Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.422
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anwaltgebühren überschreiten mehrfach den ursprünglich besprochenen Rahmen

30.10.2015 23:40 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Tätigkeit eines Anwalt über den eigentlichen Anwaltsvertrag hinaus und Zeithonorar (Stundenabrechnung)

Meine Kindesmutter hat einen Anwalt beauftragt, um meine Unterhaltsstufe zu prüfen, der Auskunft über mein Einkommen einforderte. Ich habe mich daraufhin nach einem eignen Anwalt umgesehen, um selbst eine Berechnung durchführen zu lassen. Ein Anwalt, den ich zuvor kontaktierte, bot mir, um die 300€ Erstberatungsgebühren zu umgehen, an, dies auf Basis von Zeithonorar zu erledigen und stellte in Aussicht, dass er dafür vermutlich 1-1,5 h benötigt und pro Stunde 150€ nimmt. Daraufhin habe ich ihn damit beauftragt.

Nun hat sich der ganze Prozess mit dem gegnerischen Anwalt hingezogen, der gegnerische Anwalt hat vieles falsch dargestellt, mein Anwalt hatte immer die ein oder andere Frage gestellt und falsche Dartellungen korrigiert, ich habe dazu noch ein paar Tipps gegeben. Am Ende wurde mein Unterhalssatz von 136 auf 152% angehoben, das sind 70€ mehr im Monat als zuvor.

Weiterhin hatte ich angesprochen, dass ich mit dem Unterhalt meines Sohnes, den dieser überwiegend als Miete an seine Mutter abführt, unzufrieden bin und mir wünschen würde, dass die Mutter weniger Miete von ihm verlangt. Auch hierzu gab es Schriftwechsel mit dem Ergebnis, dass die Mutter immer noch ihre überzogene Miete einnimmt, aber der gegnerische Anwalt meint, dass ich ja von ihm aus gerne weniger an meinen Sohn bezahlen könne, was nicht meine Intention war.

Nun habe ich eine Rechnung meines Anwalts von 12h Honorarzeit bekommen, die mit Steuer über 2000€ entsprechen. Dabei enthalten sind Zeiten von Besprechnungen, Telefonaten, ... . Jede einzelne e-Mail oder das Durchlesen des Schreibens des gegnerischen Anwalts ist mit Gebühren verbunden.

Alleine bis die eigene Unterhaltsberechnung erstellt war und an den gegnerischen Anwalt ging sind dementsprechend 3,75h angefallen. Für die Prüfung der Antwort und dem Versehen mit Anmerkungen wurden zusätzlich 90min aufgeschrieben. Um dem gegnerischen Kollegen mitzuteilen, dass ich im Urlaub bin, aber meine Fälligkeiten dann schon begleichen werde wurden 60min abgerechnet. Und so geht es akribisch weiter, bis mein Anwalt auf ca. 12h und über 2000€ kommt.

Ich habe schon vermutet, dass es etwas mehr als die vereinbarten 1-2h kostet, auch 4-5h hätte ich mit Schlucken akzeptiert, da mein Sohn ja auch "versucht" wurde mitgeregelt zu werden. Aber 12h bzw. 2000€ sprengt bei Weitem den ursprünglich besprochnen Rahmen und liegt völlig ausserhab dessen, was ich, wenn ich es vorher gewusst hätte, ausgegeben hätte.

Frage:
Ist diese hohe Anwaltsgebühr in Verbindung mit dem ursprünglichen Auftrag so korrekt und was habe ich als Handhabe, um weniger bezahlen zu müssen?

Danke für die Antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Entscheidend ist in der Tat der Auftrag, der dem Anwalt erteilt wurde und somit den Inhalt/Umfang des Anwaltsvertrages bestimmt.

Nach dem Gesetz über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz - RVG), § 2 Höhe der Vergütung, gilt zunächst:

"(1) Die Gebühren werden, soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt, nach dem Wert berechnet, den der Gegenstand der anwaltlichen Tätigkeit hat (Gegenstandswert).
(2) Die Höhe der Vergütung bestimmt sich nach dem Vergütungsverzeichnis der Anlage 1 zu diesem Gesetz."

Alternativ kann man ein Pauschalhonorar verabrden oder wie hier eine Stundenvereinbarung - § 3a Vergütungsvereinbarung
"(1) Eine Vereinbarung über die Vergütung bedarf der Textform. Sie muss als Vergütungsvereinbarung oder in vergleichbarer Weise bezeichnet werden, von anderen Vereinbarungen mit Ausnahme der Auftragserteilung deutlich abgesetzt sein und darf nicht in der Vollmacht enthalten sein."

Gemäß § 4b - Fehlerhafte Vergütungsvereinbarung - ist bestimmt:
Aus einer Vergütungsvereinbarung, die nicht den [gesetzlichen] Anforderungen [...] entspricht, kann der Rechtsanwalt keine höhere als die gesetzliche Vergütung fordern.

Dieses schriftliche Abrede muss also erst einmal vorliegen.

Ansonsten würde ich dem Kollegen mitteilen, dass hier viel zu viel, eventuell ohne Ihr Wissen und ohne Ihre Billigung, erledigt wurde, was nicht dem eigentlichen Auftrag entspricht.

Eine alleiniges Dulden weiterer Tätigkeiten des Anwaltes reicht für die Billigung und Zustimmung Letzerer nicht aus.

Das würde ich einwenden und nur die Tätigkeiten bezahlen, die verabredet waren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.10.2015 | 16:20

Dann verstehe ich das korrekt, dass wenn ich dafür unterschrieben habe, dass auf Stundenbasis abgerechnet wird (was der Fall war) und ich informiert war, dass mein Anwalt Schreiben an den gegnerischen Anwalt schickt bzw. diese auch inhaltlich abgesprochen waren, ich keine Handhabe habe, außer an dessen Mitleid zu appelieren, dass der ursprünglich besprochene Rahmen deutlich gesprengt wurde?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.10.2015 | 16:34

Sehr geehrter Fragesteller,

ich antworte Ihnen auf Ihre Nachfrage gerne wie folgt:

Ja, der Rahmen wurde dann gesprengt, wenn das Ihr Auftrag nicht her gab, wobei Sie sich allenfalls die Frage stellen müssen, ob Sie bei Kenntnis hätten einschreiten können.

Aber da nimmt die Rechtsprechung den Mandanten durchaus in aller Regel in Schutz:

Mein Rat:
Lassen Sie die Rechnung von einem Kollegen prüfen und bitten Sie Ihren Anwalt keine weiteren Schritte zu unternehmen.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63621 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführlich, gut verständlich und vor allem eine hilfreiche Antwort da absolut nachvollziehbar. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare Antwort! Und gute Beratung für künftige Fälle. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare und kompetente Antwort. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER