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Anwaltsrechnung mit Gebührenüberhebung

25.06.2014 16:34 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


00:33

Zusammenfassung:

Fragen zur Berechnung von Gebühren bei Scheidungsfolgesachen

Ich versuche alles so kurz wie möglich und so präzis wie möglich zu schildern:

Nachdem die RAin meiner Schwester in einer Scheidungsangelegenheit 1 Jahr lang fast nichts gemacht und entsprechend auch nichts erreicht hat, wurde das Mandat gekündigt. Es folgte eine Rechnung mit extremer Gebührenüberhebung. Trotz vernünftigen Argumenten bestand die Anwältin auf ihre Rechnung. Wie unten erklärt wird, stand ihr das geforderte Honorar nicht zu und es wurde nur ein begründeter Teil davon beglichen. Diese hat nun Mahnbescheid erstellen lassen und droht mit Klage. Wir haben die Angelegenheit von einer bekannten RAin prüfen lassen und sie gab uns Recht. Nun möchten wir noch einen Unbeteiligten zur Rate ziehen.

Kurze Fakten zur Situation meiner Schwester:
Meine Schwester arbeitete vor der Ehe (4 Jahre) wie während der Ehe (7 Jahre) in der Firma ihres Mannes als Dipl. Trainerin; beide verdienten p.a. ca. je € 25.000,-/€ 30.000,- Brutto. Ihr Mann zahlte jedoch keinerlei Sozialabgaben für meine Schwester! Aus dem gemeinsamen Einkommen zahlte er Beiträge in zwei Lebensversicherungen auf seinen Namen ein, die die Altersvorsorge beider Eheleute dienen sollten (Zugewinn 7 Jahre Ehe ca. € 140.000,-). Er erhielt zudem von seinen Eltern nach der Eheschließung ein Wochenendhaus im Wert von ca. € 100.000,- (?), welches von den Eheleuten aus gemeinsamen Gehältern aufwendig renoviert wurde (€ 30.000,-), da diese Immobilie ebenfalls die gemeinsame Altersvorsorge dienen sollte. Zugewinn ???

Nun vertritt der Mann die Meinung, dass die Immobilie so viel an Wert verloren hätte (Wert jetzt ca. € 30.000,- wg. schlechtem Gegend!??) und er im Trennungsjahr so viel Darlehen von seiner Familie aufnehmen musste (wofür?, auch das Gehalt meiner Schwester behielt er s.u. ), dass der Wertzuwachs der Lebensversicherungen (geschätzt ca. € 140.000,-) von diesem Minus ausgeglichen wird; d.h. er hätte fast keinen Zugewinn. Es ist ein Blödsinn und belegt wurde auch nichts, aber wie gesagt, die RAin hat nie nachgehackt.

Realistisch gesehen ist mit einer Gesamtauszahlung an meine Schwester in Höhe von ca. € 100.000,- zu rechnen (€ 0,00 gesetzliche Rente).

Mit der Scheidung wurde der Versorgungsausgleich anhängig gemacht und die Lebensversicherungen sollten dort ausgeglichen werden (1/2 = € 70.000,-). Es wäre somit nur noch über einen Zugewinn von ca. € 30.000,- zu verhandeln (evtl. höher, jedoch Belege u.a. über die Immobilie liegen noch nicht vor).

Die RAin stellte sich einen Streitwert von € 50.000,- vor (schrieb so wörtlich), welchen wir jedoch mit € 30.000,- festlegten und der dann auch so gefordert wurde (außergerichtlich). Die Gegenseite wollte jedoch nur eine Gesamtauszahlung von € 20.000,- leisten (statt € 100.000,-: Rente aus LV + Zugewinn) und die RAin riet meiner Schwester dies anzunehmen, da sie eh nicht mehr bekommen würde!?? Ich riet meiner Schwester, endlich den Anwalt zu wechseln und den Zugewinn beim Gericht anhängig zu machen, um endlich mal an die notwendigen Auskünfte zu kommen (ihr legen immer noch keine Belege vor).

Wie ich schon erwähnte, arbeitete meine Schwester in der Firma ihres Mannes und ihre gesamten Tennisstundenvergütungen wurden auf dessen Girokonto gebucht – so auch nach der Trennung. Obwohl sie mtl. ca. € 2.500,- Brutto verdiente, erhielt sie von Ihrem Mann Netto € 1.000,-. Die RAin sollte klären, in welchem Beschäftigungsverhältnis meiner Schwester in der Firma angestellt ist, um zu prüfen, ob sie eine Vergütung vom Arbeitgeber (Arbeitsrecht) oder ob sie Unterhalt vom Ehemann (Familienrecht) verlangen sollte. Es wurde ein entsprechendes Schreiben an die Gegenseite verfasst (1. Schreiben der Anwältin nach Mandatsübernahme) und nicht zur Überprüfung an meine Schwester gesandt. Das Schreiben an sich war in Ordnung: der Ehemann sollte zum Beschäftigungsverhältnis Stellung beziehen.

Allerdings am Ende des Schreibens forderte die RAin aus den, seitens meiner Schwester bei Mandatserteilung mitgeteilten, ca. Einkünften der Eheleute einen Unterhalt von € 1.100,-. Es handelte sich um keine ordnungsgemäße Unterhaltsberechnung, sondern eher eine willkürliche Forderung. Sie hatte hierzu jedoch keinen Auftrag erhalten. Der Freund bzw. jetzt schon Lebensgefährte meiner Schwester war bei den Besprechungen mit der RAin dabei (auch Telefongesprächen), da meine Schwester es so wollte (sie versteht oft die Juristensprache nicht, wie sie sagt). Er ist somit immer Zeuge gewesen. Auf mein Anraten hin teilte dann meine Schwester der RAin mit, dass sie doch keinen Unterhalt verlangen wollte bzw. auch nicht kann, da ihr Arbeitsverhältnis noch gar nicht geklärt wurde. Die Unterhaltsangelegenheit sollte somit vorerst mit einem Streitwert von € 5.000,- angesetzt werden, bis man nicht weiß, wie das weitere Vorgehen (Arbeitsrecht oder Unterhaltsrecht) aussehen sollte. Zudem könnte der Unterhalt so auch nicht berechnet werden bzw. viel zu überhöht sei. Es erfolgte seitens der RAin keine Reaktion. Aber auch seitens der Gegenseite erfolgte keine Reaktion; es wurden keine Auskünfte erteilt. Die RAin hat auch nicht nachgehackt. Stattdessen gab es 2 Monate später eine Besprechung mit der Gegenseite, wo diese € 2.000,- anbot, um alle Unterhaltsansprüche damit abzugelten. Die RAin riet meiner Schwester, den Betrag anzunehmen(!??), was sie dann getan hat.

Nun zur Rechnung der RAin:
Sie rechnete die Angelegenheiten wie folgt ab:
2,0 Geschäftsgebühr aus Unterhalt 12 x € 1.100,- = € 13.200,-
2,0 Geschäftsgebühr aus Zugewinn € 30.000,-
2,0 Geschäftsgebühr aus Versorgungsausgleich € 70.000,-
Gesamtstreitwert € 113.000,-

Wegen Unterhalt hat es ein Schreiben (2 Seiten) gegeben sowie eine 1 ½ y<stündige Besprechung mit der Gegenseite, wo mehrere Sachen (Firma, Unterhalt, Rente, Zugewinn usw.) angesprochen wurde. Wie gesagt hat sie zudem keinen Auftrag gehabt, den Unterhalt zu verlangen. Wie zudem bereits geschildert, wurde der Anwältin dennoch angeboten, einen Streitwert von € 5.000,- anzusetzen, solange es nicht geklärt ist, ob überhaupt Unterhalt verlangt werden kann. Hierauf gab es ½ Jahr lang keine Reaktion und jetzt dann die Forderung aus € 13.200,- (Auszahlung an meine Schwester war jedoch nach deren „Beratung" nur € 2.000,-).

Wegen Zugewinn hat es ein Schreiben gegeben (5 Seiten), wozu meine Schwester alle Fakten der Ehe (Einkünfte, Trainingsstunden, Renovierung Haus etc.) zusammengesucht hat und ich dann in 3 Tagen das Schreiben aufstellte. Die RAin hat es mit kleinen Ergänzungen übernommen. Der Streitwert von € 30.000,- ist richtig.

Der Versorgungsausgleich ist gleich nach Mandatsübernahme mit der Scheidung anhängig gemacht worden. Die RAin hat zwar i.o.g. Schreiben wegen Zugewinn versucht, die Naivität meiner Schwester auszunutzen und formulierte in ihrem Entwurf wie folgt: „Der Versorgungsausgleich wird einvernehmlich ausgeschlossen. Der Ehemann zahlt einen Betrag von ca. € 70.000,- an seine noch Ehefrau aus". Ich habe dann diesen Entwurf so geändert. „Über den Versorgungsausgleich in Höhe von ca. € 70.000,- soll gerichtlich entschieden werden, nachdem beim Gericht die Auskünfte von den beiden Lebensversicherungen eingegangen sind." Ich habe meiner Schwester zudem ein Schreiben zukommen lassen, in dem ich ausführlich erklärte, was wie viel kostet, wenn gerichtlich oder außergerichtlich geregelt wird. Der Versorgungsausgleich sollte unbedingt gerichtlich entschieden werden, da die Kosten für € 70.000 Rente (Kapitalwert) gerichtlich geregelt und € 70.000,- Streitwert für außergerichtliche Regelung höllischen Unterschied ausmachen! Die RAin hat dann das Schreiben so an die Gegenseite verschickt, wie ich formuliert hatte. Es wurde außergerichtlich nur ein Zugewinn von € 30.000,- verlangt. Also es war eindeutig: sie hat keinen Auftrag gehabt, bzgl. des Versorgungsausgleichs außergerichtlich tätig zu werden und sie wurde auch nicht. Zudem hat sie nach Beendigung des Mandats beim Gericht Kostenfestsetzungsantrag eingereicht und ihr gerichtliches Honorar wurde seitens meiner Schwester beglichen.

Ich erstellte für die RAin eine Gegenrechnung wie folgt:
1,3 Geschäftsgebühr aus Streitwert Zugewinn € 30.000,-
1,3 Geschäftsgebühr aus Streitwert Unterhalt € 5.000,-
Gesamtstreitwert € 35.000,-

Meine Schwester hat dann das so errechnete Honorar fristgerecht überwiesen. Die RAin fordert nun das restliche Honorar und teilte mit, dass sie kein Problem damit hat, ihr Honorar mit dem Gebührenfaktor 2,0 und dies auch für den außergerichtlichen Versorgungsausgleich sowie für den Unterhalt mit dem hohen Streitwert gerichtlich durchzusetzen.

Sehen wir die Rechtslage richtig?
- Kein Gebührenfaktor 2,0?
- Kein Auftrag wegen Unterhaltsforderung in Höhe von € 13.200 bzw. € 5.000,-als Vorschlag unsererseits reicht aus?
- Kein Auftrag wegen außergerichtlicher Versorgungsausgleichsregelung?

Meine Frage wäre nun, ob wir die Rechtslage richtig einschätzen und wie meine Schwester weiterhin vorgehen sollte? Sie hat bis zum 01.07.2014 Frist, dem Gericht gegenüber zu erklären, ob sie dem Mahnbescheid widerspricht. Über Ihre baldige, kurze, fachliche Beratung würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüssen und herzlichen Dank schon im Voraus

25.06.2014 | 17:55

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sehen wir die Rechtslage richtig?
- Kein Gebührenfaktor 2,0?

Den Ansatz des Faktors 2,0 sehe ich auch als zu hoch an. Jedoch wird beim Ansatz der Gebührenhöhe nicht nur der Umfang der Tätigkeit betrachtet sondern auch die Schwierigkeit (sh. dazu Nr. 2300 VV-RVG) der Angelegenheit. Nach der Schilderung im Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit ist hier von einer gewissen Schwierigkeit auszugehen, so dass wohl ein 1,5 Gebühr angesetzt werden könnte. Im Streitfall müsste hier ein Gutachten über Rechtsanwaltskammer eingeholt werden.


- Kein Auftrag wegen Unterhaltsforderung in Höhe von € 13.200 bzw. € 5.000,-als Vorschlag unsererseits reicht aus?

Ja, dass sehe ich als für die nicht beauftragte Unterhaltssache ausreichend an. Anmerken möchte ich jedoch, wenn Informationen zur Klärung der Arbeitstätigkeit Ihrer Schwester von der RA angefordert werden sollten, dann ist dies auch eine vergütungspflichtige Tätigkeit. Es wäre dann evtl. in selbiger Höhe ein Anspruch auf Geltendmachung von Arbeitsentgelt entstanden, wenn es kein Unterhalt sein soll.

- Kein Auftrag wegen außergerichtlicher Versorgungsausgleichsregelung?
Nach dem Sachverhalt wurde zunächst mit Einrechnung der Lebensversicherungen der Zugewinn mit 100.000€ benannt und im Nachgang die LV dem Versorgungsausgleich zugeordnet. Damit waren die LV auftragsgemäß Gegenstand der Tätigkeit der Anwältin. Allerdings ist der Wert mit 70.000,00 € zu hoch angesetzt. Dieser bestimmt sich für den VA gem. § 50 FamGKG und beträgt für jedes Anrecht 10 Prozent, bei Ausgleichsansprüchen nach der Scheidung für jedes Anrecht 20 Prozent des in drei Monaten erzielten Nettoeinkommens der Ehegatten. Der Wert beträgt jedoch insgesamt mindestens 1 000 Euro. Aufgrund dessen, dass der VA nunmehr gerichtlich geklärt wird, gehe ich davon aus, dass dort ein Wert für den VA bzgl. der LV festgelegt wurde, so dass Sie diesen zur Berechnung heranziehen können. Zur Gebührenhöhe nehme ich auf oben stehendes Bezug und sehe eine 2,0 Gebühr zu hoch an, eine 1,5 wäre wohl auch hier gerechtfertigt.

Im weiteren möchte ich anmerken, dass die Rechnung nach Auffassung einiger Gerichte insoweit falsch ist, dass nicht die einzelnen Sachverhalte getrennt abgerechnet werden, sondern wie im gerichtl. Verfahren alle Folgesachen addiert werden und sich die Gebühr dann aus dem Gesamtwert bestimmt, was in der Regel weniger darstellt als jede Sache für sich abgerechnet. Bei einer solchen Abrechnung könnte sich aber auch eine 1,8 Gebühr rechtfertigen, da man die gesamte Tätigkeit dann betrachtet.
Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.




Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
---------------------------------------
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)





Rückfrage vom Fragesteller 26.06.2014 | 10:44

Vielen Dank für Ihre schnelle, unkomplizierte und verständliche Rückantwort.

Gerne würde ich jedoch kurz nachfragen, da ich evtl. etwas nicht so eindeutig formuliert habe, insbesondere bzgl. des Versorgungsausgleichs.

Sie haben Recht, dass evtl. ein Gebührenfaktor von 1,5 hätte angesetzt werden können. Wir haben es der RAin gegenüber auch so formuliert bzw. ihr so angeboten. Diese bestand jedoch auf den Faktor 2,0 sowie auf dessen gerichtliche Durchsetzung. Sie teilte mit, dass „es gemäß Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes bis zu einem Faktor von 1,6 keiner weiteren Begründung durch den Rechtsanwalt bedarf ", sie aber 2,0 abrechnen wolle (ohne entsprechende Begründung). Nach drei Anläufen zwecks Einigung teilte sie mit, dass sie genug in ihrer Kanzlei zu tun hätte, statt sich mit unseren Argumenten auseinanderzusetzen; bei Nichtzahlung werde sie klagen.

1. Zugewinnforderung (Schwierigkeitsgrad?)

Meine Schwester hat sich wochenlang viel Mühe gemacht und aus 11 Jahren die Einnahmen der Eheleute aufgelistet sowie alle Ausgaben (Renovierung) für die Immobilie ihres Mannes. Ich habe dann 3 Tage lang auf 3,5 Seiten diese Informationen ausgewertet, kurz und bündig, dennoch präzise die Lebensverhältnisse der Eheleute geschildert und letztlich somit die Forderung eines Zugewinns in Höhe von € 30.000,- begründet. Dies natürlich außergerichtlich und ohne Belege (diese sollten im Bestreitensfall nachgereicht werden) und natürlich auch ohne aufwendiges Preisindizieren; einfach quasi eine Forderung auf Verhandlungsbasis. Die RAin hat das Schreiben, wie schon gestern geschildert, mit kleinen Umformulierungen nach ihrem Geschmack so weitergeleitet. Dies war ihre Tätigkeit bzgl. Zugewinnforderung. Reicht hierfür 1,3 Gebührenfaktor nicht aus? (dennoch wurden von uns 1,5 angeboten)

2. Unterhalt (Schwierigkeitsgrad?)

Es ist richtig, dass im Unterhaltsrecht oder Arbeitsrecht so oder so ein Streitwert nach dem geforderten Betrag angefallen wäre. Das Schreiben der RAin war 01/2013 und es waren nicht bezahlte Vergütungen (mtl. € 300,-?? oder € evtl. mtl. € 800,-??) für 18 Monate rückwirkend für die Trennungszeit (ab 06/2012) und für die kommenden 4 Monate zu klären (bis 05/2013). Der RAin war bekannt, dass meine Schwester ab 05/2013 aus der Firma ihres Ehemannes aussteigt und sich selbständig macht, da sie bereits mit einem großen Verein einen Vertrag unterschrieben hat. So hat sie ab 05/2014 einen sicheren Job und sie benötigte keinen Unterhalt. Ihre RAin wusste es genau und schrieb es in ihrem Schreiben an die Gegenseite auch so. Sie wusste genau, dass hier unter keinen Umständen Unterhalt für 12 Monate verlangt werden würden.

Da man jedoch nicht gewusst hatte, was der Ehemann in der Trennungszeit verdiente und in welchem Arbeitsverhältniss meine Schwester bei ihm stand, sollten hierzu die Auskünfte eingeholt werden. Der Ehemann wurde demnach lediglich dazu aufgefordert, die Einkünfte der Firma (Trainingsstunden, Verkauf von Sportartikeln, Reparieren/Austauschen von Sportartikeln) offenzulegen und mitzuteilen, wie er sich die Vergütung meiner Schwester vorstellt: Unterhalt oder Gehalt. Hierauf wurde nicht geantwortet. Bei dem, gestern erwähnten, 1 ½ stündigen Gespräch zwei Monate später wurden seitens der Gegenseite Rechnungen, Steuererklärungen auf einem Haufen präsentiert. Als die RAin meiner Schwester diesen Bündel sah, schlug sie meiner Schwester lieber vor, den angebotenen € 2.000,- Sofortauszahlung anzunehmen, bevor sie sich mit den Unterlagen auseinandersetzen muss. Dies war ihre gesamte Tätigkeit bzgl. des Unterhalts, wofür wir einen Streitwert von € 5.000,- vorgeschlagen haben. Reicht hierfür 1,3 Gebührenfaktor nicht aus? (dennoch wurden von uns 1,5 angeboten)

3. Versorgungsausgeleich:

Hier ist evtl. ein kleines Missverständnis in meiner Schilderung aufgetreten, so nochmal kurz die Fakten:

Mit der Scheidung wurde, wie sein soll, der Versorgungsausgleich anhängig gemacht. Anwartschaften aus der ges. Versicherung gibt es nicht, dennoch mussten die Auskünfte natürlich eingeholt werden.

Es sollten auch die Auskünfte zu den beiden LV des Ehemannes eingeholt werden, da diese nicht die Vermögensbildung, sondern ausschließlich die Altersvorsorge dienen sollten. Als das Schreiben der RAin wg. außergerichtlichen Zugewinnforderung von € 30.000,-, aus meinem Entwurf, verfasst wurde (s.u. Punkt 1), war nur die Auskunft einer LV beim Gericht eingegangen. Daher formulierte ich in meinem Entwurf so (s. mein Schreiben vom Gestern): „Über den Versorgungsausgleich in Höhe von ca. € 70.000,- soll gerichtlich entschieden werden, nachdem beim Gericht die Auskünfte von den beiden Lebensversicherungen eingegangen sind". Die beiden LV des Ehemannes wurden unsererseits niemals einer Zugewinnforderung zugeordnet, wir führten diese immer als Gegenstand der Versorgungsausgleichsregelung auf. Auch eindeutig ist unsere Formulierung, dass hierüber gerichtlich entschieden werden soll und zwar im Wege einer internen Teilung. Dies hat die RAin meiner Schwester an die Gegenseite exakt auch so weitergeschickt. Es gibt nur dieses Schreiben, wo die beiden Lebensversicherungen erwähnt werden und zwar eindeutig im Zusammenhang mit dem Versorgungsausgleich und mit einer gerichtlichen Regelung. Es spielt doch überhaupt keine Rolle, ob man dort die Summe von „ca. € 70.000,-„ erwähnt wie man z.B. im Falle einer gesetzlichen Rente „ca. Entgeltpunkte" angeben würde. Tatsache ist, dass es überhaupt keinen Auftrag gab, demnach die RAin meiner Schwester, außergerichtlich bzgl. der beiden Lebensversicherung hätte tätig werden sollen und so gab es auch keine Tätigkeit ihrerseits hierzu.

Vor der Kündigung des Mandats seitens meiner Schwester hat der Ehemann bzgl. der einen LV aus seinem Kapitalwahlrecht Gebrauch gemacht und so wurde diese LV aus dem Versorgungsausgleich herausgenommen. Da eine Zugewinnforderung damals noch nicht anhängig war (der neue Anwalt meiner Schwester reichte den Antrag erst jetzt ein), war diese LV auch nicht in eine Zugewinnforderung hineingelaufen – es blieb außergerichtlich nur bei den € 30.000,- Forderung (s. Punkt 1). Wie ich schon gestern erwähnte, das Gericht hat die Kosten für den Versorgungsausgleich nebst Scheidung festgesetzt und die RAin hat aus dem Streitwert, übrigens mit 1,3 Gebührenfaktor (!!!) abgerechnet. Diese Rechnung wurde ordnungsgemäß, vollständig beglichen.

Zwischenzeitlich hat der Ehemann bzgl. auch der anderen LV aus seinem Kapitalwahlrecht Gebrauch gemacht, in der Hoffnung, so schnell und ohne finanzielle Regelung für meine Schwester geschieden werden zu können. Da jedoch dieses Vorgehen zu erwarten war, wurde fristgerecht vor dem Scheidungstermin der Zugewinnantrag eingereicht und nun wird hierüber im Verbund entschieden. Zumindest werden endlich die Auskünfte bzgl. Anfangs- und Endvermögen über das Gericht eingeholt.

Zusammenfassende, entscheidende Frage:

Wie ich schon gestern schrieb, muss meine Schwester bis zum 01.07.2014 dem Gericht gegenüber erklären, ob sie dem Mahnbescheid widerspricht (weitere über € 2.000,- Honorarforderung + Kosten). Würden Sie uns dies anhand meiner gestrigen und heutigen, ergänzenden Schilderungen so empfehlen? Oder sollen wir der RAin noch entgegenkommen? Ehrlich gesagt war ich hierzu anfangs noch geneigt, nur um Streitigkeiten zu vermeiden. Daher wäre mein Vorschlag ein Gebührenfaktor von 1,5 gewesen (bei € 35.000,- Streitwert). Aber aufgrund ihrer extrem überzogenen Rechnungslegung und schließlich ihrer unmöglichen Art (zum einen zur keinen Zeit Aufklärung über Kosten außergerichtlich wie gerichtlich, zum anderen dann keine Zeit für unsere Argumente bzgl. ihrer inkorrekten Rechnung, da sie uns gegenüber keine Begründung wegen 2,0 Gebührenfaktor abgeben muss etc.) würde ich es heute eher nicht mehr tun. Ich muss jedoch jetzt meiner Schwester einen adäquaten Rat geben.

Nochmals vielen Dank für Ihre gestrige, schnelle und sehr hilfsreiche Argumente. Sie haben mir auch gleich darin geholfen, meine Formulierungen noch verständlicher zu verfassen, damit ja keine oder zumindest kaum Missverständnisse aufkommen können/sollten.

Ich bedanke mich im Voraus schon sehr herzlichst für Ihre abschließende Beurteilung.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.06.2014 | 00:33

1. Zugewinn
Die Anwältin musste sich letztendlich mit den Unterlagen beschäftigen und daher sehe ich mind. eine 1,5 als gerechtfertigt an

2. Unterhalt
Bei Unterhalt wird immer der 12 Monatsbeitrag herangezogen.

3. Versorgungsausgleich
Entweder werden die LV dem Zugewinn oder dem VA Ausgleich zugeordnet und dort berechnet mit dem jeweiligen Wert. Zugewinn wird insgesamt betrachtet, so muss bzw. Kann nicht nur für einen Wert der Auftrag erteilt werden.

Im gerichtlichen Verfahren gibt es nur eine 1,3 Gebühr und keine Rahmengebühr wie außergerichtlich. Anmerken möchte ich, dass 0,75 der auergerichlichen Gebühren für die Werte welche gerichtlich abgerechnet wurden angerechnet werden muss.

4. Mahnbescheid
Bis zu einer 1,5 Gebühr wird die Forderung berechtigt sein, es sollte daher teilweise Widersprich eingelegt werden.

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