Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
511.485
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anwaltskosten bei einer Scheidung

| 31.07.2009 14:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,

die Scheidung meiner Eltern wurde in diesem Januar abgeschlossen.

Eigentlich hat meine Mutter mit Ihrer Anwältin ausgemacht, dass sie auf Stundenbasis bezahlt wird. Kurz nach dem Ende der Scheidung hat Ihre Anwältin gemeint, dass es doch nach den Streitwert gehen würde. Meine Mutter hat in Ihrem Chaos nach der Scheidung einfach den Vertrag bei der Anwältin unterschrieben. Sie hat darauf vertraut, dass alles so drin steht, wie es mündlich vereinbart wurde. Dummerweise steht im Vertrag, dass sich die Kanzlei aussuchen kann ob die Vergütung nach Stunden oder Streitwert richtet. Was aber in meinen Augen kein Mandant unterzeichen würde, wenn er einen klaren Kopf hat!

Bisher wurden schon einige Rechnungen der Anwältin bezahlt. Jetzt hat sie noch eine Rechnung über mehr als EUR 10000,00 geschickt! (Ich weiß nicht, wie die Anwältin auf einen so hohen Streitwert kommt!)

So, meine Frage: gibt es eine Möglichkeit gegen die Rechnung, bzw. Anwältin vorzugehen die einen Sinn hat? Oder sitzt die Anwältin am längeren Hebel, weil meine Mutter so blöd war ihr zu vertrauen?

Danke!!

Mimi

Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Natürlich muss Ihre Mutter nur die Kosten der Anwältin zahlen, die tatsächlich auch entstanden sind. Ihre Mutter kann daher die Anwaltsrechnung überprüfen und bei Fragen und Einwänden sich an die Anwältin wenden.

Es sollte daher zunächst einmal geschaut werden, welchen Streitwert der Richter in dem Scheidungsverfahren angenommen hat. Dieser Streitwert müsste in einem bereits vorhandenen Scheidungsurteil angegeben sein. Er richtet sich nach dem Einkommen der Parteien der Scheidung und zum Teil nach deren Vermögen.
Anhand dieses Streitwerts könnte dann überprüft werden, ob die von der Anwältin gestellten Rechnungen so in Ordnung oder zu hoch bemessen sind.

Bezüglich der zuvor mündlich besprochenen Stundenvereinbarung stellt sich die Beweislage als problematisch dar. Aufgrund der schriftlichen Unterzeichnung ist davon auszugehen, dass die dort getroffene Regelung gilt. Auch wenn Ihre Mutter sich bei Unterzeichnung der Vereinbarung nicht vollständig bewußt war, was dies vielleicht bedeutet, hat Sie wohl dennoch wirksam diese Vereinbarung getroffen.
Des Weiteren müssen Sie beachten, dass sich aus der Berufsordnung für Anwälte ergibt, dass es grundsätzlich unzulässig ist, für die gerichtliche Tätigkeit geringere Gebühren zu vereinbaren und zu fordern, als das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz es vorsieht. Bei der Berechnung dieser Gebühr ist aber der Streitwert der Forderung zugrunde zu legen.
Sollte durch die Stundenvereinbarung also eine niedrigere Gebühr vereinbart worden sein, so wäre diese Vereinbarung nicht zulässig.
Nur im Einzelfall darf der Rechtsanwalt besonderen Umständen in der Person des Auftraggebers, insbesondere dessen Bedürftigkeit, Rechnung tragen durch Ermäßigung oder Erlass von Gebühren oder Auslagen nach Erledigung des Auftrags.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


Nachfrage vom Fragesteller 11.08.2009 | 20:41

Hallo Herr Müller,

irgendwie komme ich mit dem Programm noch nicht zurecht, deshalb hat es ein wenig gedauert...

Wir die Gebühr dann nach dem normalen BRAGO gerechnet?

Auf dem Vertrag meiner Mutter wurde handschriftlich vom Senior der Kanzlei vermerkt, dass ein Stundensatz von EUR 115,-- vereinbart wird. Theoretisch macht die Kanzlei sich ja dann strafbar?!

Vielen Dank!

mimi

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.08.2009 | 09:13

Sehr geehrter Fragesteller,

durch die handschriftliche Aufzeichnung des Seniorpartners der Kanzlei könnte die Vereinbarung eines Stundensatzes nachgewiesen werden.
In den wenigsten Fällen werden Stundenvereinbarungen bzw. deren Abrechnung aber unter den Gebühren des RVG (dieses hat die BRAGO abgelöst) liegen. Sie müssen bedenken, dass hier die gesamte Tätigkeit des Anwalts einfließt wie Besprechungstermine, Gerichtstermine, Aktenstudium, Recherche und das Erstellen von Schriftsätzen, so dass hier schnell eine hohe Anzahl von Stunden vorliegen kann.

Bei den oben genannten Gebühren des RVG hat der Rechtsanwalt in vielen Angelegenheiten einen Gebührenrahmen, so dass nicht allein anhand der Stundenvereinbarung von 115 € gesagt werden kann, dass ein unzulässige Unterschreitung der Gebühren vorliegt.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 11.08.2009 | 20:42

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.08.2009 4,8/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67057 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,2/5,0
Mal sehen ob es hilft mit dem Vorgesetzten zu sprechen - Falls Wiedererwarten doch noch Unstimmigkeiten gibt - werde ich dieses Forum nochmals nutzen ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Verständlich mit Paragraphen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre Hilfe bei meinem Projekt!!! Sie haben mir wieder sehr geholfen :) ...
FRAGESTELLER