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Anwaltsrecht:: Weisung an einen Anwalt im außergerichtlichen Vergleich möglich

| 27.02.2017 12:04 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


18:44

Zusammenfassung: Vollmachten haben ein Außenverhältnis und ein Innenverhältnis. Im Innenverhältnis kann sich der Anwalt haftbar machen, wenn er klar gegen Wünsche des Mandanten verstößt und bestimmte Dinge im Außenverhältnis vereinbart, die nicht erwünscht waren.

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor zwei Jahren habe ich einem Anwalt eine formularmäßige Vollmacht erteilt. U.a. auch "zur Beseitigung des Rechtsstreits durch Vergleich, Verzicht oder Anerkenntnis". Wegen des Prozessrisikos (Behandlungsfehler) habe ich seinerzeit eine "Erfolgshonorarvereinbarung zur außergerichtlichen Vertretung" unterzeichnet.
Nach Einholung zweier Gutachten scheinen meine Ansprüche grundsätzlich berechtigt zu sein. Mein Anwalt ist (naturgemäß) an einer außergerichtlichen, schnellen Lösung mehr interessiert als an einer langwierigen prozessualen Auseinandersetzung. Auch ich bin sehr an einem außergerichtlichen Vergleich interessiert - jedoch nicht zu jedem Preis.
Leider wird die Angelegenheit schleppend und wenig kommunikativ und offen bearbeitet, so dass ich besorgt bin, über Inhalt und Tragweite eines beabsichtigten Vergleichs nicht rechtzeitig und ausreichend informiert zu werden. Sicherlich bin ich auch nicht der einzigste Fall, den der Anwalt bei diesem Haftpflichtversicherer verhandelt, so dass ich zudem befürchte, dass der Einzelfall ungenügend ausgehandelt wird und statt dessen 'überschlägige Vergleiche' abgeschlossen werden.
Habe ich mit Unterzeichnung der Vollmacht einen 'Blankoscheck' unterschrieben oder habe ich Möglichkeiten auf das Ergebnis einzuwirken?
a. Dürfte ich z.B. an der Verhandlung teilnehmen?
b. Kann ich eine Weisung erteilen, einen Vergleich nicht unterhalb eines Mindestbetrages abzuschließen?
c. nur unter Vorbehalt meiner Zustimmung oder
d. nur unter Vorbehalt meines Widerrufs?
Gibt es diese oder weitere Möglichkeiten und mit welchen kann ich meine Interessen am besten durchsetzen?
27.02.2017 | 12:48

Antwort

von


(8)
Rebstöcker Straße 16
60326 Frankfurt am Main
Tel: 017647647770
Web: http://www.rechtsanwalt-rath.eu
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich erteilen Sie eine Vollmacht, damit der Rechtsanwalt sich nach außen als Ihr Rechtsvertreter legitimieren kann (und Sie akzeptieren damit meist auch die Anwaltskosten).

Im Innenverhältnis ist es allerdings trotzdem notwendig sich intern (Mandant-Rechtsanwalt) abzustimmen, da der Rechtsanwalt sich einer Haftung aussetzt, wenn er Maßnahmen trifft, die für den Mandanten entweder ganz klar nachteilig sind oder vom Mandanten trotz ausdrücklicher Mitteilung unerwünscht sind.

Eine außergerichtliche Einigung ist nicht von der Hand zu weisen. Sie haben allerdings recht, wenn Sie sagen "nicht um jeden Preis". Zwar sparen Sie sich evtl. Kosten des Gerichtsverfahrens, allerdings hat der Anwalt mitunter eine außergerichtliche Einigungsgebühr verdient, wenn er einen außergerichtlichen Vergleich schließt, so dass unter Umständen sein Interesse mehr darauf fixiert sein kann, nicht muss.

Es ist auch nicht unbedingt etwas gegen, wie Sie es nennen, "überschlägige Vergleiche" einzuwenden, wenn diese Ihre konkrete Situation dennoch solide beachten und keine außerordentlichen Abweichungen zu Ihrem Nachteil stattfinden, nur weil es "einfacher" ist.

Sie haben meines Erachtens ein Recht auf den Vergleich einzuwirken. Meines Verständnisses vom Berufsrecht nach darf ein Vergleich nicht ohne Rücksprache mit Ihnen geschlossen werden. Zwar geben Sie mit der Vollmacht in der Sache schon einen "Blankoscheck", aber der Anwalt haftet im Innenverhältnis zu Ihnen dennoch.

Sie sollten deutlich, schriftlich und nachweisbar mit Ihrem Anwalt kommunizieren, damit deutlich wird, dass Sie einen Vergleichsabschluss ohne die vorherige Abklärung mit Ihnen nicht wünschen, sondern vor einer endgültigen Zusage Ihr Einverständnis vorliegen muss.

a. Sie dürfen auch an einer Verhandlung teilnehmen, nur könnte dies evtl. auch ein Telefongespräch sein und dann würde es schweirig dies mit Ihrer Anwesenheit zu verbinden. Evtl. machen Sie dafür dann einen Termin mit Ihrem Anwalt aus. Meines Erachtens sollte man seinem Anwalt die Verhandlungen und Gespräche aber überlassen und nur die Ergebnisse der Verhandlungen und Begründungen mit ihm besprechen und ihm entsprechende Bestätigungen oder Änderungswünsche mitteilen.

b. Ja, das können Sie meines Erachtens machen, damit der Anwalt auch einen Anhaltspunkt hat. Sollte dann der Betrag nicht erreicht werden wäre eine Rücksprache notwendig, sonst nicht und er könnte es ohne weitere Rücksprache durchführen.

c. Ja, kommunizieren Sie, dass er bei allem, bevor er es verbindlich mit der Gegenseite vereinbart, mit Ihnen Rücksprache halten soll.

d. Hier sehe ich Schwierigkeiten. Ein Widerruf würde bedeuten, dass er der Gegenseite zusagt und Sie noch widerrufen können. Dies könnte aber Probleme geben, weil mit der Gegenseite dann schon eine verbindliche Vereinbarung getroffen wurde. Diese Lösung halte ich also für nicht sinnvoll.

Meines Erachtens ist Lösung c. Vorbehalt der Zustimmung die sinnvollste Variante, da Sie dann auf jeden Fall gefragt werden und die Hintergründe erfragen können. Wenn Sie sich mit einer Summe sicher sind, dann können Sie auch b. nehmen, allerdings kann es auch sein, dass man sich als Laie ind er Summe stark verschätzt. Wenn Sie das in die eine Richtung machen, dann muss der Anwalt "halt" Rücksprache halten, aber wenn Sie sich nach unten verschätzen, dann könnte Ihnen tatsächlich Geld entgehen, weil Sie sozusagen vorher Ihr Einverstndnis abgegeben haben, ohne das konkrete Verhandlungsergebnis zu kennen.

Auf jeden Fall rate ich zur - mindestens schriftlichen Kommunikation (z.B. E-Mail/Fax) bei wichtigen Punkten - an, damit es später nicht heißt, man hätte darüber gesprochen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bitte bewerten Sie mich mit 5 Sternen, wenn Sie mit meiner Antwort zufrieden waren. Vielen Dank vorab.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tobias Rath

Nachfrage vom Fragesteller 27.02.2017 | 18:33

Sehr geehrter Herr Rath,

vielen Dank für die sehr verständliche und ausführliche Antwort.

Hiernach scheint mir c. Vorbehalt der Zustimmung zunächst die sinnvollste Variante. Sollte ein weiteres Gutachten ebenfalls zu meinen Gunsten ausfallen, würde ich auch über b. (Mindestbetrag) nochmals nachdenken wollen. Wäre denn idealerweise eine Kombination aus c. und b. möglich?

Auf Grund der Erfolgsbeteiligung im außergerichtlichen Verfahren dürfte auch der Anwalt großes Interesse haben, einen möglichst hohen Vergleichsbetrag zu erzielen, so dass ich wohl annehmen darf, dass er einen allzu niedrig angesetzten Mindestbetrag reklamieren würde.

Ihren Rat hinsichtlich der Kommunikation werde ich befolgen - war in dieser Sache leider auch schon notwendig geworden.

Für die Beantwortung meiner o.g. Frage wäre ich Ihnen nochmals sehr dankbar.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.02.2017 | 18:44

Guten Abend,

gerne.

So würde ich es auch sehen, natürlich können Sie c und b kombinieren. Hauptsache es wird deutlich kommuniziert, damit der Anwalt Ihre Wünsche und Weisungen kennt.

Sind Sie zum Beispiel mit einem Betrag von ab 10.000 € (Betrag erfunden und nicht auf Ihre Situation bezogen) so oder so zufrieden, dann können Sie diesen auch unabhängig von Ihrer Rücksprache vorab, "alles ab diesem Betrag nach oben", bestätigen. Sind Sie mit 9.000-10.000 € unsicher und wollen Argumente von ihm hören, warum Sie es annehmen sollen, dann kommunizieren Sie das entsprechend, dass eben unter 10.000 € auf jeden Fall eine Rücksprache und Zustimmung Ihrerseits notwendig ist.

Grundsätzlich vermute ich, wird er, als Ihr Interessenvertreter in Ihrem Interesse versuchen höchstmögliche Beträge zu vereinbaren. Aber auch, weil er dann natürlich höhere Anwalts- und Einigungsgebühren abrechnen kann.

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen und freue mich auf Ihre Bewertung. Vielen Dank vorab.


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