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Anwaltliche Vertretung


| 28.01.2005 15:56 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Meine uneheliche Tochter hat mit Volljährigkeit rückständigen Unterhalt aus ihren ersten drei Lebensjahren geltend machen wollen. Es bestand zwischen mir, Mutter, und dem Vater eine Absprache, dass er den Unterhalt für diese Zeit in Form von Sparguthaben anlegt.
Die Anwältin hat das nicht weiter interessiert, sie hat sofort Kombiauftrag Zwangsvollstreckung mit Abgabe eidesstattlicher Versicherung beauftragt, da sie uns sagte, der Vater ist in der Beweispflicht.
Die Anwälte des Vaters haben hiergegen Zwangsvollstreckungsgegenklage eingereicht wegen Verwirkung der Ansprüche. Das Gericht hat der Klage stattgegeben und im Beschluß schon die Tendenz erkennen lassen, sich dieser Meinung anzuschließen. Trotzdem hat unsere Anwältin noch Haftbefehl erlassen, nach dem der Vater zum Termin der Abgabe eidesstattliche Versicherung nicht erschienen ist. Weiterhin hat sie für meine Tochter Prozeßkostenhilfe beantragt. Der Verhandlungstermin wurde aufgehoben, da die Prozeßkostenhilfe wegen keiner Erfolgsaussicht abgelehnt wurde mit dem Beschluss, Verwirkung das Forderung 15-18 Jahre zurückliegt, und der Kläger darauf vertrauen durfte, dass die Anspruch nicht mehr geltend gemacht wird, da das Jugendamt ab dem 4. Jahr die Angelegenheit übernommen hat.
Nun hat die Anwältin uns geraten keine Beschwerde einzulegen sondern die Klage anzuerkennen.
Zu keinem Zeitpunkt ist sie darauf eingegangen, dass diese, allerdings nicht wirklich schriftlich fixierte Vereinbarung, nur aus Briefausschnitten erkennbar, existiert.
Leider sind wir von der Anwältin im 1.Beratungsgespräch nicht informiert worden, dass die Möglichkeit besteht, dass wir keinen Anspruch haben, obwohl wir das sehr genau wissen wollten, sondern hat uns die gesamte Zeit in dem Glauben gelassen, dass wir uns im Recht befinden. Sie hat uns trotz mehrfacher Rückfragen in ihrem Büro nie einen Beratungstermin gewährt und zu keinem Zeitpunkt informiert, dass hier erhebliche Kosten auf uns zukommen können, falls wir verlieren. Wenn wir gewußt hätten, dass es eine Verwirkung für solche Forderungen gibt, hätten wir keine Zwangsvollstreckung eingereicht und es wäre bei dem ersten Beratungsgespräch geblieben. Nun muß meine Tochter die gesamten Verfahrenskosten, sowohl der Gegenseite, der eigenen Anwältin, nebst Zwangsvollstreckung und Haftbefehl und Gerichtskosen tragen.
Da hier durch die fehlende Beratung ein Schaden in Höhe der Verfahrenskosten entstanden ist, würden wir über unsere Rechtsschutzversicherung gerne gegen die Anwältin wegen Schadenersatz vorgehen. Besteht hier Aussicht auf Erfolg? Streitwert ca. 1000,00 Euro

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Sehr geehrter Anfragender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Bei dem von Ihnen dargestellten Sachverhalt besteht durchaus Aussicht auf Erfolg.

Sie könnten hier wohl geltend machen, dass die rechtliche Beratung über die Erfolgsaussichten und das Prozesskostenrisiko fehlerhaft bzw. nicht ausreichend war.

Bei der rechtlichen Beratung vom Mandanten dargelegt und bei Bestreiten bewiesen werden dasss er fehlerhaft oder unvollständige beraten wurde (BGH ständiege Rechtsprechung z.B. NJW 1985,264).

Diese Verteilung der Behauptungs- und Beweislast gilt auf für Negativa. Eine Umfkehr der Beweislast findet nicht statt (BGH NJW 1987,1322; NJW 1992, 2280). Allerding muss der Anwalt in einem solchen Fall die Behauptung substantiiert bestreiten und im Einzlenen darlegen, wann er beraten, was er gesagt und wie der Mandant darauf reagiert hat. Erst dann hat der Mandant zu beweisen, dass es sich anders verhielt.

Aus einer unterbliebenen Handlung des Mandanten kann jedoch nicht auf diesbezüglich unterlassenen anwaltlichen Rat geschlosssen werden. Man kann auch nicht unterstellen, dass der anwaltlich Rat eben nicht ausdrücklich genug gewesen sei, denn es gibt keine sachgerechten Unterschiede für den Grad des Einwirkens auf den Mandanten (BGH NJW 1987, 1322). Allenfalls kann angenommen werden, dasss ein Mandant eindeutig gutem Rat auch gefolgt wäre. Hierfür hat der BGH schon manchmal eine tatsächliche Vermutung sprechen lassen (BGH WM 1990, 695; NJW 1990, 2127 und 2128).

Da der Anwalt sehr genau darlegen muss, wann er Sie in welcher Form über das Prozesskostenrisiko aufgeklärt hat, sind Ihre Chancen nicht schlecht. Falls dem Anwalt dies jedoch gelingt - was von hier aus nicht abschließend beurteilt werden kann -, müssten Sie beweisen, dass die Belehrung nicht erfolgt ist. Dies könnte schwierig sein.

Sie schreiben, dass Sie den Prozess über Ihre Rechtsschutzversicherung führen wollen. Ich empfehle Ihnen, sich die Kostendeckungszusage selbst zu besorgen, bevor Sie einen Anwalt beauftragen. Ggf. können Sie hierzu diese Stellungnahme vorlegen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

Bremer Str. 28a
21073 Hamburg

Tel.: 040 - 24 88 21 96
Fax: 040 - 24 88 21 97

mailto:post@ra-breuning.de
www.ra-breuning.de

Nachfrage vom Fragesteller 28.01.2005 | 17:48

Sehr geehrter Herr Breuning,
vielen Dank für die Antwort.
Als Nachfrage möchte ich noch wissen, welches Fachgebiet sollte der Anwalt haben der hier mit unseren Interessen beauftragt wird und ist es sinnvoll, um Kosten zu vermeiden, der Anwältin nach Zusage des Rechtsschutzes erst einmal ohne Anwalt mitzuteilen, dass man ihr gegenüber Schadenersatz geltend macht?
Ihnen ein schönes Wochenende,
Gruß
S.F.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2005 | 11:46

Sehr geehrte Anfragende,

einen typischen Rechtsbereich gibt es für die Frage meiner Meinung nach nicht. Zumal jeder Anwallt sein eigenes Berufsrecht halbwegs beherrschen sollte.

Ich würde jedoch von der Einschaltung eines Strafrechtlers oder eines Verwaltungsrechtlers abraten, da es um die Durchsetzung eines zivilrechtlichen Anspruches handelt. Ggf. könnte sich ein Kollege mit dem Schwerpunkt "Vertragsrecht" als nützlich erweisen.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning

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