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Anzeige einer Straftat gegen Mutter

| 18.04.2017 13:19 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Sohn (16 Jahre) will in eine eigene Wohnung ziehen. Wir, das Jugendamt, die Schule, etc. empfinden ihn als zu unreif für diesen Schritt.
Nach einem Streit vor 4 Monaten ist er zu seiner Tante gezogen und will nicht wieder zu uns. Unsere ständigen Kontaktversuche werden unter anderem von der Tante unterbunden. Vor einer Woche gab es einen Termin beim Jugendamt mit der Einigung, dass unser Sohn - bis wir den Konflikt gemeinsam mit einem Mediator geklärt haben - einer zeitweiligen Unterbringung in einer betreuten Jugend-WG zustimmt. Mein Mann und ich haben die notwendige Unterschrift schweren Herzens vor dem JA geleistet.
Am selben Abend ist unser Sohn zur Polizei gegangen und hat Anzeige wegen einfacher vorsätzlicher Körperverletzung gestellt. Ich muss zugeben, dass mein Mann innerhalb von 8 Jahren unseren Sohn 3 mal geohrfeigt hat.
Daher ist der Vorwurf nicht ganz aus der Luft gegriffen.
Erschwerend kommt hinzu, dass mein Mann Erzieher ist und diese Anzeige unsere Existenz nachhaltig gefährdet.
Unser Sohn lässt uns über die Tante wissen, dass er erst die Anzeige zurückzieht, wenn wir die Unterschrift beim JA rückgängig machen und er seine Wohnung bekommt.
Sollten wir bereits, wenn die Vorladung von der Polizei kommt, einen Anwalt mitnehmen?

Vielen Dank und freundliche Grüße


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

zunächst einmal ist es wichtig für Sie zu wissen, dass Sie nicht verpflichtet sind, einer Ladung durch die Polizei Folge zu leisten. Reagieren Sie auf eine Ladung oder einen Anhörungsbogen der Polizei nicht, hat dies keine negativen Auswirkungen. Anders sähe es allerdings aus, wenn eine Ladung etc. der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts bei Ihnen einginge, hierauf müssten Sie reagieren.

Das Gesetz sieht für eine "einfache" Körperverletzung einen Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren als Strafe vor. Bei nicht vorbestraften Ersttätern ist regelmäßig mit einer geringen Geldstrafe zu rechnen, wobei dies aber stets auf die Besonderheiten des Einzelfalls ankommt.

Dies vorangestellt, möchte ich aus folgenden Gründen dazu raten, sich in diesem Fall frühzeitig einen Verteidiger zu suchen:

1. Je früher Sie einen Verteidiger einschalten, desto größer ist die Chance, ein Strafverfahren durch eine geschickte Verteidigung aus der Welt zu schaffen. Da die Strafanzeige in Ihrem Fall aus einer familiären Problemsituation heraus entstanden ist, sollte m.E. auch darauf eingegangen werden. Eine frühe Erledigung des Verfahrens bedeutet üblicherweise auch den kostengünstigsten Weg; umgekehrt kann ein sehr spätes Einschalten eines Verteidigers die Kosten unnütz erhöhen.

2. Der Verteidiger wird als erstes Einsicht in die Strafakte, die mit der Einleitung eines Verfahrens angelegt wird, beantragen und anhand dieser Akte eine Verteidigungsstrategie mit Ihnen gemeinsam entwickeln. Ohne zu wissen, was in der Akte steht und was nicht, ist eine sinnvolle Verteidigung nahezu unmöglich. Ich möchte hier auch ganz deutlich das Schweigerecht Ihres Mannes als ggf. Beschuldigter und Ihr eigenes Zeugnisverweigerungsrecht als Ehefrau hervorheben: Weder Sie, noch Ihr Ehemann müssen zu den Vorwürfen etwas sagen und es lässt sich hier auch stets nur betonen:

Im Strafverfahren ist Schweigen Gold!

3. Selbst dann, wenn sich der Verdacht einer Körperverletzung erhärten sollte, d.h. diese aufgrund der Beweislage nachweisbar wäre, kann ein Verteidiger unter Berücksichtigung des Einzelfalls dennoch auf eine sog. Einstellung des Verfahrens aus Opportunitätsgründen hinarbeiten, d.h. versuchen, selbst dann einen straflosen Ausgang zu bewirken.

4. Aus meiner Sicht ist auch immer der psychologische Aspekt zu beachten: Ein Verteidiger berät Sie in einer regelmäßig sehr angespannten, für Sie als Beschuldigte unbewohnten, Situation, d.h. Sie haben eine Vertrauensperson, an die Sie sich in einer schweren Lage wenden können.

5. Die Aussage der Tante legt den Verdacht einer eigenen Straftat, nämlich einer (versuchten) Nötigung nahe - jedenfalls dann, wenn die Strafanzeige Ihres Sohnes selbst aus der Luft gegriffen ist. Überdies kommen hier weitere Straftaten Ihres Sohnes - z.B. Falsche Verdächtigung etc. in Betracht.

5. Dass Ihr Ehemann den Sohn irgendwann in der Vergangenheit mal geohrfeigt haben soll, stellt zwar eine Körperverletzung dar (ein Züchtigungsrecht der Eltern existiert nicht!), dies genügt aber für eine strafrechtliche Ahndung nicht unbedingt und

sollte auch von Ihnen nicht aus irgendeinem Motiv heraus gegenüber der Polizei "gebeichtet" werden!

Solche Taten können hier beispielsweise bereits verjährt sein oder in den Einzelfällen aus anderen Gründen straflos bleiben. Ihr Sohn müsste die Körperverletzung schon konkret benennen, das heißt, er müsste konkret angeben, wann genau welche Handlung vorgenommen worden sein soll. Der Inhalt der Anzeige selbst lässt sich wiederum über die Akteneinsicht feststellen und sodann ggf. entkräften.

Daher noch einmal ganz klar: Gerade angesichts der beruflichen Besonderheiten (Beruf des Erziehers) würde ich hier eher früh als spät einen Verteidiger hinzuziehen.

Sollten Sie eine Verteidigung durch mich wünschen, können Sie sich gerne vertrauenswürdig an mein Büro wenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 20.04.2017 | 09:05

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