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Anzeige wegen Ausspähen von Daten

27.01.2009 03:07 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Guten Tag,

2007 war ich einmal in einem Forum angemeldet. Durch Zufall bin ich im Forum auf eine Seite gestoßen, in der alle Passwörter der Admins ungeschützt und frei zugänglich präsentiert wurden. Aus Neugierde und mit dem Gedanken, dass es sowieso nicht funktionieren würde, loggte ich mich dann mit einem Passwort das auf dieser Seite stand ein. Um den Verantwortlichen klar zu machen, dass es unverantwortbar ist, solche Passwörter der Öffentlichkeit zu präsentieren (es war zwar schon eine versteckte Seite aber man musste lediglich /admin hinter der Domain eingeben um auf diese Seite zu kommen, editierte ich im Forum ein paar Beiträge um später zu sagen "seht her, dass war ich". Quasi als Denkzettel, dass sie das schnell ändern sollten. Dann erschien jedoch wenig später ein öffentlicher Beitrag in dem stand, dass das Forum offenbar gehackt wurde und man das LKA eingeschaltet hätte. Daraufhin habe ich Angst bekommen und mich nicht mehr gemeldet. Ich hätte auch nicht gedacht, dass sie Verantwortlichen so weit gehen würden.

2008 hatte ich dann tatsächlich Besuch von der Kriminalpolizei die dann meinen PC zur Überprüfung mitgenommen haben. Gleichzeitig bekam ich eine Vorladung zur Vernehmung bei der Polizei, der ich aber nicht nachgekommen bin, da mir mein Anwalt davon abgeraten hat.

Ich habe dieses Forum nicht gehackt. Ich weiß gar nicht mal wie das geht.

Muss ich hier mit einer Freiheitsstrafe rechnen??? Ich bin erst 24. Das wäre katastrophal für meine Zukunft. Zum "Tatzeitpunkt" stand ich noch unter Bewährung aus einer Jugendstrafe (hatte als 18 Jähriger mit Karte bezahlt obwohl kein Geld auf dem Konto war - Jugendsünde), die mittlerweile beendet ist. Ich mache mir große Sorgen und bereue es sehr. Ich hätte nicht gedacht das ich dafür nun so hart bestraft werden kann. Bin sofort bereit für Schäden aufzukommen und mich zu entschuldigen.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und gemäß der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Ich fürchte, daß Sie tatsächlich die Straftat des Ausspähens fremder Daten begangen haben.

Diese Straftat ist zwar mit Freiheitsstrafe (und Geldstrafe) bewehrt, jedoch ist es angesichts des geringen Umfanges Ihres Handelns und des dadurch angerichteten Schadens unwahrscheinlich, daß Sie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden.

Ein fähiger Strafverteidiger könnte auch das Gericht überzeugen, daß der Straftatbestand gar nicht erfüllt wurde, weil die Daten schließlich öffentlich zugänglich waren, jedoch ist dies nicht zwingend. Ich rege daher an, umgehend einen Strafverteidiger hinzuzuziehen, wenn sich die Staatsanwaltschaft meldet.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

Nachfrage vom Fragesteller 27.01.2009 | 04:48

Guten Morgen,

vielen Dank für Ihre schnelle und fachkundige Antwort, mit der Sie mir erstmal die schlimmsten Befürchtungen genommen haben.

Bezüglich der Tatsache, dass ich zum Tatzeitpunkt bereits unter einer Jugendstrafe auf Bewährung stand (ist mittlerweile erledigt), möchte ich sicherheitshalber nochmal explizit nachfragen, ob es im Falle einer Schuldsprechung sein kann, dass es auch hier ''nur'' zu einer Geldstrafe kommen kann oder ob eine Freiheitsstrafe fast sicher bzw. wahrscheinlich ist?

Das diese Seite auf der die Passwörter frei zugänglich gemacht wurden ungeschützt war (wie in meinem ersten Beitrag erklärt) habe ich sogar einen Zeugen der ebenfalls in diesem Forum angemeldet ist und bereit ist, auszusagen.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.01.2009 | 16:23

Sehr geehrter Ratsuchender,

da die erste Tat ein Betrug und damit eine Vermögensstraftat war, ist die zweite Tat (das Datenausspähen) nicht einschlägig. Deswegen und aufgrund der Geringfügigkeit ist ein Widerruf der Bewährung unwahrscheinlich, eine Haftstrafe somit nicht zu erwarten.
Sie sollten sich folglich auf eine Geldstrafe einstellen.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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