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Anzahlung Handwerker zurückfordern (Betrug)

25.01.2017 13:28 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


15:04
In Juli 2015 haben wir über die Plattform Ebay-Kleinanzeigen einen Dachdecker/Zimmermann für den Bau eines Vordaches gesucht. Relativ schnell hat sich eine ,,Firma" gemeldet, die den Auftrag ausführen wollte.
Bei einem Termin bei uns Vorort bekamen wir ein mündliches Angebot und sollten 700€ als Anzahlung für das Material leisten. Das schriftliche Angebot sollte folgen. Die Herren waren zu zweit und derjenige der sich als Firmeninhaber vorstellte, konnte sich nicht ausweisen, so dass der andere sich auswies und die Quittung für die Anzahlung unterschrieb. An dem Tag wurde der Herr als sein Geschäftspartner vorgestellt.
Es wurde gesagt, dass die Lieferzeit es ca. 3 Wochen beträgt. Nach den drei Wochen bekamen wir einen Anruf, dass das Vordach aufgrund von Lieferschwierigkeiten erst später angeliefert werden kann. Daraufhin wollten wir unser Geld wieder haben, was auch telefonisch bestätigt wurde.
Eine Tage später hieß es, wir könnten nur noch 350€ zurückbekommen, da die anderen 350€ wegen ,,Vertragsbruch" einbehalten werden. Damit waren wir natürlich nicht einverstanden und verlangten die kompletten 700€ zurück. Fragen unsererseits zur genauen Firmenanschrift wurden ignoriert. Nach unserer Recherche gibt es die Firma so gar nicht. Auch die Kontaktdaten des zweiten Mannes (Firmeninhaber) werden bis heute nicht rausgegeben. Kontakt zu dem ,,Firmeninhaber" hatten wir zuletzt per Mail im Oktober 2015, da seine Handynummer seit dem nicht mehr existiert. Aber auch auf Emails wurde bald nicht mehr geantwortet.
Von dem Mann der die Quittung unterschrieben hat, haben wir die aktuelle Handynummer und die Adresse, da er uns damals seinen Personalausweis vorgelegt hatte. Wir haben bereits mehrfach mit ihm gesprochen und auf die Herausgabe des Geldes verlangt. Allerdings erzählt er immer wieder neue Geschichten und streitet ab, das Geld zu haben oder die zweite Person überhaupt genau zu kennen.
Um uns in dem Glauben zu lassen, dass wir das Geld bekommen, hat er bereits unsere Kontodaten erfragt, aber natürlich nie überwiesen.
Wie können wir hier rechtlich vorgehen um unser Geld zurückzubekommen? Ist ein Vertrag zustande gekommen? Wann verjährt unser Anspruch? Sollen wir Anzeige erstatten?

25.01.2017 | 14:42

Antwort

von


(394)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Zunächst sollten Sie tatsächlich Strafanzeige erstatten. Das gesamt Vorgehen lässt den Schluss zu, dass die beiden Herren von Beginn an nicht ernsthaft für Sie tätig werden wollten und in betrügerischer Absicht gehandelt haben.

2.
Der Anspruch verjährt in drei Jahren, beginnend mit dem Schluss des Jahres, in dem er entstanden ist.
Dies bedeutet, dass der Anspruch tatsächlich erst am 31.12.2018 verjährt.

3.
Ist ein Vertrag zustande gekommen?
Grundsätzlich konmmt ein Vertrag zustande, wenn Angebot und Annahme vorliegen.
Nach Ihren Informationen haben Sie sich mündlich geeinigt, eine schriftliche Fixierung sollte folgen.
Eine Vorauszahlung von 700€ erfolgte.
Meines Erachtens haben Sie damit einen mündlichen Vertrag geschlossen.
Einen Vertragsbruch, welcher ein Zurückbehaltungsrecht in Höhe von 350€ begründen würde, sehe ich hier nicht.

4.
Wie können wir rechtlich vorgehen, um unser Geld wieder zu bekommen?
Sie sollten den Herrn, dessen Adresse Sie haben, schriftlich (per Einschreiben) und unter Fristsetzung ( 14 Tage) auffordern, die volle Summe an Sie zurückzuzahlen. Geben Sie eine Bankverbindung an, auf die das Geld überwiesen werden kann.

Sollte eine Rückzahlung nach Ablauf der Frist nicht erfolgt sein, so bleibt Ihnen nur der Klageweg beim Zivilgericht/ Amtsgericht.

Grundsätzlich könnten Sie zwar auch versuchen, einen Mahn-/ Vollstreckungsbescheid zu erwirken. Hat der Schuldner jedoch Einwände gegen den Antrag, so hilft auch hier nur eine Klage weiter. Insofern würde ich Ihnen zu dem zuvor dargestellten Prozedere raten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Gerne bin ich Ihnen auch bei der Durchsetzung Ihrer Interessen behilflich.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 26.01.2017 | 14:33

Sehr geehrte Frau Türk,
vielen Dank für die schnelle Beantwortung unserer Fragen.
Wenn der Schuldner auf die Fristsetzung nicht reagiert, müssen wir im nächsten Schritt Klage einreichen. Dafür wird ein Anwalt benötigt, wie hoch sind die anfallenden Kosten circa, da es dann ja doch ein längerer Prozess ist. Kann man die Anwaltskosten vom Schuldner zurück verlangen?
Wenn Sie für uns das Einschreiben mit Fristsetzung verfassen, was kostet uns das?
Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.01.2017 | 15:04

Sehr geehrter Fragesteller,

reagiert der Schuldner auf die Fristsetzung nicht, so bleibt tatsächlich nur der Klageweg.
Die Anwaltskosten (pro Partei) betragen für das gerichtliche Verfahren 261,80€. Wird der Anwalt vorher noch außergerichtlich tätg, so betragen die Kosten insgesamt 347,48€.

Ist der Schuldner in Verzug, wird der Anwalt bei Einreichung der Klage die vorgerichtlich entstandenen Kosten gleich mit geltend machen.

Die gerichtlich entstehenden Kosten, die bei Vertretung auf beiden Seiten für jede Seite entstehen, trägt diejenige Partei, die den Rechtsstreit verliert.

Die außergerichtlich entstehenden Kosten berechnen sich wie folgt:
1,3 Geschäftsgebühr §§ 13, 14 RVG, Nr. 2300 VV RVG 104,00 €
Pauschale für Post und Telekommunikation Nr. 7002 VV RVG 20,00 €
Zwischensumme netto 124,00 €
19 % Umsatzsteuer Nr. 7008 VV RVG 23,56 €
Gesamtbetrag 147,56 €

Bitte teilen Sie mir kurz mit, ob ein Anwaltsschreiben verfasst werden soll.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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