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Anwaltsfehler

09.08.2014 19:30 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Ich bin in diesem Fall notarieller und Testamentarischer Alleinerbe meines Vaters. Da mein dieser starb, bevor die Scheidung eingereicht wurde, sind meine Stiefmutter und meiner Halbschwester Pflichtteilsberechtigt. Die enterbte Ehefrau hat diesen Anspruch im Oktober geltend gemacht. Mein Anwalt errechnete daraufhin, die enterbte Ehefrau bekäme 1/4 des Erbnachlasses. Der errechnete Pflichtteil jedoch war eine ungerade Zahl also "EINIGTE" man sich auf einen glatten Betrag. (Bsp. Statt 65.457€ einigte man sich auf 65.000€) Dieser Betrag wurde im Frühjahr diesen Jahres an die enterbte Ehefrau überwiesen. Wie ich nun vor kurzem erfahren musste, beträgt der zu entrichtede Teil an die enterbte Ehefrau jedoch 1/8 plus die hälfte des "Zugewinns" aus der Ehe. Sprich: Mein Anwalt hat falsch gerechnet. Der Anwalt der enterbten Ehefrau hat dies, im zuge dessen auch bzw. ist es vermeintlich absichtlich nicht aufgefallen...
Doch auch die bei meiner Halbschwester zu erwartende Summe hat er falsch gerechnet. Laut seinen Angaben 1/8 des Erbnachlasses. Richtig wären wohl 3/16 gewesen. Diese Summe wurde noch nicht bezahlt. Jedoch ist zu erwähnen das ich beträchtliche Schwierigkeiten habe, diese Summe zu stemmen. Ich bin ja vor kurzem (sehr kurzem) noch von einer ganz anderen Summe ausgegangen.
Unnötig zu erwähnen, dass das Vertrauen zu meinem bisherigen Anwalt nicht mehr besteht.
Nun zu meinen Fragen: Wie verhalte ich mich nun? Grundlegend habe ich an die enterbte Ehefrau 1/8 zuviel bezahlt, weiss allerdings auch nicht wie groß der Zugewinn war? Was kann da noch auf mich zukommen, wenn der Anwalt der gegenseite auch falsch gerechnet hat? Wer haftet dafür?
Ich selbst habe vor kurzem angefangen zu bauen und bin nun natürlich sehr verunsichert bezüglich hoher nicht erwarteter Forderungen.


.
10.08.2014 | 11:31

Antwort

von


(77)
Entenplan 6
06217 Merseburg
Tel: 03461201220
Web: http://www.ra-merseburg.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Die Sachverhaltsschilderung habe ich so verstanden, dass die Halbschwester das gemeinsame Kind Ihres Vaters und der Stiefmutter ist und neben Ihnen und der Halbschwester keine weiteren Kinder vorhanden sind.

Vorausgesetzt die Eheleute lebten im gesetzlichen Güterstand (Zugewinngemeinschaft), dann hat die Ehefrau bei Tod des Partners einen Anspruch auf 1/4 (gesetzlicher Erbteil) und 1/4 pauschalierter Zugewinnausgleich - zusammengerechnet 1/2. Dies wird häufig falsch verstanden und unsauber dargestellt. Vorgenanntes ist die so genannte erbrechtliche Lösung. Wird der Ehegatte enterbt erhält er den sogenannten großen Pflichtteil (1/4), also die Hälfte von 1/4+1/4.

Es gibt daneben auch noch eine güterrechtliche Lösung. Dabei macht die Ehefrau den tatsächlichen Zugewinnausgleich geltend und erhält den "kleinen Pflichtteil", also nicht die Hälfte von 1/4 Erbteil+1/4 pausch. Zugewinnausgleich sondern die Hälfte von 1/4 Erbteil (=1/8) + den tatsächlichen Zugewinnausgleich.

Das ist das, was Ihr Anwalt (erbrechtliche Lösung) errechnet hat und was Sie (güterrechtliche Lösung) in Erfahrung gebracht haben.

Das bedeutet nicht zwingend, dass Ihr Anwalt das falsch gemacht hat. Die Wahl zwischen beiden Varianten hat die enterbte Ehefrau (also die Gegenseite). Da muss also der Gegenanwalt rechnen, welche Variante für seine Mandantin günstiger ist. Hat sich die Ehefrau im Rahmen eines Vergleichs aber einmal auf die erbrechtliche Lösung eingelassen, kann sie nicht hinterher kommen und auf die güterrechtliche umstellen. Ihr Anwalt hat daher nicht falsch gerechnet, jedenfalls auf den ersten Blick. Für genaueres müsste ich die Akte kennen.

Auch bei der Schwester sehe ich keinen Fehler. Gesetzlicher Güterstand + Eigenschaft der Schwester als Kind des Vaters (neben Ihnen als einzige Kinder) vorausgesetzt hätten nach der gesetzlichen Erbfolge die Kinder jeweils 1/4 bekommen. Der Pflichtteil beträgt demnach 1/8. Das würde sich selbst bei der güterrechtlichen Lösung im Hinblick auf die Ehefrau hier nicht ändern.

Die 3/16 wären theoretisch möglich bei einem Erbteil der Ehefrau von 1/4 (etwa im Fall der Gütertrennung). Die verbliebenen 6/8 bei 2 gleich erbberechtigten Kindern ergäben jeweils 3/8. Der rechnerische Pflichtteil dann 3/16, wenn ein Kind enterbt wurde. So liegt der Fall hier aber nicht, weswegen sich das erübrigt.

Ihre Fragen erübrigen sich daher auch. Es ist, soweit Sie in der Schilderung nicht wichtige Details vergessen haben, alles richtig gelaufen, sodass der Vergleich zu erfüllen ist und die Pflichtteile auszuzahlen sind.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit einer weitergehenden Parallelrechnung, wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Anwalt auch bei den einzelnen Beträgen richtig gerechnet hat und eine komplette Überprüfung wünschen. In diesem Fall wenden Sie sich bitte unter lorenz.weber@ra-merseburg.de

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lorenz Weber

Rückfrage vom Fragesteller 10.08.2014 | 12:54

Guten Tag Herr Weber

Also wenn ich das richtig verstehe, hatte die enterbte Ehefrau die Wahl zwischen 1/4 des Nachlasses oder 1/8 des Nachlasses + Zugewinn. Sie hat sich in diesem Fall für das 1/4 entschieden, welches ich auch an sie ausgezahlt habe.

Tatsache ist nun, dass meine Halbschwester 3/16 des gesamten Erbnachlasses verlangt. Ist dies so richtig?

Mein Anwalt hat schon etwas falsch gemacht... Allein die Tatsache das er mir bis vor 2 Tagen vorgerechnet hat, die Enterbte Ehefrau bekommt 1/4 (was richtig bzw ihre Auswahl war) und meine Halbschwester bekäme !!!1/8!!! statt den 3/16.

Ich muss erwähnen, dass mein Anwalt selbst der Meinung ist (nicht Ich) das 1/4 für die Ehefrau falsch wären.
Er behauptet (mein Anwalt) seine ursprüngliche Rechnung wäre falsch gewesen. Die enterbte Ehefrau MÜSSE 1/8 + Zugewinn erhaten und meine Halbschwester MÜSSE 3/16 bekommen.

Was mich nun interessiert ist, aufgrund dessen das sich die enterbte Ehefrau für 1/4 des Nachlasses entschieen hat, wie viel bekommt nun meine Halbschwester? Grund für die Nachfrage ist, dass Sie geschrieben haben, dass der Fall hier so nicht vorliegt

Vielen Dank für ihre Antwort

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.08.2014 | 14:21

Sie haben das mit der Ehefrau richtig verstanden.

Ihre Halbschwester bekommt aber nicht 3/16, sondern 1/8. Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Das heißt es wird geschaut, wie die gesetzliche Verteilung gewesen wäre. Würde man sich das Testament hinwegdenken, dann wäre die Verteilung gewesen: Ehefrau 1/4+1/4, Kind1 1/4 und Kind2 1/4. Pflichtteil hiervon: Ehefrau 1/4 (großer Pflichtteil, weil erbrechtliche Lösung), Kind1 (Sie) kein Pflichtteil, weil ja Erbe und Kind2 1/8.
Hätte die Ehefrau die güterrechtliche Lösung gewählt wäre das hier immer noch genauso, weil Sie Alleinerbe sind, da ändert sich nichts an dem (hypothetischen) Anteil der Schwester.

3/16 als Pflichtteil würde bedeuten, dass man irgendwie auf 3/8 Erbteil käme. Wie das in der Konstellation gehen soll, ist mir schleierhaft. Bei 2 Kindern würde das wie dargestellt nur gehen, wenn die Ehefrau 1/4 bekäme und zwar nicht als Pflichtteil sondern als ERBTEIL. Dazu müsste aber schon Gütertrennung vorliegen, da irgendwie der pauschalierte Zugewinnausgleich wegfallen müsste. <- Jener Fall liegt nach Ihrer Schilderung aber nicht vor. Damit kann Ihre Schwester nur noch 1/8 Pflichtteil bekommen, nicht 3/16.

Also entweder hat der Anwalt einen Denkfehler, weil er davon ausgeht, dass sich durch die Wahl der erbrechtlichen Lösung der Ehefrau der Pflichtteil des Kindes ändert, oder es gibt entscheidende Details, die (unbewusst) weggelassen wurden.

ANTWORT VON

(77)

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