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Anwaltshaftung wegen Schlechtberatung

31.05.2021 04:56 |
Preis: 49,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe folgende Frage zur Anwaltshaftung:
Vorgang: Jahrelange Rechtsstreite mit der Mutter des Beklagten die Eigentümerin eines Hauses mit Garten und Gebäude ist. Die Grundstücke liegen nebeneinander und sind nicht eingezäunt. Nach außen hin gibt es die Abgrenzung durch einen Bach und Feldweg.
Nach der Trennung mit der Mutter des Beklagten, wurde ich regelrecht drangsaliert und angegriffen, denn der Sohn hatte sich einen Kampfhund angeschafft und mich und meinen Hund im gemeinsamen Garten angegriffen. Mein Hund starb nach dieser Attacke. Leider gab es keine Zeugen und die Straf-Sachen wurden eingestellt. Für den Kampfhund konnte ich bei der Gemeinde wenigstens einen Leinenzwang von 2 m länge erwirken. Leider wurde diese vom Beklagten nicht eingehalten.

So kam es dazu, dass im Januar 2018 der Hund des Beklagten trotzdem frei laufen gelassen wurde meine Lebenspartnerin angegangen ist und sie Angst und Schrecken versetzt wurde.
Trotz Videodokumentation und Strafantrag gab es keine Konsequenzen für den Hundehalter.
Nachdem zuvor schon mehrfach mein Grundstück unerlaubt betreten wurde und der gefährliche Hund
trotz Leinenpflicht frei laufen gelassen wurde, obwohl ich ebenfalls mehrfach Hausverbot erteilte.
Zu dem vorgenannten Zeitpunkt befand ich mich außer Landes und beauftragte meinen Anwalt aus der Ferne eine strafbewährte Unterlassungserklärung aufzusetzen und es dem Beklagten zuzustellen.
Erwartungsgemäß wurde die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet und ich habe 492,54 EUR Kosten bezahlt. Obwohl ich genügend Beweise zusammengetragen habe wurde die Unterlassung nicht gerichtlich durchgesetzt. Angeblich wären die Verstöße nicht ausreichend.
Letztendlich vor der Verjährung beauftragte ich meinen Anwalt zumindest die mir entstandenen Kosten vom Beklagten einzuklagen. Die daraus resultierenden Anwaltskosten in Höhe von ( ca. 125 EUR) habe ich ebenfalls bezahlt. Nun wurde die Klage mit ausreichend fundierten Beweisangeboten ausgearbeitet und eingereicht. Der Beklagtenvertreter und der Beklagte hat bewusst falsche Tatsachen, die aus andren Verfahren (Mutter) ebenfalls falsch waren vorgetragen und verbreitet.
Dies wurde ihm im Schriftsatz durch meinen Anwalt, bei Wiederholung verboten bzw. eine Strafanzeige angedroht.
Bei dem Verhandlungstermin hat der Beklagtenvertreter genau das wiederholt um mich ins schlechte Licht zu rücken. Es ging um Sachen die mit diesem Verfahren nichts zu tun hatten. Trotzdem hat mein Vertreter nichts dagegen unternommen und hat sich den unsachlichen Vortrag über eine Stunde angehört.

Letztendlich kam zu einem Vergleich der für mich sehr nachteilig ist ohne Widerrufsrecht:
1. Es wurden meine Übergangsrechte über das hinterlegende Grundstück beschnitten.
2. Es wurde vereinbart, dass ein Zaun je zur Hälfte erstellt werden muss
3. Es Wurde vereinbart, dass ich nicht mehr auf dem Grundstück der Mutter parken darf.
4. Der Beklagte trägt die Hälfte der Hauptforderung.

Es Wurde ein Mehrwert von 2500 EUR festgesetzt daraus Anwaltskosten in Höhe von 833 EUR.


Fazit : Anstatt 492,54 EUR + 125 weitere Kosten verlangt mein Vertreter nun zusätzlich 833 EUR+GK.

Die habe ich wegen Falschberatung abgelehnt. Ein Beschluss gegen mich ist schon ergangen.

Über einen Rat würde ich mich sehr freuen.

31.05.2021 | 06:59

Antwort

von


(1318)
Karolinenstr. 8
33609 Bielefeld
Tel: 0521/178960
Web: https://www.reinhard-otto.de
E-Mail:
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Guten Morgen,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Der Anwalt haftet Ihnen auf Schadensersatz, wenn er eine Pflichtverletzung im Rahmen seines Anwaltsvertrages begangen hat, und Sie dadurch einen allein auf diese Pflichtverletzung zurückzuführenden materiellen Schaden erlitten haben, was nach ständiger Rechtsprechung des BGH durch einen Vergleich der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse mit dem fiktiven Zustand ermittelt wird, der bestehen würde, wenn die Pflichtverletzung nicht stattgefunden hätte.

Ich sehe aus Ihrer Schilderung aktuell jedenfalls keine solche Pflichtverletzung.
Dass der Gegner eine geforderte Unterlassungserklärung nicht abgegeben hat, können Sie nicht Ihrem Anwalt anlasten.
Dass ein Gericht eine einstweilige Verfügung erlassen hätte mit entsprechender Kostenregelung, müssen Sie beweisen. Ihre Ausführungen lassen dazu keine Stellungnahme zu.

Da Sie erklären, Ihr Anwalt habe sich eine Stunde lang unsachlichen Vortrag der Gegenseite angehört, gehe ich davon aus, dass Sie bei der Verhandlung und damit beim Abschluss des Vergleiches anwesend waren und jedenfalls in der Verhandlung den Vergleichsinhalten zugestimmt haben. Auch von daher können Sie dem Anwalt kein Fehlverhalten nachweisen.

Waren Sie nicht anwesend, können Sie das Verhalten Ihres Anwaltes in der Verhandlung nicht beurteilen. Insoweit liegt schon kein nachweisbarer Pflichtverstoß vor. Ein möglicherweise ungünstiger Vergleichsinhalt allein reicht dafür nicht aus.

HIer wäre allenfalls der Umstand bedeutsam, dass der Vergleich ohne Widerrufsmöglichkeit geschlossen wurde. Dann allerdings müssen Sie nachweisen können, dass der Vergleich auch mit Widerrufsvorbehalt hätte geschlossen werden können und dass Sie im Falle des Widerrufes ein für Sie wirtschaftlich besseres Ergebnis erzielt hätten.

Da gegen Sie ein Kostenbeschluss vorliegt, sehe ich leider keine reelle Chance, Zahlungen wirksam und dauerhaft verweigern zu können.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 03.06.2021 | 23:27

Sehr geehrter Herr Otto,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Offensichtlich habe ich meine Frage falsch formuliert oder Sie haben mich missverstanden. Bitte um Entschuldigung.
Um den Sachverhalt zu verdeutlichen: Mir ist klar, dass der Gegner keine Unterlassungserklärung abgeben muss und mein Anwalt dafür auch nicht haftet.

Es ging nur um den Ersatz meiner Anwaltskosten für den Entwurf der Unterlassungserklärung in Höhe von 492,54 EUR + der weiteren Kosten, für das neue Verfahren in Höhe von 125 EUR für meinen anwaltlichen Vertreter.
Selbstverständlich war ich beim dem Vergleich dabei. Mein Anwalt hat mich nicht über die Kosten und die negativen Konsequenzen des Vergleiches nicht aufgeklärt. Es gab eine Pause, ich war überfordert weil der gegnerische Anwalt mich ständig mit Unwahrheiten und falschen Behauptungen konfrontierte.
Obwohl mein Anwalt über diese dubiose Vorgehensweise ausführlich informiert wurde und im Schriftsatz meines anwaltlichen Vertreters bereits die Unterlassung solcher Behauptungen angedroht wurde.
Jetzt berechnet mein Anwalt mir für einen Vergleich den ich bei ordentlicher Beratung oder zumindest einem Widerrufsrecht mit Sicherheit widerrufen hätte Offensichtlich ging es den Parteien nur darum Geld zu verdienen. Abgesehen von dem für äußerst negativen Vergleich hat mein Anwalt noch einen Mehrwert von
3000 EUR vorgeschlagen . Das Gericht hat dann den Mehrwert auf 2500 EUR heruntergesetzt.

Der Rechtsanwalt muss sein Verhalten so einrichten, dass er Schädigungen seines Auftraggebers, mag deren Möglichkeit auch nur von einem Rechtsunkundigen vorausgesehen werden, vermeidet. Er hat, wenn mehrere Maßnahmen in Betracht kommen, diejenige zu treffen, die die sicherste und gefahrloseste ist und, wenn mehrere Wege möglich sind, um den erstrebten Erfolg zu erreichen, den zu wählen, auf dem dieser am sichersten zu erreichen ist. Dies ist seit jeher die Grundlage des anwaltlichen Haftungstatbestandes und wurde in § 1 Abs. 3 BORA entsprechend umgesetzt: der Rechtsanwalt hat als unabhängiger Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten seiner Mandanten vor Rechtsverlusten zu schützen, rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend zu begleiten, vor Fehlentscheidungen durch Gerichte und Behörden zu bewahren :

Fazit : Bei einer Beweisaufnahme hätte ich allenfalls die Kosten des gegnerischen Anwaltes tragen müssen.
Nicht aber die Vergleichskosten in Höhe von 833 EUR.

Zudem noch den Rechtsnachteil aus diesem Vergleich, der steht. Dies bitte ausklammern um Missverständnisse zu vermeiden.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

mfg




Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.06.2021 | 23:59

Guten Morgen,
die von Ihnen dargestellte Rechtslage ist mir bekannt und bei meiner Bewertung auch berücksichtigt worden.
Sie können nicht eine einzelne Gebühr nehmen und sagen, ohne Vergleich wäre die nicht entstanden. Entscheidend ist vielmehr ein Gesamtvergleich des Ist-Zustandes mit dem, der ohne den Vergleichsabschluss bestehen würde.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

(1318)

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33609 Bielefeld
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