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Anzeige wegen Diebstahls


26.04.2006 19:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Guten Tag,

meine Tochter hat über 3 Monate unangemeldet bei meiner Schwester gewohnt und deren Kinder betreut.
Da meine Schwester ins Ausland umgezogen ist, hat sie ihre Bankkarte mit Pin meiner Tochter für alle Fälle dagelssen.
Leider hat sich meine Tochter vom Konto meiner Schwester um 500,-bis 600,-€ selbst bedient.
Meine Schwester hat nun Anzeige erstattet und meine Tochter hat eine Vorladung bei der Polizei bekommen.
Eine Klärung innerhalb der Familie ist nicht machbar, aber was kann meine Tochter tun, um den Schaden bereits beim Termin mit der Polizei/Gericht zu begrenzen?
Vielen Dank und viele Grüße

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Da es sich bei der Tat nicht um einen „Angehörigendiebstahl“ handelt, vgl. § 247 StGB (Onkel, Tanten gehören nicht dazu), wird die Tat Ihrer Tochter auch ohne einen Strafantrag der Geschädigten verfolgt. Durch die erstattete Strafanzeige haben die Strafverfolgungsbehörden nun Kenntnis von der Tat und sind gesetzlich verpflichtet, gegen Ihre Tochter zu ermitteln.

An strafrechtlichen Delikten kommen eine veruntreuende Unterschlagung bzw. eine Untreue in Betracht. Strafrechtlich ist u.a. entscheidend, zu welchem Zweck und „unter welchen Bedingungen“ Ihre Tochter das Geld abgehoben hat. War Sie etwa bei Abhebung der Meinung, das Geld (umgehend) wieder zurückzahlen zu können, so könnte eine Strafbarkeit zweifelhaft sein. Lassen hingegen die Umstände darauf schließen, dass Ihre Tochter das Geld sofort verbraucht hat, ohne dass eine Chance bestand, es umgehend zurückzuzahlen, so spricht dies eher für eine Strafbarkeit für Ihre Tochter.

Sollte es doch zu einer „Versöhnung“ mit Ihrer Schwester kommen und würde davon der Staatsanwaltschaft Mitteilung gemacht werden, so kommt eine Einstellung des Verfahrens (gegen eine Auflage) in Betracht.

Eine Einstellung des Verfahrens ist auch dann wahrscheinlicher, wenn Ihre Tochter den Schaden wiedergutmacht, das Geld also umgehend an Ihre Schwester zurückzahlt.

Sollte es zu keiner Einstellung kommen, so hätte Ihre Tochter schlimmstenfalls mit einer (geringen) Geldstrafe zu rechnen.

Anderes gilt, wenn Ihre Tochter noch minderjährig (bis 18 Jahre) bzw. heranwachsend (bis 21 Jahre) ist. Dann würde (als Heranwachsende aller Voraussicht nach) Jugendstrafrecht mit seinen milderen Sanktionsformen angewandt werden. Eine Einstellung wäre dann fast die Regel. (Vorausgesetzt, Ihre Tochter hat keine Vorstrafen.)

Falls Ihre Tochter den Termin bei der Polizei wahrnehmen möchte (Ihre Tochter ist nicht verpflichtet, bei der Polizei zu erscheinen; nur einer Vorladung der Staatsanwaltschaft muss Ihre Tochter Folge leisten), so sollte sie also herausstellen, dass sie bei der Tat der Ansicht war, das Geld wieder zurückzahlen zu können (bzw. es zurückzahlen wollte), bzw. sich im Nachhinein um Schadenswiedergutmachung bemüht hat.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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