der Akteneinsicht können Sie sich ggf. zur Sache nach anwaltlicher Beratung äußern.

Jede Kontaktaufnahme zu der betreffenden Bekannten sollten Sie zudem ab sofort einstellen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Zu klären wäre im Rahmen der Akteneinsicht bzw. der anwaltlichen weiteren Beratung, ob es zulässig war, dass Ihr Arbeitgeber am Telefon von der Strafanzeige und deren Inhalt informiert wurde. Mitteilungen über Strafverfahren an den Arbeitgeber sind üblicherweise nur in bestimmten Fällen zulässig, wobei diese Mitteilungen auch nicht am Telefon erfolgen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen. Bei Verständnisfragen nutzen Sie bitte die einmalige Nachfragefunktion auf diesem Portal.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin



Rechtsanwältin Silke Jacobi

Bewertung des Fragestellers 29.10.2018 | 20:08

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