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Anwaltshonorar für anderen Mandanten zahlen

15.07.2014 16:51 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Guten Tag.
Ich war mit meinem Bruder bei einem Anwalt. Es ging um den Verkauf/Abtretung unserer Wohnrechte im Elternhaus. Durch Verkauf des Anwesens kam es zum Verkauf der Wohnrechte. Um es dem Unterhändler des Käufers zu vereinfachen, nahmen wir einen Anwalt. Jeder von uns musste seinen Mandatsauftrag unterschreiben.
Nach Erhalt der Honorarrechnung - die wurde, nach Gegestandswert durch zwei geteilt.
Ich bezahlte meinen Anteil.
Mein Bruder hingegen nicht. Und der ist auch nicht ausfindig zu machen.
Nun verlangt der Anwalt von mir, dass ich den Anteil meines Bruders auch bezahlen solle.
Darf und kann er dass? Und ist das rechtens? Das Mandat ist doch vom meinem Bruder unterschrieben worden und ist somit für seinen Auftrag selbst verantwortlich, nicht wahr?

Wie habe ich mich in diesem Fall zu verhalten?

Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Anwalt kann von Ihnen die Zahlung der gesamten Rechnung verlangen, wenn Sie mit Ihrem Bruder für diese Rechnung als Gesamtschuldner nach § 421 BGB haften. Bei der Gesamtschuldnerschaft kann der Gläubiger, also der Anwalt, von jedem der beiden Schuldner den vollen Rechnungsbetrag fordern, wobei der Gesamtbetrag insgesamt nur einmalig zu zahlen ist. Zahlt einer der beiden Gesamtschuldner den Gesamtbetrag, hat er im Innenverhältnis zu den übrigen Gesamtschuldner einen Ausgleichsanspruch. Sie könnten also von Ihrem Bruder den Betrag, den Sie für ihn beglichen haben, zurückfordern.

Eine solche Gesamtschuldnerschaft würde dann vorliegen, wenn Sie und Ihr Bruder gemeinsam in einem Mandat vertreten wurden. Dagegen spricht nicht, wenn jeder von Ihnen seinen Anwaltsauftrag unterschrieben hat, denn bei mehreren Mandanten muss sich der Anwalt auch von jedem Mandanten bevollmächtigen lassen.

Da es hier um dieselbe Angelegenheit ging, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie gemeinsam und nicht jeder einzeln von dem Anwalt gegenüber dem Käufer vertreten wurden. Hinweise für die gemeinsame Vertretung sind z. B. wenn nur eine Akte geführt wird mit nur einem Aktenzeichen. Auch wenn die Schreiben Ihres Anwalts an die Gegenseite stets Sie beide umfasst haben und nicht für Sie und Ihren Bruder jeweils getrennt verfasst wurden, spricht dies erst einmal für eine gemeinsame Vertretung. Vor allem aber der Umstand, dass nur eine Rechnung erstellt wurde, die an Sie beide gerichtet ist, lässt m. E. die gemeinsame Vertretung deutlich werden. Sofern in der Rechnung eine sogenannte Erhöhungsgebühr für 2 Auftraggeber nach VV-RVG Nr. 1008 ausgewiesen ist, ist der Anwalt mit Sicherheit von einem einheitlichen Mandat und damit von einer Gesamtschuldnerschaft ausgegangen.

Bei einer gemeinsamen anwaltlichen Vertretung besteht seitens der Mandanten in der Regel die oben beschriebene Gesamtschuldnerschaft. Dementsprechend wäre der Anwalt tatsächlich berechtigt, die fehlende Hälfte des Rechnungsbetrags bei Ihnen einzufordern.

Handelte es sich aber bei Ihnen und Ihren Bruder um zwei getrennte Mandate, die auch unabhängig voneinander bearbeitet wurden, müsste jeder von Ihnen beiden nur seine eigene Rechnung in der vollen Höhe bezahlen. Dann hätte es aber natürlich auch zwei Rechnungen gegeben. Sie würden dann nicht für die Rechnung Ihres Bruders haften.

Sofern Sie unsicher sind, ob eine gemeinsames Mandant mit Ihrem Bruder bestanden hat, sollten Sie mit Ihrem Anwalt Rücksprache halten. Normalerweise wird Ihnen der Anwalt dann erklären, ob und weshalb eine gemeinsame oder getrennte Vertretung erfolgt ist.

Besteht eine Gesamtschuldnerschaft, wovon ich hier erst einmal ausgehe, ist der Anwalt berechtigt, den Restbetrag bei Ihnen einzufordern und Sie sind im Gegenzug zur Zahlung verpflichtet. Sie haben dann aber gegen Ihren Bruder den Ausgleichsanspruch nach § 426 BGB in Höhe des Betrags, den Sie für Ihren Bruder ausgelegt haben. Dieser Anspruch unterliegt der regelmäßigen Verjährung, so dass Sie möglichst schnell versuchen sollten, Ihren Bruder ausfindig zu machen, um Ihre Ansprüche gegen ihn geltend zu machen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit Ihre Fragen beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin







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